Die Arbeit als Treppenbauer ist ein durchaus interessantes Berufsbild. In diesem Bereich geht es um den Bau individueller Treppen oder den Einbau von vorgefertigten Teilen, die unterschiedliche Fertigungstechniken nach sich ziehen.

Die Konkurrenz- und Marktlage richtig einschätzen

Wer sich im Bereich Treppenbau selbständig machen möchte und Treppen nach Maß für den Kunden fertigt, muss Betonbauer, Metallbauer oder Tischler beziehungsweise Schreiner sein. Es kommt auf das Material der Treppe, die gebaut werden soll. Der Tischler ist für den Bau von Innentreppen zuständig, während Betonbauer und Metallbauer im Innen- und Außentreppenbau tätig sind.

Die Anzahl der Betriebe, die sich mit dem Treppenbau beschäftigen, ist schwer einzuschätzen. Derzeit sind deutschlandweit etwa 75.000 Bauunternehmen, 30.000 Metallbauer und 40.000 Tischlereien sowie 12.000 Zimmereien und unzählige Montagebetriebe auf dem Markt tätig.

Wer sich als Treppenbauer selbständig machen möchte, sollte sich die folgenden Fragen stellen, um Standort und Schwerpunkt seines Betriebes richtig zu wählen:

  • Wie viele Betriebe gibt es bereits in der Region, die Treppenbau anbieten?
  • Welche Art von Treppen wird angeboten?
  • Besitze ich das notwendige Knowhow im Bereich Treppenbau?
  • Biete ich den Einbau von genormten Baufertigteilen an oder möchte ich im Bereich individueller Treppenbau tätig sein?

Wichtig für Treppenbauer sind handwerkliches Geschick und ein Grundverständnis von Mathematik sowie der gekonnte Umgang mit speziellen Computerprogrammen. Im Treppenbau wird immer mit dem Computer gearbeitet, um korrekte Berechnungen für Treppensteigungen aufzustellen und millimetergenau zu modellieren.

Fachliche Voraussetzungen für die Existenzgründung als Treppenbauer

Neben dem oben genannten technischen und mathematischen Verständnis für den Bau von Treppen, sind einige fachliche Voraussetzungen zu erfüllen, je nachdem in welchem Bereich des Treppenbaus die Gründung stattfinden soll.

Für Treppen aus genormten Baufertigteilen: keine Meisterpflicht
Treppenbauer, die Treppen aus vorgefertigten Teilen verwenden, gehören in die Sparte „Einbau von genormten Baufertigteilen“ dabei handelt es sich um ein zulassungsfreies handwerksähnliches Gewerbe (Handwerksordnung Anlage B, Abschnitt 2).

Wer sich in diesem Bereich selbständig machen möchte, muss keinen Meisterbrief vorweisen können. Dennoch ist ein Meistertitel in einem bestimmten Handwerksbereich, der mit dem Treppenbau zu tun hat, sinnvoll. Kunden vertrauen auf Kompetenz und fachliche Qualifikationen, die ein Betrieb vorweisen kann.

Treppen in Maßanfertigung – Meisterbrief wird bei Selbständigkeit benötigt
Wer Treppen selber nach Maß anfertigt, muss einen Meistertitel im Bereich Betonbauer, Metallbauer, Tischler/Schreiner oder Zimmermann vorweisen können. Dabei kommt es auf das Material der Treppen an, die der Betrieb bauen möchte. In allen drei Sparten handelt es sich um zulassungspflichtige Gewerke (Handwerksordnung – Anlage A).

Wer sich selbständig machen möchte benötigt einen Meisterbrief. In Ausnahmefällen ist es auch möglich, den Betrieb ohne Meisterbrief zu gründen.

Sonstige fachliche Voraussetzungen für selbständige Treppenbauer
Soll der Treppenbau im Bereich Metallbau stattfinden, ist eine Qualifizierung in der Metallbautechnik und Konstruktionstechnik notwendig. Es sind außerdem zahlreiche Vorschriften zu beachten sowie die Statik zu berücksichtigen. Kenntnisse auf diesen Gebieten sollten daher vorhanden sein.

Gründungskosten für Treppenbauer

Für die Gründung eines Treppenbau-Betriebes ist es ratsam sich an die Hausbank zu wenden, um ein Existenzgründungsdarlehen zu erfragen. Dies ist ein guter Test für den Businessplan. Wenn er die Bank nicht überzeugt, sollte der Gründer ihn überarbeiten.

Wer zunächst als Ein-Personen-Unternehmen beginnt, benötigt ein Gründungskapital von 50.000 bis 100.000 Euro. Es genügt meist etwa 20 Prozent Eigenkapital einzusetzen. Allerdings sollte auch eine Rücklage vorhanden sein, um die ersten Monate ohne nennenswerte Aufträge zu überbrücken. Auf der sicheren Seite ist, wer hier weitere 20.000 Euro einplant.

Die Kosten für die Gründung sind nur ein grober Anhaltspunkt, da sie auch stark davon abhängen, welche Art von Treppen gebaut werden sollen. Holztreppenbau benötigt ein geringeres Startkapital als ein Gründer, der sich mit dem Bau von Betontreppen selbständig machen möchte.

Kosten für die Grundausstattung

Bei den Kosten für die Grundausstattung handelt es sich ebenfalls um einen sehr groben Überblick, da die Werkzeugkosten und andere Dinge sich stark voneinander unterscheiden, je nachdem in welchem Bereich die Selbständigkeit begonnen werden soll.

Mit in die Kostenkalkulation der Grundausstattung gehören die Kosten für Auto, Lagerraum, möglicherweise eine Werkstatt und Büro sowie finanzielle Mittel für erste Marketingmaßnahmen und die Geschäftsausstattung des Betriebes.

Fahrzeug

Im Bereich Treppenbau wird ein kleiner Lkw als Unternehmensfahrzeug benötigt, der bei Kosten zwischen 30.000 und 70.000 Euro liegt. Mindestens aber wird ein Kastenwagen, wie beispielsweise der Ford Transit oder ein Opel Vivaro oder ähnliche Modelle von anderen Herstellern benötigt.

Ein Pkw für Besorgungen und im Kundentermine wahrzunehmen kostet je nach Alter zwischen 5.000 und 20.000 Euro. Um die Liquidität und das Rating zu verbessern ist es sinnvoll die Fahrzeuge zu leasen.

Leasingsonderzahlung
Generell gilt bei einer Gründung: Leasen ist vorteilhafter als Kaufen. Das Leasing schont als Finanzierungsinstrument die Liquidität und die Leasing Sonderzahlung ist als Betriebsausgabe steuerlich absetzbar. Mehr dazu in unserem Artikel zur Grundausstattung eines Handwerksbetriebs. [Link zu /grundausstattung#Fahrzeuge]

Interessant für Treppenbauer, die der Einnahmen-Überschussrechnung unterliegen und keine Bilanz erstellen: Die Leasingsonderzahlung darf der Betrieb sofort in voller Höhe als Betriebsausgabe absetzen. Dadurch sinkt der Gewinn des Anschaffungsjahrs und die Höhe der Steuerlast. Voraussetzung ist, dass der Firmenwagen überwiegend für das Geschäft genutzt wird, da sonst eine rückwirkende Kürzung des Betriebsausgabenabzugs droht.

Hinweis: Die Leasingsonderzahlung ist eine einmalig zu entrichtende Zahlung des Leasingnehmers an den Leasinggeber. Sie ist zu Beginn des Leasingverhältnisses fällig. Die Höhe hängt vom Anbieter vom Modell, der Automarke und der Bonität des Leasingnehmers ab. In Grenzen lässt sie sich frei vereinbaren. Je höher die Sonderzahlung, umso geringer sind die monatlichen Leasingraten. Die Sonderzahlungen betragen üblicherweise 1.000 bis 5.000 Euro.

Fahrzeugeinrichtung / Innenausbau
Jedes Handwerkerauto braucht die passende Fahrzeugeinrichtung, damit das Werkzeug sowie Ersatzteile und Hilfsmittel, die am Auftragsort benötigt werden, übersichtlich untergebracht werden und vor allem gesichert werden können.

Es gibt spezielle Systeme für Transporter, die dabei helfen das Werkzeug übersichtlich und sicher unterzubringen sowie Material sicher zur Baustelle zu transportieren. Meist handelt es sich um ein spezielles und umfangreiches Regalsystem mit optimaler Raumausnutzung, angepasst auf das jeweilige Fahrzeugmodell. Der Innenausbau sorgt sowohl für die Ladungssicherung und für Effizienz bei der täglichen Arbeit. In der Regel bieten die gängigen Einrichtungsspezialisten immer ein Standard- beziehungsweise Starterprogramm an, das sich nach Bedarf individuell erweitern lässt. Im Regelfall erfolgt die Kaufabwicklung über den jeweiligen Autohändler. Je nach Art der Ausstattung sind hierfür 1.000 bis 10.000 Euro zu veranschlagen

Folierung
Nicht zuletzt ist die Außenseite des Firmenfahrzeugs mit in die Kostenkalkulation für die Betriebsgründung mit einzubeziehen. Da der Handwerker oftmals an verschiedenen Orten unterwegs ist, ist eine Folierung des Autos mit Betriebslogo, Telefonnummer und Anschrift des Betriebes für die Firmenpräsentation besonders wichtig.

Fahrzeugbeschriftungen sind preiswerte Alternativen zu anderen Werbeformen wie beispielsweise ein Plakat oder Baustellenplanen. Bei guter Pflege hält die Folierung über viele Jahre auf dem Fahrzeug.

Die Konzeption und Gestaltung sollte gleich in die Gründungskalkulation mit aufgenommen werden. Eine Fahrzeugfolierung mit den wichtigsten Daten gibt es bei einigen Anbietern schon ab 150 Euro.

Werkzeug

Je nachdem, ob sich der Betrieb mit dem Bau von Holz-, Metall- oder Betontreppen beschäftigt, ist unterschiedliches Werkzeug notwendig und mit unterschiedlich hohen Kosten zu rechnen.

  • Metallbauer benötigen für den Treppenbau Schweiß- und Lötapparaturen Schleif- und Trenngeräte. Sowie verschiedene Bohrmaschinen und Akkuschrauber.
  • Tischler benötigen für den Bau einer Treppe Säge, Hobel und Werkbank und anderes Gerät.
  • Betonbauer: Benötigen einen Satz hochwertiger Kellen aus Edelstahl, Reibebrett, Maurerpfanne, Wasserwaage, Senklot, Maurerschnur, Mörteltrog und Maurerhammer reichen in der Regel aus.

Die Werkzeugkosten für den Start belaufen sich auf etwa 1.000 bis 2.000 Euro. Für alle Handwerker gehört in die Grundausstattung eine Software für die Treppenberechnung und Statik. Diese Software gibt es ab 1.000 Euro bei verschiedenen Anbietern zu erwerben. Für ein gutes und professionelles Programm muss man tiefer in die Tasche greifen.

Arbeitskleidung für Treppenbauer

Treppenbauer arbeiten sowohl im Innen- als auch im Außenbereich, deshalb sollte die Arbeitskleidung immer auch eine wetterfeste und warme Jacke beinhalten, die atmungsaktive Eigenschaften besitzt. Eine Latzhose, die genügend Taschen für Werkzeug bietet, ist ideal als Arbeitshose für Treppenbauer geeignet. Arbeitswesten bieten genügend Platz zum Verstauen von Werkzeug und sind auch an wärmeren Tagen geeignet. Ein Shirt oder ein Pullover rundet das Arbeits-Outfit des Treppenbauers ab.

Die Materialien sollten aus einem Polyester-Baumwollgewebe bestehen, denn diese sind hautfreundlich und gleichzeitig auch strapazierfähig sowie formbeständig und pflegeleicht. Wer viel auf den Knien arbeitet, für den sind Arbeitshosen mit Einschubtaschen für Kniepolster ideal.

Auf den Sicherheitsschutz achten
Schutzhandschuhe, die vor mechanische Risiken schützen, sind wichtig. Sie sollten Schnitt- und Durchstichfest nach DIN EN 388 / ISO 13997 sein.

Sicherheitsschuhe gemäß DGUV-Regel 112-191l, der Klasse S1P (öl- und benzinresistente Sohle, Durchtrittsicherheit) oder höher, sind von Vorteil und bei einigen Treppenbauarbeiten sogar vorgeschrieben.

Eine Schutzbrille die nach BGR 192, die Augen vor Spänen, Splittern, Körner,nund ähnlichen harten Stoffen schützt, gehört zur Ausrüstung des Metallbauers auch im Bereich Treppenbau. Diese muss zumindest beim Schweißen auch Schäden durch Licht und UV-Strahlung verhindern.

Für Arbeitskleidung sollte der Gründer etwa 500 bis 1.000 Euro an Kosten einkalkulieren.

Büro/Computer

Ein Gründer benötigt in den ersten Monaten nicht unbedingt ein externes Büro. Dieses lässt sich auch im eigenen Zuhause einrichten, um Kosten zu sparen. Ein Schreibtisch in der Wohnung reicht aus, um mit dem Kunden per Mail und Telefon kommunizieren zu können.

Ein PC zur Kommunikation mit den Kunden, für die Rechnungserstellung und die Buchhaltung unabdingbar. Eine Möglichkeit zur Annahme von Kundenaufträgen über Telefon und Internet sollte aber vorhanden sein.

Für den PC und die notwendige Software zur Betriebsführung sind mindestens 300 bis 500 Euro einzukalkulieren.

Geschäftsausstattung: Briefpapier, Logo und Visitenkarten

Im Idealfall sollten sich Gründer gleich zu Beginn um eine professionelle Geschäftsausstattung kümmern. Um kompetent und seriös vor dem Kunden auftreten zu können, ist die Gestaltung eines Logos, das sich auf Briefpapier, Visitenkarten und der Homepage des Betriebes wiederfindet, wichtig.

Einige Grafikagenturen und Webdesigner bieten Gründerpakete an und beraten zu einer professionellen Geschäftsausstattung. Wichtig ist, dass alles aus einer Hand kommt. Für diesen Posten sind mindestens Kosten von 500 Euro einzukalkulieren.

Lager

Im Normalfall muss der Treppenbauer oftmals halbfertige und Fertigteile sowie Material lagern. Für Regale und Schränke sind zirka 1.000 bis 2.000 Euro zu veranschlagen, da meist spezielle Ausrüstungen notwendig sind.

Werkstatt

Für einen Metallbauer, der im Bereich Treppenbau tätig ist, lohnt sich eventuell ein großer Maschinenpark mit Richtbänken und Messeinrichtungen. Ratsam ist, die Werkstatt mit Ausrüstung zu übernehmen, wenn ein Betrieb wegen Rentenantritt einen Nachfolger sucht, denn unter Umständen können die Gerätschaften sehr teuer sein.

Der Maschinenpark und die Werkstatt eines Tischlers, der im Bereich Treppenbau tätig ist, sollte aus einer Kreissäge, einer Bandsäge, einer Fräse und eine Hobelmaschine bestehen. Hierfür sind mindestens 15.000 Euro zu veranschlagen. Um die Treppenstufen in Form zu bringen. Der Betonbauer benötigt für Treppenbauarbeiten in seiner Werkstatt Formen, Schalbretter und eine Mischmaschine, die im Bereich von 300 bis 500 Euro an Anschaffungskosten liegen.

Im Idealfall schafft sich der Gründer im Bereich Treppenbau ein CNC-Bearbeitungszentrum für 20.000 bis 50.000 Euro an, um exakte und hochwertige Arbeit bieten zu können.

Als Minimum sind 20.000 Euro für die Werkstattausstattung erforderlich, sinnvoll ist mindestens 50.000 Euro zu investieren.

Laufende Kosten

Mitgliedschaften

Vollhandwerker sind verpflichtet Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung zu werden. Ferner besteht Beitrittspflicht zur Handwerkskammer. Betonbauer und manchmal auf Metallbauer müssen der SoKa Bau (Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft, rechtsfähiger Verein gemäß Paragraf § 22 BGB (ULAK) – Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes AG (ZVK)) und der Berufsgenossenschaft beitreten. Letztere ist nur zwingend, wenn es zumindest einen Arbeitnehmer gibt.

Handwerkskammer
Es besteht eine Zwangsmitgliedschaft in der örtlich zuständigen Handwerkskammer. Die monatlichen Beiträge richten sich nach dem Gewinn der Vorjahre. In der Regel beträgt der Grundbeitrag 120 bis 270 Euro, abhängig von der Höhe des Gewinns. Die Kammern belegen Betriebe, die über 25.000 Euro Gewinn erzielen mit einem Zusatzbeitrag in Höhe von etwa 0,6 Prozent.

Hinweis: Dank einer Sonderregelung zahlen Existenzgründer und Einzelunternehmer, welche erstmalig ein Gewerbe anmelden, in den ersten vier Jahren meist keine oder reduzierte Beiträge.

Berufsgenossenschaft
Metallbauer, Tischler und Zimmerleute müssen in der Berufsgenossenschaft Holz und Metall Mitglied werden. Betonbauer versichert die BG BAU -Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft. Die Genossenschaften beraten in Sicherheitsfragen und decken das Risiko von Berufsunfällen und Berufskrankheiten ab. Die Beiträge orientieren sich an den Gefahren und den Löhnen.
Der Vorstand legt den Beitragsfuß nach der Höhe Aufwendungen regelmäßig neu fest. Auch die Gefahrenklasse wird ständig neu bewertet.

Innungen
Der Bundesverband Metall – Vereinigung Deutscher Metallhandwerke (BVM) untergliedert sich in 360 Innungen des Metallhandwerks die13 Landesverbände bilden. Er vertritt die Interessen von über 14.000 Metallbetrieben. Die Mitgliedschaft ist freiwillig, bietet aber viel Vorteile, denn Kunden suchen oft bei den Innungen nach einem Betrieb. Außerdem genießen Innungsbetriebe einen Vertrauensvorteil. Ferner profitieren Innungsmitglieder von günstigen Konditionen beim Einkauf und ausführlichen Beratungen zu den unterschiedlichsten Themen.

Im Zentralverband Deutsches Baugewerbe, dem ältesten und größten Bauverband in Deutschland, sind etwa 35.000 mittelständische inhabergeführten Bauunternehmen organisiert. Der Verband untergliedert sich in 36 Fach- und Landesverbände.

Der Bundesinnungsverband für Tischler/Schreiner, Drechsler und Baufertigteilmonteure ist eine Dachorganisation von 15 Landesfachverbänden, die wiederum ihre Mitgliedsinnungen beziehungsweise einzelne Innungsbetriebe vertreten.

Die Innung Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister gehört zum Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e.V.

Je nach Innung fällt ein Grundbeitrag in Höhe von etwa 400 Euro jährlich und ein Zusatzbeitrag, der etwa 0,7 Prozent der Jahreslohnsumme (Brutto) beträgt.

Personal

Treppenbauer benötigen in der Regel immer Mitarbeiter. Ein bis zwei festangestellte Mitarbeiter sind oft von Anfang an nötig.

Tipp: Es ist ratsam das Unternehmen mit einer weiteren Person zu gründen, die auch bei den anfallenden Arbeiten hilft.

Fahrzeug

Auch das Firmenfahrzeug des Treppenbauers verursacht laufende Kosten. Leasingraten, Benzin, Steuer, Versicherung und Werkstattkosten sind in der monatlichen Kostenkalkulation zu berücksichtigen.

Leasing
Leasing, also das Nutzen eines fremden Fahrzeugs gegen Mietzahlung, bedeutet eine regelmäßige finanzielle Belastung. Für einen neuwertigen Lkw fallen im Monat zwischen 1.000 und 5.000 Euro an.
Hinweis: Die Raten sind Betriebskosten. Sie reduzieren den Gewinn und damit die Steuerlast.

Treibstoff
Treppenbauer nutzen die Fahrzeuge meist intensiv, weil sie an verschiedenen Baustellen arbeiten. Abhängig vom Einzugsgebiet ist mit einer Fahrleistung von 500 bis 1.000 Kilometer im Monat zu rechnen. Dies bedeutet Kosten von etwa 250 bis 300 Euro an Treibstoff.

Kfz-Steuer
Die Kfz-Steuer ist im Voraus für die Dauer eines Jahres zu bezahlen und zwar ab der Zulassung und Anmeldung des Fahrzeuges als Firmenwagen. Bei der Berechnung der Kfz-Steuer sind Hubraum, Abgasnorm und der Kohlenstoffdioxidausstoß von Bedeutung. Dabei ist die Kfz-Steuer für LKWs deutlich geringer. Ob das Firmenfahrzeug als LKW eingestuft wird, hängt von der Bauart, der Einrichtung und dem äußeren Erscheinungsbild des Fahrzeugs ab.

Die Kfz-Steuer beträgt grob zwischen 200 und 350 Euro pro Jahr.

Versicherung
Sofern die Fahrzeuge über Kredit oder Leasing finanziert werden, ist eine Vollkaskoversicherung unumgänglich. Die Beiträge berechnen die Versicherungen individuell, nach Typklasse, der jährlichen Fahrleistung, dem Abstellort und der Art der Fracht.

Kosten zwischen 1.500 und 5.000 Euro sind für Pkw und Lkw zusammen realistisch.

Verschleiß / Wartung
Jeder Lkw muss jährlich zu einer Hauptuntersuchung und je nach Gesamtgewicht alle sechs Monate zu einer Sicherheitsprüfung. Dies bedeutet insgesamt Kosten von 200 bis 500 Euro pro Jahr.

Zusätzlich sind für Ölwechsel, Austausch von Verschleißteilen wie Reifen, Bremsen und Auspuff sowie unerwartete Reparaturen etwa 2.000 Euro einzuplanen.

Versicherungen

Handwerker sind verpflichtet, sich in der gesetzlichen Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung abzusichern. Hierfür sind 400 bis 800 Euro monatlich zu veranschlagen.

Ein Treppenbaubetrieb trägt ein hohes Maß an Verantwortung. Daher ist eine Betriebshaftpflichtversicherung extrem wichtig. Sofern eine Werkstatt mit teurem Inventar vorhanden ist, sollte auch eine Inhaltsversicherung nicht fehlen. Eine Absicherung gegen Ertragsausfälle lohnt sich, sobald die ersten Umsätze einsetzen. Für diese Versicherungen ist ein Betrag von 30 bis 80 Euro im Monat einzukalkulieren.

Miete / Nebenkosten / Strom / Wasser / Telefon

Werkstatt und Lagerraum mieten die meisten Gründer. Die Räumlichkeiten sollten eine Grundfläche von mindestens 100 Quadratmetern aufweisen. Es ist mit Kosten von etwa 1.000 Euro Miete im Monat zu rechnen, je nachdem welche Lage die Werkstatt hat

Hinzukommen kommen noch regelmäßige Zahlungen für Energie, Wasser und Telefon hinzu. Grob geschätzt muss der Metallbauer mit einer Summe von 500 bis 1.000 Euro zusätzlich zur Miete rechnen.

Marketing

Auch ein Handwerker sollte Werbung machen, um neue Kunden zu gewinnen. Im Gründungsjahr können die Kosten für Marketing und Werbung höher liegen als in den darauffolgenden Jahren.

Webseite
Eine zeitgemäße und vor allem gepflegte und suchmaschinenoptimierte Webseite wird auch für Handwerker immer wichtiger. Bei der Gewinnung von Neukunden steht nach der persönlichen Empfehlung die Internetrecherche längst an zweiter Stelle. Gerade Treppenbauer können auf ihrer eigenen Homepage auf ihr Können aufmerksam machen und Referenzen sowie Arbeitsbeispiele zeigen.

Für die professionelle Pflege der Webseite können monatliche Kosten von 30 bis 80 Euro entstehen.

Werbung online
Die Anmeldung auf Handwerkerportalen wie MyHammer lohnt sich, wenn man von der Reichweite in den Suchmaschinen, die diese Portale bieten, profitieren möchte. Hier kann sich der Betrieb präsentieren, Arbeitsbeispiele hochladen und Empfehlungen und Referenzen von zufriedenen Kunden erhalten, was wiederum der Gewinnung von Neukunden dienen kann.

Werbung offline
Es lohnt sich, direkte Kontakte mit Kunden auf Messen und Konferenzen zu knüpfen und sich von zufriedenen Kunden weiterempfehlen zu lassen. Eine freundliche und offene Kommunikation am Telefon und per Mail gehört dazu, wenn man seine Kunden halten möchte. Zufriedene Kunden kommen wieder.

Auch Flyer, Plakat- und Rundfunkwerbung ist für Treppenbauer lohnenswert. Wenn es sich anbietet, kann man auch einen Tag der offenen Tür veranstalten um dort die gängigsten Treppenbaumodelle vorzustellen. Anzeigen in regionalen Anzeigenblättern und Flyer kosten etwa 500 – 1.500 Euro im Monat.

Checkliste: Als Treppenbauer selbständig machen

  1. Sind die fachlichen Voraussetzungen erfüllt? Ein Meisterbrief ist Voraussetzung in allen drei möglichen Gewerken
  2. Ist das Gründungskapital für den Start vorhanden?
  3. Gewerbeanmeldung erledigen / Eintrag als erlaubnispflichtiges Handwerk bei der Handwerkskammer beantragen.
  4. Innungsmitgliedschaft beim Fachverband des Bundeslandes beantragen (opitonal)
  5. Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft beantragen
  6. Geschäftsausstattung wie Visitenkarten und Briefpapier in Auftrag geben
  7. Werkzeug und Arbeitskleidung beschaffen
  8. Material einkaufen
  9. Werbung für den Betrieb machen
  10. Aufträge annehmen und Termine bei den Kunden planen

Materialbeschaffung

In der Regel sind hochwertige gebrauchte Maschinen besser als günstige Produkte aus dem Baumarkt. Im Internet finden sich viele Portale, die sich auf den Handel mit gebrauchten Werkstattausrüstungen spezialisiert haben.

Es lohnt auch, bei der Handwerkskammer nachzufragen, ob ein geeigneter Betrieb in der Nähe einen Nachfolger sucht. Eine Übernahme eines bestehenden Betriebs erleichtert den Start in die Selbstständigkeit erheblich.

Spezialisierungen im Treppenbau

Beim Handwerk des Treppenbauers handelt es sich um eine Spezialisierung, die ein Schreiner, Metallbauer oder Betonbauer anbieten kann. Je nach Gewerk ist auch das Material für den Treppenbau festgelegt, der angeboten wird. Während Schreiner und Tischler sich hauptsächlich auf Innentreppen konzentrieren, sind Metallbauer und Betonbauer sowohl für Innen-, als auch für Außentreppen zuständig.

Zertifizierungen

  • Wer im Baubereich Schweißarbeiten erledigt, muss eine Schweißerprüfung ablegen und benötigt oft auch eine Herstellerqualifikation zum Schweißen von Stahlbauten nach DIN 18800-2002:2002-09
  • Hersteller oder sogenannte Inverkehrbringer tragender Bauteile aus Stahl und Aluminium benötigen seit dem 01.07.2014 eine Zertifizierung nach DIN EN 1090. Betriebe, die ohne dieses Zertifikat solche Bauteile liefern, gehen das Risiko ein, dass der Kunde die Rechnung nicht bezahlen muss. Außerdem drohen Strafen und der Verlust des Schutzes durch die Betriebshaftpflicht.


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