Nach Angaben des Bund Deutscher Zimmermeister gibt es seit Jahren etwas mehr als 11.000 Zimmerei- und Ingenieurholzbaubetriebe. Über 57 Prozent sind Kleinbetriebe mit einem bis maximal vier Beschäftigten. Die Auftragslage wächst beständig. Die Zahl der genehmigten Holzgebäude beispielsweise nimmt jährlich um etwa 2.000 Genehmigungen zu.

Die Branche der Zimmerer profitiert aktuell von einer guten Ertragslage und die Planung einer Selbständigkeit in diesem Bereich hat gute Zukunftsaussichten.

Die Konkurrenz- und Marktlage richtig einschätzen

Obwohl der Trend zum natürlichen Baumaterial Holz zunimmt und Zimmerer auch bei energetischen Sanierungen gefragt sind, sollten Gründer sich mit der Marktlage in der Region vertraut machen. Folgende Fragen sollte sich der Handwerker vor dem Schritt in die Selbständigkeit stellen:

  • Welcher Bedarf ist vorhanden? Neubau, Sanierung, Dachausbau, Anbauten wie Carport
  • Wie viele Betriebe bieten welche Leistungen in der Region an?
  • Welche Tätigkeitsfelder soll der neue Betrieb abdecken?
  • Auf welche Bereiche kann sich der Betrieb spezialisieren?

Es kommt insbesondere auf die Spezialisierung der ansässigen Betriebe an und ob das eigene Leistungsspektrum von den Angeboten der konkurrierenden Betriebe abheben kann. Auftraggeber der neugegründeten Zimmerei können private Bauherren und Hausbesitzer, Firmen und Stiftungen oder Kommunen sein. Auch hier gilt es sich im Vorhinein klar zu sein, welche Zielgruppe man mit der Gründung vermehrt ansprechen möchte.

Was muss ein Zimmerer leisten können?
Ein Zimmerer arbeitet an der Errichtung von Häusern mit. Egal ob es um einen Neubau, eine Renovierung oder eine Sanierung geht. Er errichtet ganze Häuser, renoviert Dachstühle, Balkone und andere Anbauten aus Holz. Oft arbeitet er mit Bautischlereien zusammen an der Innenraumgestaltung aus Holz und bringt Wandverkleidungen an, verlegt Holzfußböden oder installiert Holztreppen oder Holzdecken.

Das Aufgabengebiet einer Zimmerei ist breit gefächert, dementsprechend muss der Zimmermann über eine gute Ausbildung und ein umfassendes Wissen über sein Handwerk verfügen.

Fachliche Voraussetzungen für eine Existenzgründung als Zimmerer

Zimmerleute errichten tragende Holzkonstruktionen. Sie müssen über ausreichende Fähigkeiten verfügen. Es handelt sich um ein anspruchsvolles Gewerbe, das bei nicht korrekter Ausführung Gefahren mit sich bringen kann. Dementsprechend sind die fachlichen Voraussetzungen für eine Selbständigkeit hoch.

Ein Meisterbrief für selbständige Zimmerer ist Pflicht
Das Gewerk des Zimmerers ist in der Handwerksordnung (HW0) unter Anlage A als zulassungspflichtiges Handwerk geführt. Wer sich im Gewerk des Zimmerers selbständig machen möchte, muss einen Meisterbrief besitzen.

In Bezug auf die Meisterpflicht gibt es einige Sonderregelungen. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen Zimmerleute auch ohne Meisterbrief einen Betrieb gründen (Link – Betriebsleiter einstellen oder Altgesellenregelung).

Gründungskosten einer Zimmerei

Betriebsgründer sollten sich bei der Handwerkskammer beraten lassen, um zusammen mit einem Gründungsberater einen Businessplan zu erstellen. Dieser ist Voraussetzung um Fördermittel und Kredite zu erhalten.

Kosten für die Grundausstattung

Die Kosten einer Neugründung bewegen sich in einem Rahmen von 50.000 Euro bis 200.000 Euro. Sie hängen vom Angebot des Betriebes ab.

Das Startkapital wird für die Anschaffung verschiedener Werkzeuge und Maschinen, aber auch für das Firmenfahrzeug benötigt sowie für Holzmaterial. Bei der Gründung einer Zimmerei wird immer auch Personal benötigt, es sollte mindestens ein Partner vorhanden sein oder ein Angestellter. Für diesen muss aus dem Startkapital auch das monatliche Gehalt bezahlt werden.

Fahrzeug

Wenn die Zimmerei nicht nur vorgefertigtes Material vor Ort beim Kunden montiert, ist ein kleiner Lkw erforderlich oder zumindest ein größerer Kastenwagen wie der VW Crafter, der VW Transporter, ein Mercedes Sprinter, der Opel Vivaro, der Ford Transit oder Kastenfahrzeuge anderer Marken. Zusätzlich sollte ein Pkw für Beratungstermine und kleinere Besorgungen vorhanden sein.

Generell gilt bei einer Gründung: Leasen ist vorteilhafter als Kaufen, denn das Leasing schont als Finanzierungsinstrument die Liquidität. Mehr dazu in unserem Artikel zur Grundausstattung eines Handwerksbetriebs.

Sowohl die Sonderzahlung zu Beginn, als auch die Raten sind Betriebsausgaben. Sie schmälern den Gewinn und die Steuerlast. Sofern das Unternehmen nicht bilanzierungspflichtig ist und die Gewinne nach der Einnahmen-Überschussrechnung ermittelt, kann der Gründer die Sonderzahlung, sofort in voller Höhe als Betriebsausgabe absetzen.

Leasing Sonderanzahlung
Die Leasingsonderzahlung ist eine Einmalzahlung die Leasinggeber bei Abschluss des Leasingvertrages verlangen. Die Höhe hängt vom Wert des Fahrzeugs, der Automarke und auch von der Bonität des Gründers ab. Der Leasingnehmer kann diese in Grenzen meist frei wählen. Gründer sollten beachten, dass eine hohe Sonderzahlung zu niedrigeren Raten führt.

Die Höhe der Sonderzahlung beträgt für einen neuen Lkw etwa 5.000 bis 20.000 Euro, für einen Pkw ist mit 1.000 bis 5.000 Euro zu rechnen.

Fahrzeugeinrichtung / Innenausbau
Jedes Handwerkerauto braucht die passende Fahrzeugeinrichtung, damit das Werkzeug sowie Ersatzteile und Kleinteile, die am Auftragsort benötigt werden, übersichtlich untergebracht werden können. Besonders für Zimmerer ist Platz im Fahrzeug sehr wichtig.

Es gibt spezielle Systeme für jedes Gewerk, die dabei helfen das Werkzeug und andere Utensilien übersichtlich unterzubringen. Meist handelt es sich um ein spezielles und umfangreiches Regalsystem mit optimaler Raumausnutzung, angepasst auf das jeweilige Fahrzeugmodell.

Der Innenausbau sorgt sowohl für die Ladungssicherung als auch für Effizienz bei der täglichen Arbeit. Oft müssen große Werkstücke zusätzlich zum Arbeitsmaterial transportiert werden. Zusammen mit einem Dachträgersystem, das zum Transport längerer Werkstücke dient, ist der Zimmerer optimal ausgestattet und hinterlässt gleichzeitig einen guten Eindruck beim Kunden, wenn das Fahrzeug übersichtlich sortiert ist.

In der Regel bieten die gängigen Einrichtungsspezialisten immer ein Standard- beziehungsweise Starterprogramm an, das sich nach Bedarf individuell erweitern lässt. Ab 1.000 bis 1.500 Euro sind solche Module zu bekommen.

Folierung
Das Auto ist eine günstige Werbefläche, auf die kein Gründer verzichten sollte. Dies gilt besonders, da es in der Regel am jeweiligen Einsatzort steht und daher eine Verknüpfung der Leistungen, welche der Betrieb erbringt mit dem Namen des Betriebs automatisch erfolgen kann.

Ein deutlich sichtbares Logo, der Firmenname, die Anschrift und eine Telefonnummer müssen natürlich auf dem Fahrzeug deutlich zu sehen sein. Die Werbung bringen Spezialbetriebe mittels Folien ab etwa 150 Euro pro Fahrzeug an.

Werkzeug

Welche Werkzeuge eine Zimmerei benötigt, hängt vom angebotenem Leistungsspektrum ab.
Ein Koffer mit Abbundwerkzeug schlägt bereits mit etwa 1.500 Euro zu Buche.

Mit Lattwerkzeugen, Balkenzügen und verschiedenen Spannern, steigen die Anschaffungskosten schnell auf eine Summe zwischen 5.000 und 10.000 Euro.

Arbeitskleidung

Zimmerer arbeiten im Freien und pflegen eine traditionelle Kluft zu tragen. Aber es gibt auch andere Schnitte, die getragen werden können. Die Kleidung sollte elastisch und funktional sein. Dabei ist es egal ob es sich um Zunfthosen und Zimmermannswesten handelt oder ob es eine funktionale Arbeitshose mit Stretchanteil ist, die eine gute Bewegungsfreiheit bietet. Im Sommer sind kurze Arbeitshosen zu empfehlen, da es auf dem Dach oftmals recht heiß werden kann. Für den Winter eignet sich eine wasserdichte Softshelljacke die atmungsaktiv ist.

Hose, Weste, Jacke und nach Wunsch auch ein traditioneller Zimmermannshut, kosten mindestens 250 Euro. Wichtiger ist aber die persönliche Schutzausrüstung für den Zimmermann.

Schutzkleidung für Zimmerer
Da ein Zimmerer auf Baustellen arbeitet und mit gefährlichen Werkzeugen in großer Höhe hantiert, braucht er in jedem Fall Sicherheitsschuhe mit rutschhemmender Sohle (S3 SRC Sicherheitsschuhe), alternativ gibt auch spezielle Dachdeckerschuhe. Außerdem Handschuhe, einen Schutzhelm, eine Schutzbrille beziehungsweise Gesichtsschutzschilder und eine Schnittschutzhose und Schnittschutzschuhe, wenn er mit Motorsägen hantiert. Sinnvoll ist dann auch ein Gehörschutz.

Für die Schutzausrüstung ist mit mindestens 1.000 Euro zu rechnen.

Büro / Computer

Zimmerer empfangen Kunden nicht im Betrieb, sondern beraten diese vor Ort an der geplanten Baustelle. Daher genügt ein Arbeitsplatz in den Privaträumen, der mit Telefon und Computer ausgestattet ist.

Neben einer normale Bürosoftware sollte der Zimmermann auch über CAD-Programme verfügen, um professionelle Plane zu erstellen. Aus diesem Grund sind etwa 1.000 bis 2.000 Euro für die Ausrüstung im Büro zu veranschlagen

Geschäftsausstattung: Briefpapier, Logo und Visitenkarten

Die Seriosität des Unternehmens unterstreicht ein einheitliches und professionelles Erscheinungsbild. Gründer sollten sich an einen Webdesigner oder eine Grafikagentur wenden, um sich ein individuelles Logo und das Layout von Visitenkarten sowie Geschäftspapier erstellen zu lassen.

Einige Agenturen bieten ein solches Komplettpaket für Gründer mit Kosten von 500 bis 1.000 Euro an.

Lager / Werkstatt

Eine Aussage ob ein Lager oder eine Werkstatt notwendig ist, lässt sich pauschal nicht feststellen. Zimmerer können beispielsweise auf Halbfertigerzeugnisse zurückgreifen und ausschließlich vor Ort beim Kunden arbeiten.

Allerdings sollte zumindest eine Halle in der Größe einer Doppelgarage zur Verfügung stehen. Eine hochwertige Kreissäge und einige Regale reichen als Grundausstattung aus. Für diesen Posten ist mit mindestens 5.000 Euro zu rechnen

Laufende Kosten

Die laufenden Kosten sind bei der Gründungskalkulation von großer Bedeutung. Selbst wenn der Zimmerer schnell Aufträge bekommt, kann er die ersten Zahlungseingänge erst nach einigen Monaten erwarten.

Hohe Kosten fallen besonders für das notwendige Personal an. Um diese zu sparen ist es sinnvoll, sich mit einem anderen Gründer zusammenzuschließen.

Realistisch ist eine Kalkulation von 5.000 und 10.000 Euro pro Monat, um die laufenden Kosten zu decken.

Mitgliedschaften

Zimmerer sind verpflichtet, Mitglied der Handwerkskammer zu werden und müssen meist auch der Sozialkasse des Bauhandwerks (SoKA Bau) beitreten.

Handwerkskammer
Die Beiträge für die Handwerkskammer bestimmen die regionalen Kammern unterschiedlich. In der Regel orientieren sie sich am Gewinn des drittvorangegangenen Jahres. Sofern der Gewinn unter 25.000 Euro liegt, ist mit einem Jahresbeitrag von 120 bis 270 Euro zu rechnen.

Hinweis: Existenzgründer, die als Einzelunternehmer agieren müssen in den ersten 4 Jahren meist deutlich weniger zahlen.

Berufsgenossenschaft
Zimmerer müssen sich bei der Berufsgenossenschaft Holz und Metall anmelden. Die Genossenschaften legen die tatsächlich angefallenen Kosten nach einem Schlüssel um. Dieser orientiert sich an der Bruttolohnsumme, der Gefahrklasse und der Art des Risikos.

Wenn der Betrieb keine Mitarbeiter beschäftigt und daher keine Löhne zu zahlen sind, fallen keine Beiträge an. Unternehmer sollten sich aber freiwillig versichern.

Innungen
Der Bund Deutscher Zimmermeister ist der Dachverband der Zimmerer. Er untergliedert sich in 17 Landesverbände, die sich in regionale Innungen aufspalten. Für Existenzgründer lohnt sich eine Mitgliedschaft, da sie bei den Verbänden Hilfe bei der Beschaffung finden und Ihnen erfahrene Meister mit Rat zur Seite stehen.

Personal

Zimmerer können nur sehr selten komplett alleine arbeiten. Das Beschäftigen von Minijobbern löst das Problem nicht, da der Helfer über ausreichende Erfahrung mit Zimmererarbeit verfügen sollte. Es dürfte schwierig sein eine Person mit ausreichender Qualifikation zu finden, die keine Vollzeitbeschäftigung anstrebt. Ein Mitarbeiter verursacht Lohnkosten von mindestens 2.000 Euro im Monat.

Fahrzeug

Neben den Kosten für Personal sind die Fahrzeuge eine große finanzielle Belastung in der Gründungszeit.

Leasing
Da die Fahrzeuge vom Leasinggeber gegen Entgelt zur Verfügung stehen, sind regelmäßige Zahlungen zu leisten. Für einen neuwertigen Lkw betragen die Leasingraten zwischen 1.000 und 5.000 Euro, für ein gebrauchtes Nutzfahrzeug oder einen Pkw fallen 200 bis 500 Euro an.

Treibstoff
Da Zimmerer die Fahrzeuge meist nicht intensiv nutzen, ist die Fahrleistung relativ gering. Vorsichtig geschätzt sind zwischen 100 und 200 Euro für Treibstoff zu erwarten.

Kfz-Steuer
Das Finanzamt verlangt die Steuer für ein Jahr im Voraus ab dem Tag der Zulassung. Sie beträgt zwischen 200 und 700 Euro je nach Alter, Leistung und Schadstoffklasse des Fahrzeugs.

Versicherung
Ohne Vollkaskoversicherung ist Leasing nicht möglich. Daher sind die Kosten recht hoch. Es lohnt, viele Angebote zu vergleichen, da die Versicherungen individuell, nach Typklasse, der jährlichen Fahrleistung, dem Abstellort und Art der Fracht frei kalkulieren. Beträge zwischen 1.500 und 5.000 Euro sind für Pkw und Lkw zusammen realistisch.

Tipp: Versicherungsmakler können oft Sonderkonditionen anbieten.

Verschleiß / Wartung
Ein Lkw muss jährlich zu einer Hauptuntersuchung und je nach Gesamtgewicht alle sechs Monate zur Sicherheitsprüfung. Aus diesem Grund fallen zwischen 200 und 500 Euro im Jahr an Wartungskosten für größere Fahrzeuge an.

Zusätzlich sollten Gründer für Ölwechsel, Austausch von Verschleißteilen wie Reifen, Bremsen und Auspuff sowie unerwarteten Reparaturen (bei einem älteren Fahrzeug) etwa 2.000 Euro einplanen.

Versicherungen

Als Vollhandwerker sind Zimmerer verpflichtet, Mitglied der Handwerkerversicherung (gesetzlichen Rentenversicherung) zu werden. Dies verursacht abhängig von der Region Kosten von 390 beziehungsweise 480 Euro. Obwohl diese keine Betriebsausgaben sind, müssen Gründer auch diese Kosten berücksichtigen.

Bedingt durch das hohe Maß an Verantwortung, welches ein Zimmerer trägt, kann er auf eine Betriebshaftpflichtversicherung nicht verzichten. Wenn er auch eine Werkstatt mit teurem Inventar unterhält, ist auch eine Absicherung gegen Inventarverlust und Ertragsausfälle sinnvoll.

Für diese Versicherungen sind Kosten von 50 bis 100 Euro im Monat einzukalkulieren.

Miete / Nebenkosten / Strom / Wasser / Telefon

Sofern sich der Zimmerer auf eine kleine Werkstatt mit Lager beschränkt und kein Büro hat, reichen 300 bis 600 Euro für Mieten, Energie-, Wasser- und Telefonkosten aus.

Marketing

Gründer sollten sich intensiv mit Marketing befassen. Nur wenn potenzielle Kunden das Angebot der Firma kennen, werden sie es nutzen. Der Aufwand und die Kosten sind zu Beginn beträchtlich.

Webseite
Die Webseite des Zimmerers sollte auf Kunden einen gepflegten Eindruck machen. Sie sollte keine Schreibfehler aufweisen und natürlich suchmaschinenoptimiert gestaltet sein, damit Kunden die Seite im Netz finden, wenn sie nach einem Zimmerer in ihrer Nähe suchen. 30 bis 80 Euro sind monatlich für die Pflege der Webseite einzuplanen.

Werbung online
Handwerkerplattformen wie MyHammer sind ideal, um viele Interessenten über das Leistungsspektrum des Betriebs zu informieren und neue Aufträge zu bekommen. Dank der guten Reichweite in den Suchmaschinen, wird der Betrieb leicht gefunden

Werbung offline
Es kann außerdem sinnvoll sein, beispielsweise in den Gelben Seiten eine Anzeige zu schalten, die online und offline angezeigt wird. Zusätzlich sollten Gründer regelmäßig Anzeigen in regionalen Medien schalten und sich aktiv mit Dachdeckern, Architekten und Sanierungsbetrieben in Verbindung setzen. Für diese kann es interessant sein, Zimmerarbeiten an einen Fachbetrieb auszulagern, statt sie selbst durchzuführen.

Checkliste: als Zimmerer selbständig machen

  • Sind die fachlichen Voraussetzungen erfüllt? -> Meisterbrief
  • Ist ein ausreichendes Gründungskapital für den Start vorhanden? -> Businessplan erstellen, um Kredite und Zuschüsse zu bekommen.
  • Gewerbeanmeldung erledigen
  • Bei der Handwerkskammer, der SoKa Bau und der Berufsgenossenschaft melden
  • Wenn gewünscht, Mitgliedschaft bei der zuständigen Innung des Bundeslandes beantragen
  • Büroausstattung und Fahrzeuge erwerben
  • Werkzeuge, Maschinen und Arbeitskleidung beschaffen
  • Werbung für den Betrieb machen
  • Aufträge annehmen und Termine bei den Kunden planen

Beschaffung

Gründer dürfen nicht auf hochwertige Werkzeuge verzichten. Statt sich mit Baumarktqualität zufriedenzugeben, sollten sie versuchen hochwertige gebrauchte Waren zu erstehen. Innungen und Handwerkskammern helfen bei der Beschaffung.

Spezialisierungen

Zimmerer sollten sich zu Beginn spezialisieren und nicht alle Arbeiten anbieten. Denkbar ist, sich auf den Bau von Garagen, Carports, Wintergärten und ähnlichen Bauwerken zu beschränken.

Auch der Bereich des Dachausbaus oder der Dämmung ist sehr lukrativ.
Nur wenige Zimmerer sind im Bereich des Denkmalschutzes aktiv. Es ist daher eine Marktlücke, den Fokus auf Fachwerkhäuser zu richten.

Zertifizierungen
Das RAL Gütezeichen Holzhausbau (RAL-GZ 422), das RAL Gütezeichen Blockhausbau (RAL-GZ 402) und das RAL Gütezeichen Dachbau (RAL GZ 429) belegen die Qualität der Arbeit in den jeweiligen Bereichen.

Interessant können auch Zertifikate über Kenntnisse im Fachwerkbau sein oder im Bereich der Wärmedämmung.

Die Zertifizierung Bau GmbH erteilt die Zertifikate „Meisterhaft bauen“ in drei Stufen. Dies belegen allgemein die vorbildliche Leistung und meisterhafte Qualität.


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