Grundsätzlich beschäftigt sich ein Trockenbauer mit allen raumbegrenzenden Konstruktionen des Innenausbaus aus werkmäßig vorgefertigten Bauteilen und Baustoffen, die in trockener Bauweise montiert oder weiterverarbeitet werden können. Der Trockenbau ermöglicht dank seinem Systembauverfahren ein erheblich schnelleres Bauen und besondere Gestaltungsmöglichkeiten im Bereich der modernen Gebäudeakustik.

Die Konkurrenz- und Marktlage für Trockenbauer

Trockenbauer, fachlich richtig Trockenbaumonteure genannt, werden immer gefragt sein. Es handelt sich bei diesem Gewerk um einen Bereich des Ausbaugewerbes, welches immer einer starken Nachfrage bekommt. Auch das Erstellen von Wärme-, Kälte- und Schallschutzdämmungen gehört ebenso in das Aufgabengebiet eines Trockenbaumonteurs. Auf vielen Baustellen und auch in Neubauten sind die Arbeiten eines Trockenbauers unverzichtbar.

Am Anfang der Existenzgründung steht die Frage, ob sich die Selbständigkeit nur auf den Trockenbau beziehen soll oder ob weitere Leistungen am Bau erbracht werden sollen. Wer vielfältige Leistungen aus einer Hand anbietet, schafft sich automatisch eine größere Zielgruppe und macht es seinen Auftraggebern leichter, wenn diese die verschiedenen Arbeiten nicht aufwändig koordinieren müssen.

Konzentriert sich der Existenzgründer nur auf den Trockenbau, braucht er ein bereits funktionierendes Netzwerk an Handwerkern, die die anderen Gewerke ausführen. Dazu braucht es meist bereits einen vorhandenen Kundenstamm oder bestehende Kooperationen mit anderen Handwerksunternehmen. Um die richtige Entscheidung hier zu treffen, spielen nicht nur die eigenen Fähigkeiten, sondern auch die Wettbewerbssituation eine Rolle. Wer einen Trockenbaubetrieb gründen möchte, muss die Situation vor Ort deshalb genau analysieren, um die potenzielle Auftragslage abschätzen zu können.

Der Existenzgründer sollte sich außerdem überlegen, in welchem Umkreisradius er seine Arbeiten anbieten möchte. Bis zu welcher Entfernung lohnen sich Leistungsangebote? Hier gilt es genau durchzurechnen welche Materialkosten, Aufwendung für Steuern und die eigenen Lebenskosten notwendig sind, damit die Angebote nachhaltig kalkuliert sind. Es lohnt nicht, Kunden mit Billigangeboten zu locken, denn das kann schnell zu finanziellen Engpässen führen. Gerade im Trockenbau hat Qualität seinen Preis und es ist nicht automatisch davon auszugehen, dass die Kunden immer den billigsten Anbieter wählen, weil die Arbeiten absolute Vertrauenssache sind.

Fachliche Voraussetzungen für die Existenzgründung als Trockenbauer

Seit dem Jahr 2000 ist es nicht mehr notwendig, für die Arbeit als selbständiger Trockenbauer einen Meisterbrief zu besitzen. Beim Trockenbau handelt es sich um keine wesentliche Tätigkeit des Vollhandwerks. Die Arbeiten dürfen auch Unternehmen ausführen, welche nicht in die Handwerksrolle eingetragen sind

Ein Meisterbrief ist bei einem breiteren Leistungsangebot notwendig
Beim Trockenbau handelt es sich nicht um tragende Wände, deshalb spielt der Sicherheitsaspekt keine große Rolle. Wenn aber innerhalb des Leistungsspektrums bauliche Maßnahmen angeboten werden, die sicherheitsrelevant sind, muss in diesem Falle ein Meistertitel nachgewiesen werden.

Generell darf der Trockenbau von verschiedenen Gewerken ausgeführt werden. Für die Anmeldung des Gewerbes ist eine Handwerkskarte erforderlich, diese stellt die örtliche IHK aus, wenn die notwendige Qualifikation gegeben ist.

In die Handwerksrolle eingetragen werden müssen Betriebe, die neben dem Trocken- und Akustikbau weitere Leistungen anbieten, welche zum Kernbereich eines anderen Handwerks zählen.

Hinweis: Entsprechend Paragraf 3 Absatz 1 der Handwerksordnung kann die Eintragspflicht entfallen, wenn der handwerkliche Teil einen unerheblichen Umfang als Nebenbetrieb ausmacht.

Fach-, General- oder Totalunternehmer werden?

Je nachdem was der Existenzgründer anbieten möchte, muss die Baufirma als Fach-, General- oder Totalunternehmen geführt werden. Das ist wichtig für die Kunden, ebenso für die Erstellung von Verträgen.

Wenn der Unternehmer sich in einem bestimmten Gewerk selbständig machen möchte, also im Hochbau, Tiefbau, der Montage oder dem Messebau, handelt es sich um ein sogenanntes Fachunternehmen.

Wenn der Existenzgründer verschiedene Bauleistungen anbieten möchte und einige Aufträge an Sub- und Nachunternehmen vergibt, dann handelt es sich um ein Generalunternehmen. Der Totalunternehmer plant hingegen ganzheitliche Bauprojekte und führt sie durch. Für dieses Vorhaben werden aber weitere Qualifikationen benötigt.

Als Subunternehmer braucht man eine Unbedenklichkeitsbescheinigung

Wer sich als Subunternehmer im Bereich Trockenbau selbständig macht, benötigt eine Unbedenklichkeitserklärung des Finanzamtes. Nur mit diesem Nachweis dürfen andere Unternehmen dem Subunternehmer Aufträge erteilen.

Gründungskosten eines Trockenbaubetriebs

Es wird schwierig, sich als Ein-Mann-Unternehmen im Bereich Trockenbau selbständig zu machen. Oft müssen großflächige Arbeiten innerhalb weniger Tage erledigt werden. Deshalb sind in die Kostenkalkulation der Gründung auch die Lohnkosten für Angestellte mit einzukalkulieren. Die Situation zu Anfang ist meist noch relativ unsicher, weshalb flexible Anstellungsformen der Mitarbeiter vorzuziehen sind.

Der Kapitalbedarf für die Gründung eines Trockenbaubetriebes ist hoch. Hohe Investitions- und monatliche Fixkosten sind der Fall. Hier gibt es verschiedene Förderprogramme in den einzelnen Bundesländern.

Kosten für die Grundausstattung

Je nach Ausstattung ist mit 5.000 bis 10.000 Euro für die reinen Arbeitsgeräte zu rechnen. Hinzu kommen kosten für einen Transporter für den Transport des Materials, die Arbeitskleidung und Werbungskosten für den Betrieb.

Fahrzeug

Ein Transporter ist für Trockenbaumonteur zwingend notwendig, da er manchmal auch einzelne Trockenbaumodule zur Baustelle transportieren muss. Gute Automodelle für Trockenbauer sind beispielsweise der VW Crafter, der Amarok mit offener Ladefläche oder der Mercedes Vito, der Ford Transit und Peugeot Sortimo sowie Modelle ähnlicher Typklassen von anderen Herstellern.

Leasing Sonderanzahlung
Generell gilt bei einer Gründung: Leasen ist vorteilhafter als Kaufen. Das Leasing schont als Finanzierungsinstrument die Liquidität und die Leasing Sonderzahlung ist als Betriebsausgabe steuerlich absetzbar. Mehr dazu in unserem Artikel zur Grundausstattung eines Handwerksbetriebs. [Link zu /grundausstattung#Fahrzeuge]

Anzahlungen im Rahmen von 1.000 bis 10.000 Euro sind hier üblich.

Fahrzeugeinrichtung / Innenausbau
Jedes Handwerkerauto braucht die passende Fahrzeugeinrichtung, damit das Werkzeug, das Material sowie Ersatzteile und Kleinteile, die am Auftragsort unabdingbar sind, übersichtlich untergebracht werden können.

Das Fahrzeug für den Trockenbauer benötigt viel Platz, beispielsweise für den Transport von Spannplatten oder Rigipsplatten. Es gibt verschiedene Systeme, die dafür ausgelegt sind, den Laderaum des Transporters optimal zu nutzen. Am besten eignet sich zusätzlich ein Dachträgersystem mit Lastenkorb, das für den Transport von sperrigen Lasten und großen Gegenständen geeignet ist.

Der Innenausbau sorgt sowohl für die Ladungssicherung und für Effizienz bei der täglichen Arbeit. Die wichtigsten Dinge werden hier untergebracht. Eine professionelle Fahrzeugeinrichtung ist deshalb unbedingt schon bei der Grundausstattung des Betriebes notwendig. In der Regel bieten die gängigen Einrichtungsspezialisten immer ein Standard- beziehungsweise Starterprogramm an, das sich nach Bedarf individuell erweitern lässt.
Es ist darauf zu achten, dass das Material und das Gewicht stimmen, sonst reduziert sich die Nutzlast des Fahrzeugs drastisch (Differenz zwischen Leer- und Gesamtgewicht). Aluminium oder Faserverbundstoffe sind in der Regel immer gut, aber Leichtmetall ist noch besser, weil es den besten Kompromiss zwischen Stabilität und Gewicht bietet.

Es gibt Komplettlösungen auch für das Malerfahrzeug, die von Spezialisten entwickelt wurden. Im Regelfall erfolgt die Kaufabwicklung über den jeweiligen Autohändler. Gute und brauchbare Angebote für Fahrzeuginneneinrichtungen und Aufbauten für Trockenbaufahrzeuge gibt es ab 2.000 Euro.

Folierung
Nicht zuletzt ist die Außenseite des Firmenfahrzeugs mit in die Kostenkalkulation für die Betriebsgründung mit einzubeziehen. Da der Existenzgründer oftmals an verschiedenen Orten unterwegs ist, ist eine Folierung des Autos mit Betriebslogo, Telefonnummer und Anschrift des Betriebes für die Firmenpräsentation besonders wichtig.

Die Konzeption und Gestaltung sollte gleich in die Gründungskalkulation mit aufgenommen werden. Eine Fahrzeugfolierung mit den wichtigsten Daten gibt es bei einigen Anbietern schon ab 150 Euro.

Kosten für die wichtigsten Werkzeuge und Maschinen

Für ein gutes Ergebnis bei den Trockenbauarbeiten ist die Verwendung eines hochwertigen Werkzeuges von großer Bedeutung. Für den Start braucht der Trockenbauer von der Wasserwaage bis zum Schneidewerkzeug alles, was einen fachgerechten Einbau von Trockenbauwänden erleichtert.

Arbeitskleidung für den Trockenbauer

Trockenbauer arbeiten meist in Latzhosen, die nicht nur sehr bequem für diese Arbeit sind, sondern mit ihren vielen Taschen auch ausreichend Platz für kleines Werkzeug und andere Arbeitsmaterialien bieten. Kombiniert wird die Latzhose mit einem robusten Hemd oder einem Shirt im Sommer und einer Weste im Winter.

Ein Trockenbauer arbeitet hauptsächlich im Innenbereich und benötigt deshalb selten Arbeitskleidung, die wintertauglich ist, aber Kleidung für kältere Bereiche, weil er oft auch in einem Rohbau arbeitet. Ein strapazierfähiges Mischgewebe ist hier die richtige Wahl aus reiner und verstärkter Baumwolle mit Stretchanteil.

Auf alle Fälle sollte die Kleidung sachgerecht sein, einschließlich der Arbeitsschuhe, das ist im Arbeitsschutzgesetz vorgeschrieben. Gerade auf Baustellen können spitze Gegenstände herumliegen, welche die Schuhsohlen durchstechen können, deshalb sind Schuhe mit durchtrittsicheren Sohlen ratsam. Die Schuhe sollten mindestens den Anforderungen der DIN-Norm der Sicherheitsklasse S1P gerecht werden.

Für die Arbeitskleidung des Schreiners ist mit Kosten ab 500 Euro für die Grundausstattung zu kalkulieren.

Büro / Computer

Jeder Handwerker braucht einen Büroraum, in welchem er Rechnungen schreiben, Kundenaufträge annehmen und Material bestellen kann. Der Büroraum kann für den Anfang auch im eigenen Zuhause eingerichtet werden.

Für den PC und die notwendige Software sind mindestens 300 bis 500 Euro für den Start einzukalkulieren.

Geschäftsausstattung: Briefpapier, Logo und Visitenkarten

Im Idealfall sollten sich Gründer gleich zu Beginn um eine professionelle Geschäftsausstattung kümmern. Um kompetent und seriös vor dem Kunden auftreten zu können sind die Gestaltung eines Logos, das sich auf Briefpapier, Visitenkarten und der Homepage des Betriebes wiederfindet, wichtig.

Einige Grafikagenturen und Webdesigner bieten Gründerpakete an und beraten zu einer professionellen Geschäftsausstattung. Wichtig ist, dass alles aus einer Hand kommt. Für diesen Posten sind mindestens Kosten von 500 Euro einzukalkulieren.

Lager / Werkstatt

Der Trockenbaumonteur arbeitet nicht selten auch mit größerem Fertigbaumodulen und Wänden. Ein Lagerraum für Material und Hilfsmittel sollte deshalb zwingend vorhanden sein. Eine Werkstatt ist für den Trockenbauer in der Regel nicht notwendig, denn er arbeitet ausschließlich auf Baustellen, wo er die fertigen Trockenbauwände und Dämmschutz anbringt.

Kosten für Lagerräume sind von Region zu Region sehr unterschiedlich. Im Durchschnitt sollten hier zwischen sechs und zehn Euro pro Quadratmeter Lagerfläche gerechnet werden. Ein Lager ab 20 Quadratmetern ist sicherlich von Vorteil.

Laufende Kosten

Mitgliedschaften

Handwerkskammer
Die Mitgliedschaft in der Handwerkskammer ist bei einem Trockenbaubetrieb, der mehrere zulassungspflichtige Arbeiten anbietet, Pflicht. Die monatlichen Kosten für die Mitgliedschaft berufen sich auf eine Bemessungsgrundlage. Der Kammerbeitrag setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Er geht immer vom Gewinn des Gewerbebetriebs aus und zwar vom drittvorangegangenen Jahr. Auf dieser Bemessungsgrundlage wird der Grundbeitrag festgelegt, der pro Jahr in der Regel zwischen 131 und 304 Euro liegt.

Hinweis: Als Existenzgründer und Einzelunternehmer, welcher erstmalig ein Gewerbe anmeldet, gilt in den ersten vier Jahren eine Sonderregelung. Im Jahr der Gewerbeanmeldung sind die Gründer von den Beiträgen zur Handwerkskammer befreit. Für das zweite und dritte Jahr müssen sie nur die Hälfte des Grundbeitrages zahlen und es fällt kein Zusatzbeitrag an. Voraussetzung ist, dass es sich um ein Einzelunternehmen handelt und der Jahresgewinn unter 25.000 Euro liegt.

Betriebe, die ausschließlich Trockenbauarbeiten anbieten, sind nicht handwerksrollenpflichtig, auf Antrag können sie sich aus der Handwerksrolle löschen.

Innungen
Der Bundesverband in den Gewerken Trockenbau und Ausbau e.V. wurde 1998 als BIG (Bundesweite Interessensgemeinschaft Trockenbau e.V.) gegründet. Er arbeitet dafür, die Betriebe miteinander zu vernetzen, um ein Sprachrohr für den Trockenbau zu schaffen.

Wer Mitglied in der Gütegemeinschaft Trockenbau e.V. ist, zeichnet sich das das RAL-Gütesiegel aus, eine Auszeichnung vom Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung in Bonn. Ein Zusammenschluss von führenden deutschen Fachunternehmen des Trockenbaus, die sich freiwillig zu überdurchschnittlichen Leistungen verpflichtet haben.

Wer einen Betrieb führt, sollte Mitglied im Fachverband seines Bundeslandes sein. Eine Aufnahmegebühr ist hier in jedem Falle zu entrichten, die sich auf etwa 80 Euro beläuft. Oft ist die Mitgliedschaft für Existenzgründer im ersten Jahr kostenfrei. Die weiteren Mitgliedsbeiträge richten sich nach der Größe des Betriebes und dem Ertrag.

Für den Anfang ist mit etwa 300 bis 500 Euro an Mitgliedsbeitrag pro Jahr zu rechnen.

Fahrzeug

Auch die Firmenfahrzeuge des Trockenbauers verursachen laufende Kosten. Leasingraten, Benzin, Steuer, Versicherung und Werkstattkosten sind in der monatlichen Kostenkalkulation zu berücksichtigen.

Leasing
Leasing bedeutet leihen, der Handwerker zahlt also für das Firmenauto eine monatliche Leasingrate statt der einmaligen Kaufkosten für das Auto. Die monatlichen Leasingraten sind eine Betriebsausgabe und damit von den Betriebseinnahmen abziehbar. Das gilt auch für die Sonderzahlung zu Beginn. Dadurch lässt sich der Gewinn des ersten Jahres deutlich drücken. Bei der Rate kommt es sehr auf das Automodell und die Marke an.

Leasingraten belaufen sich in der Regel auf monatliche Kosten von 200 bis 1.000 Euro.

Benzin
Je nachdem wie groß das Einzugsgebiet des Trockenbauers ist, fallen unterschiedlich hohe Kosten für Benzin an. Auf der sicheren Seite ist, wer mit monatlich zwischen 150 und 500 Euro an Benzinkosten kalkuliert.

Kfz-Steuer
Die Kfz-Steuer ist im Voraus für die Dauer eines Jahres zu bezahlen und zwar ab der Zulassung und Anmeldung des Fahrzeuges als Firmenwagen. Bei der Berechnung der Kfz-Steuer sind Hubraum, Abgasnorm und der Kohlenstoffdioxidausstoß von Bedeutung. Dabei ist die Kfz-Steuer für LKWs deutlich geringer. Ob das Firmenfahrzeug als LKW eingestuft wird, hängt von der Bauart, der Einrichtung und dem äußeren Erscheinungsbild des Fahrzeugs ab.

Die Kfz-Steuer beträgt grob zwischen 200 und 700 Euro pro Jahr.

Kfz-Versicherung
Für die Versicherung des Firmenfahrzeugs sollte grundsätzlich eine Vollkaskoversicherung gewählt werden. Wenn das Fahrzeug geleast ist, ist dies häufig sogar vorgeschrieben. So ist eine vollständige Absicherung gegeben.

Die Kosten für die Versicherung hängen von der Typklasse, der Schadensfreiheitsklasse des Versicherungsnehmers, den jährlich gefahrenen Kilometern und vom Versicherungsunternehmen selbst ab.

Jährlich sollte hier mit Kosten von 700 bis 1.000 Euro pro Fahrzeug kalkuliert werden.

Verschleiß / Wartung
Auch die Wartungskosten eines Firmenfahrzeugs sind nicht zu unterschätzen. Alle zwei Jahre muss das Fahrzeug zur Hauptuntersuchung, was ungefähr 100 Euro kostet. Ebenso muss zwei Mal im Jahr das Öl gewechselt werden, was ebenfalls etwa 100 Euro kostet.

Verschleißteile wie Lichtmaschine, Bremsen, Auspuff oder Reifen müssen mit der Zeit ausgetauscht werden. Dabei sind aber Probleme mit der Elektronik des Fahrzeugs am teuersten. Die genauen Wartungskosten lassen sich nur schätzen, da sie individuell vom Fahrzeug abhängen.

Auf das Jahr verteilt ist durchschnittlich mit 50 bis 200 Euro an Wartungskosten pro Monat und Fahrzeug zu rechnen.

Versicherungen

Meist ist ein Trockenbauer nicht nur für sich selbst verantwortlich, sondern auch für seine Mitarbeiter und besitzt hohe Sachwerte. Schon kleine Nachlässigkeiten können für hohe Schäden verantwortlich sein. Eine Betriebshaftpflicht sollte deshalb unbedingt vorhanden sein, um sich vor eventuellen Forderungen in Millionenhöhe zu schützen.

Auch unbedingt vorhanden sein sollte eine Inhaltsversicherung für das Fahrzeug, ebenso wie eine Werkverkehrsversicherung, die die Inhaltsversicherung um weitere Gefahrenabsicherungen ergänzt.

Die Kosten hierfür belaufen sich auf 30 bis 50 Euro pro Monat. Ferner sind Versicherungsbeiträge für die eigene soziale Absicherung im Krankheitsfall und im Alter zu zahlen. Hierfür sind mindestens 300 Euro zu veranschlagen.

Miete, Nebenkosten, Strom, Wasser und Telefon

Der Gründer muss die Kosten für Miete von Lager, Wohnung, Lebensmittel und Kleidung, Telefon, Strom und Wasser jeden Monat zur Verfügung haben.

Eine Kalkulation von insgesamt 1.000 bis 2.500 Euro pro Monat ist hier sicherlich richtig angesetzt.

Wer einen größeren Auftrag annimmt, muss unter Umständen eine Aushilfe beschäftigen. Deren Lohn muss Trockenbauer fast immer vorfinanzieren, denn er bekommt das Geld vom Kunden erst nach Abschluss der Arbeiten.

Marketing

Auch ein Handwerker sollte an Werbung und Marketing denken, wenn er neue Kunden gewinnen möchte. Irgendwann lebt der Handwerker in der Regel von Mund-zu-Mund-Propaganda, aber zunächst muss er sich einen Namen machen. Kundenempfehlungen sind vor allem im Handwerksbereich sehr wichtig. Wer zuverlässig und freundlich ist, hat schon den Anfang für eine gute Werbung für sich gemacht.

Aber selbst wenn diese Art der Werbung gut funktioniert, sollte der Trockenbauer auch auf eine virtuelle Präsenz seines Betriebes nicht verzichten. Die Kosten für Marketing und Werbung liegen in dern ersten Jahren in der Regel höher als in den darauffolgenden.

Webseite
Eine zeitgemäße, keywordoptimierte und vor allem gepflegte Webseite wird auch für Handwerker immer wichtiger. Bei der Gewinnung von Neukunden steht nach der persönlichen Empfehlung die Internetrecherche längst an zweiter Stelle. Für die professionelle Pflege der Webseite können monatliche Kosten von 30 bis 80 Euro entstehen.

Auch ein Profil in Online-Portalen für Handwerker wie MyHammer, sind eine gute Möglichkeit, um sich als Trockenbaubetrieb in seiner Region zu etablieren.

Werbung online / offline
Bis der Betrieb sich auf dem Markt etabliert hat, dauert es in der Regel etwas. Gerade in den ersten Jahren ist einiges an Durchhaltevermögen gefragt. Einige Marketingmaßnahmen sind notwendig, um Kunden zu gewinnen.

Einwurfflyer, Zeitungswerbung und Kundenanschreiben sind mit monatlichen Kosten von etwa 50 bis 100 Euro in der Anfangszeit zu kalkulieren.

Checkliste: Als Tischler selbständig machen

  1. Sind die fachlichen Voraussetzungen erfüllt? evtl. Meisterbrief in einem verwandten Gewerk und Unbedenklichkeitserklärung vom Finanzamt, wenn als Subunternehmer gearbeitet wird
  2. Ist das Gründungskapital für den Start vorhanden?
  3. Mitgliedschaft in der Handwerkskammer (optionaler Eintrag in die Handwerksrolle, Voraussetzung Meisterbrief) und damit auch die Gewerbeanmeldung erledigen
  4. Strategische Ausrichtung vornehmen – nur Trockenbau oder ein ganzheitliches Leistungsspektrum?
  5. Innungsmitgliedschaft beim Fachverband des Bundeslandes beantragen (optional)
  6. Krankenkasse über die Gründung informieren
  7. Geschäftsausstattung wie Visitenkarten und Briefpapier in Auftrag geben
  8. Werkzeug und Arbeitskleidung beschaffen
  9. Material einkaufen
  10. Werbung für den Betrieb machen
  11. Aufträge annehmen und Termine bei den Kunden planen

Spezialisierungen im Bereich des Trockenbaus

Als Trockenbaumonteur eröffnen sich viele Möglichkeiten, sich durch Weiterbildungen zu spezialisieren. Umso besser ein Betrieb qualifiziert ist, desto leichter ist es für ihn, Kunden zu gewinnen.

Weiterbildungen und Qualifizierungen zeichnen einen Betrieb aus
Als Stuckateur lässt sich nach dem Meisterbrief eine Spezialisierung als Restaurator, der für hochwertige Wand- und Deckengestaltungen verantwortlich ist, verwirklichen.

Auch der Bundesverband des Trockenbau und Ausbau e.V. (BIG) bietet Weiterbildungen an, es gibt beispielsweise ein Qualifizierungsprogramm das sich „Pro Trockenbau“ nennt und einem Baukastensystem gleicht und mit dem man nach und nach verschiedene Qualifizierungsstufen erreichen kann. Wer diese Weiterbildung gemacht hat, wird vom Bundesverband als Qualitätsbetrieb ausgezeichnet.

Zertifizierungen
Wenn ein Betrieb mit dem RAL-Gütezeichen zertifiziert ist, garantiert er freiwillig eine kontinuierliche Qualitäts- und Gütesicherung und ist damit als kompetenter und zertifizierter Betrieb auch bei den Kunden leicht zu erkennen, das sichert Aufträge.


Titelbild Copyright: MyHammer