Ein Raumausstatter ist in vielen Bereichen tätig. Es dreht sich alles rund ums Wohnen und die Inneneinrichtung von Gebäuden. Handwerklich ist er in den Bereichen Polstern, Bodenlegen, Nähen, Wandbekleidung, Anbringen von Sonnenschutz und der Montage in Innenräumen zuständig. Kurzum: Raumausstatter gestalten und dekorieren Innenräume im Wohnungs- oder gewerblichen Bereich. Außerdem ist der Raumausstatter viel mit der Beratung von Kunden beschäftigt.

Aktuelle Info - September 2019

Achtung Gründer ohne Meisterbrief

Jetzt noch schnell Raumausstatter-Betrieb gründen – vor Wiedereinführung der Meisterpflicht!

Pläne der Bundesregierung sehen vor, ab Anfang 2020 die Meisterpflicht für Raumausstatter wieder einzuführen.
Wer bis dahin einen Raumausstatter-Betrieb gegründet hat und keinen Meisterbrief besitzt, der muss nach den aktuellen Plänen keine nachträgliche Prüfung oder ähnliches fürchten.

Die Konkurrenz- und Marktlage für Raumausstatter

Als 2004 die Meisterpflicht entfiel, nahm die Zahl der Betriebe rasch von etwa 10.000 auf knapp 30.000 im Jahr 2017 zu.
Aktuell stagniert der Zuwachs. Angesichts des großen Konkurrenzdrucks sollten Raumausstatter, die einen eigenen Betrieb gründen wollen, den Markt und die Konkurrenz genau beobachten.

Raumausstatter haben die Option, sich auf Privat- oder Geschäftskunden zu fokussieren. Auch eine Spezialisierung nach Tätigkeitsfeldern wie das Polstern, das Verlegen von Bodenbelägen, der Entwurf und das Anbringen von Fenster- und Wanddekorationen ist möglich. Für die Entscheidung sich auf einen Schwerpunkt festzulegen, sind zunächst die folgenden Fragen zu klären:

  • Wie viele Betriebe gibt es bereits in der Region?
  • Wo liegt deren Schwerpunkt?
  • Welcher Bedarf besteht? (Neugestaltung, regelmäßige Umgestaltungen)
  • Welche Tätigkeitsfelder oder Kunden sind nicht ausreichend bedient?

Wer es schafft, sich einen guten Ruf zu erarbeiten, wird Erfolg haben, wenn der Standort gut gewählt ist. Es lohnt sich auch, feste Kooperationen mit Hotels oder Hotelketten anzustreben oder auch mit anderen Unternehmen. Wer das schafft, sichert sich dauerhafte Einnahmen. Auch eine Spezialisierung auf einen bestimmten Kundenstamm ist sinnvoll, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Kreativität und handwerkliches Geschick sind die wichtigsten Dinge, um sich erfolgreich auf dem Markt als Raumausstatter zu behaupten. Ebenfalls wichtig ist, die neuen Trends mitzuverfolgen und hier immer auf dem Laufenden zu bleiben.

Fachliche Voraussetzungen für die Existenzgründung als Raumausstatter

Der Gesetzgeber verlangt keinerlei Nachweise über Fachwissen, um einen Betrieb als Raumausstatter zu gründen, es handelt sich um ein zulassungsfreies Handwerk der Anlage B in der Handwerksordnung.

Sinnvoll ist natürlich, dass ein angehender Raumausstatter eine Lehre als Raumausstatter, Maler und Lackierer Fachrichtungen Gestaltung und Instandhaltung (Maler und Tapezierer) oder Bodenleger absolviert hat. Die besten Voraussetzungen haben Handwerker, die einige Jahre als Raumausstatter gearbeitet haben, denn diese haben eine umfassende Erfahrung. Kunden findet nur, wer durch gute Ideen und optisch einwandfreie Arbeit überzeugt. Weiterhin zeichnet ein Meisterbrief die Kompetenz des Betriebes aus.

Kosten der Existenzgründung

KostenFoto: pixabay.com

Die Investitionskosten für die Gründung halten sich in Grenzen, es gibt wenige finanzielle Risiken, weil kein teures Werkzeug angeschafft werden muss.

Wie hoch die Anfangskosten der Gründung sind, hängt vom Einzelfall ab. Ein detaillierter Businessplan, hilft diese zu ermitteln. Er ist auch Voraussetzung für eine Kreditvergabe und die Beantragung von Fördermitteln. Die Bundesagentur für Arbeit, die Handwerkskammern und freie Gründungsberater helfen bei der finanziellen Planung des Starts in die Selbstständigkeit.

Kosten für die Grundausstattung

Um die ersten Monate zu überstehen und für die Grundausstattung ist ein Kapital von mindestens 15.000 Euro erforderlich.

Fahrzeug

Raumausstatter benötigen einen Firmenwagen, aber ein größerer Transporter ist nicht zwingend notwendig. Ein Pkw-Kombi wie ein VW Variant, ein Opel Caravan oder ein Ford Turnier reichen aus.

Leasing Sonderanzahlung
Gründer sollten, sofern Sie nicht zunächst einen ohnehin vorhandenen Wagen nutzen, ein Fahrzeug leasen. Dies belastet die Liquidität kaum und verbessert das Rating.

In der Regel verlangen die Anbieter einen Leasingsonderzahlung als Sicherheit. Diese senkt gleichzeitig die regelmäßigen Leasingraten.

Wichtig: Betriebe, welche den Gewinn nach der Einnahmen-Überschussrechnung ermitteln dürfen, können die Sonderzahlung sofort von den Einnahmen abziehen und so den Gewinn reduzieren. Dies senkt die Steuerlast.

Für Fahrzeuge der genannten Größenklasse sind Anzahlungen von 1.000 bis 5.000 Euro üblich.

Folierung
Da Raumausstatter für die ästhetische Gestaltung von Innenräumen zuständig sind, sollten sie auf ein gepflegtes und ansprechendes Erscheinungsbild achten. Eine Autofolierung trägt dazu bei.

Auch ein Neuwagen, der eine intakte Lackierung aufweist, profitiert von einer Gestaltung mit Spezialfolien. Selbstverständlich gehören auch das Logo, die Anschrift des Betriebs und eine Telefonnummer auf das Auto.

Eine Teil-Fahrzeugfolierung gibt es bereits ab 150 Euro. Damit ist die Fahrzeugbeschriftungen eine preiswerte Alternative zu anderen Werbemaßnahmen, wie beispielsweise Plakate.

Werkzeug

Raumausstatter benötigen meist nur wenig Werkzeug. Tapezierausrüstung, Pinsel, Hammer und verschiedene Schneidwerkzeuge reichen in der Regel aus.

Ab etwa 500 Euro kann sich jeder Raumausstatter mit ausreichend Werkzeug eindecken.

Kleidung

Die typische Arbeitskleidung für Maler ist perfekt für Raumausstatter. Weiße Hose mit Latz, Hemd und weiße Jacke genügen völlig. Hinzukommt einen Mütze. Ferner sind Einweg-Overalls zu empfehlen, die sich auch eignen, wenn Handwerker in normaler Straßenkleidung vor Ort sind und unerwartet mit Farbe und Kleister hantieren müssen.

Gründer sollten 500 Euro pro Person für die Kleidung einplanen.

Büro / Computer

Um mit Kunden zu kommunizieren sowie die anfallende Kommunikation und das Schreiben von Rechnungen zu erledigen, ist ein Computer nötig. Mit passender Software ist ein PC für etwa 300 bis 1.000 Euro erhältlich. Auf einen Büroraum kann der Gründer zu Beginn verzichten.

Geschäftsausstattung: Briefpapier, Logo und Visitenkarten

Ein auf der ganzen Linie ansprechendes Erscheinungsbild ist wichtig, daher braucht der Gründer Geschäftspapier und Visitenkarten, die vom Design zueinander passen. Für diesen Posten sollten Raumausstatter mindestens 500 Euro einkalkulieren.

Lager und Werkstatt

Raumausstatter beraten den Kunden vor Ort und führen die meisten Arbeiten vor Ort beim Kunden durch. Ein kleines Lager für Muster und Kleinteile reicht völlig aus. Lediglich wenn sie auch Polsterarbeiten anbieten, brauchen sie auch einen Platz als der Werkstatt. In der Anfangszeit reicht ein Raum, der als Werkstatt und Lager dient. Für die Ausstattung sind 500 Euro einzuplanen.

Schauraum

Kunden müssen wissen, was ein Raumausstatter leisten kann. Die Gestaltung der eigenen Geschäftsräume ist wichtig für die Kundengewinnung. Hier kann der Raumausstatter seine Fähigkeiten präsentieren und der Kunde bekommt einen ersten Eindruck vom Stil des Raumausstatters.

Idealerweise hat er einen Raum von 50 bis 100 Quadratmetern zur Verfügung, den er als Schauraum gestaltet. Für diesen sind mindestens 2.000 Euro zu veranschlagen, damit er das Können der Firma widerspiegelt.

Laufende Kosten

Es dauert einige Monate, bis genügend Aufträge eingehen. Außerdem zahlen die Kunden in der Regel erst nach der Durchführung der Arbeiten. Gründer sind auf der sicheren Seite, wenn sie monatlich 2.500 Euro für sechs Monate zur Deckung der laufenden Kosten einplanen. Diese Summe reicht aus, wenn keine Löhne anfallen.

Wichtig: Jeder Auftrag kostet zunächst Geld. Gründer sollten den Materialeinkauf dem Kunden überlassen oder sich die Materialkosten vorab erstatten lassen. Dies können sie dem Kunden schmackhaft machen, indem er ihnen dafür preislich entgegenkommen.

Mitgliedschaften

Handwerkskammer
Als Handwerksbetrieb sind Raumausstatter Zwangsmitglieder in der örtlich zuständigen Handwerkskammer. Diese erheben in der Regel nur geringe Kammerbeiträge, welche für Existenzgründer in den ersten Jahren teils entfallen oder reduziert sind. Im Schnitt fallen nur 130 bis 160 Euro jährlich an.

Innungen
Im Zentralverband Raum und Ausstattung (ZVR); Bundesinnungsverband für das Raumausstatter-, Sattler- und Feintäschner-Handwerk, sind weniger als 4.000 Betriebe Mitglied. Der Verband vertritt nicht nur die Interessen von Raumausstattern, sondern auch von Sattlern, Feintäschnern und Bodenlegern.

Insgesamt untergliedert sich der Verband in 15 Landesverbände, in denen die Ortsverbände organisiert sind. Außerdem ist der Bundesverband der Fahrzeugausstatter und Reitsportausrüster dem ZVR angeschlossen.

Der Verband bietet juristische Unterstützung im Arbeits- und Vertragsrecht, eine Vielzahl von branchenspezifischen Formularen, Merkblättern und Musterverträgen, sowie eine regelmäßige Einzelberatung durch versierte Fachleute. Auch Versicherungen mit günstigen Konditionen und Sonderkonditionen für den Kauf von Firmenfahrzeugen, Berufsbekleidung sowie Hilfe bei Bonitätsauskünften und der Werbung stehen Verbandsmitgliedern zu.
Für diesen Posten sind etwa 300 bis 500 Euro pro Jahr zu veranschlagen.

Fahrzeug

Das Firmenfahrzeug verursacht ebenfalls laufende Kosten für die Leasingraten, Kraftstoff, Steuer und Versicherung. Auch Raummieten und Betriebsversicherungen sind bei der monatlichen Kostenkalkulation zu berücksichtigen.

Leasing
Das Leasingfahrzeug gehört der Leasinggesellschaft, dafür muss der Leasingnehmer, also der Betrieb, monatlich Leasingraten zahlen. Diese sind eine Betriebsausgabe und somit von den Einnahmen abzuziehen.

Abhängig von der Höhe der Sonderzahlung und dem Fahrzeug sind für diesen Posten monatliche Kosten von 200 bis 500 Euro anzusetzen.

Kraftstoff
Je nachdem der Größe des Einzugsgebiets, fallen unterschiedlich hohe Kosten für den Treibstoff an. Beträge zwischen 150 und 300 Euro reichen wahrscheinlich aus.

Kfz-Steuer
Sobald der Raumausstatter das Fahrzeug anmeldet, teilt die Zulassungsstelle dem Finanzamt dies mit. Dieses stellt einen Steuerbescheid zu und erhebt die Kfz-Steuer für ein Jahr im Voraus.

Die Höhe der Kfz-Steuer hängt von verschiedenen Faktoren wie Erstzulassung, Antriebsart und CO2 Ausstoß ab. Die Steuer beträgt grob zwischen 200 und 350 Euro pro Jahr.

Versicherung
Leasinggeber veranlagen grundsätzlich eine Vollkaskoversicherung, diese ist generell anzuraten, um die Gründung auf eine sichere Basis zu stellen. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach der Typklasse, der Schadensfreiheitsklasse des Versicherungsnehmers und der jährlichen Fahrleistung. Die Versicherungsunternehmen sind weitgehend unabhängig, wie sie den Tarif kalkulieren. Jährlich ist mit Kosten von 700 bis 1.000 Euro zu rechnen.

Verschleiß / Wartung
Das Firmenfahrzeugs verursacht weitere Kosten für die Wartung, die vorgeschriebenen Haupt- und Abgasuntersuchungen sowie den Austausch von Verschleißteilen. Etwa 100 bis 200 Euro ist eine realistische Einschätzung dieser Kosten.

Tipp: Viele Leasinggesellschaften bieten ein Full-Service-Leasing an. In den Raten sind alle Kosten für Versicherung, Wartung und Verschleißreparaturen enthalten. Dies ist etwas teurer, dafür lassen sich die Kfz-Kosten besser kalkulieren.

Versicherungen

Da es sich beim Raumausstatter um kein Vollhandwerk handelt, besteht keine Versicherungspflicht in den gesetzlichen Sozialversicherungen. Natürlich besteht eine allgemeine Pflicht zur Kranken- und Pflegeversicherung. Sofern der Betrieb keine Mitarbeiter hat, ist er nicht zur Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) verpflichtet. Der Inhaber sollte sich aber freiwillig über diese gegen Unfälle versichern.

Sinnvoll ist ferner eine Betriebshaftpflichtversicherung und sofern im Betrieb auch Material gelagert wird, eine Inhaltsversicherung. Die Beiträge bewegen sich in einem Bereich von 30 bis 50 Euro im Monat.

Miete / Nebenkosten / Strom / Wasser / Telefon

Für die Raummiete, Energie und Wasser sollte der Raumausstatter etwa 500 bis 1.000 Euro im Monat einkalkulieren. Dieser Betrag reicht in der Regel aus.

Marketing

MarketingFoto: pixabay.com

Das Marketing ist für Raumausstatter angesichts des hohen Konkurrenzdrucks von größter Bedeutung. Zumindest in den ersten Jahren sollte er hierfür ein höheres Budget einplanen.

Webseite

Für die Kundengewinnung empfiehlt sich eine suchmaschinenoptimierte Homepage, auf der sich Fotos und Präsentationen von guten Projekten präsentieren lassen. Der Raumausstatter sollte über die Webseite auch das Erstellen eines Angebotes für den Kunden ermöglichen. Eine solche Homepage erstellen professionelle Agenturen für etwa 700 bis 1.500 Euro.

Die Webseite sollte in erster Linie Arbeitsproben zeigen. Dies bedeutet einen etwas aufwendigen Pflegeaufwand. Für monatliche Pflege der Homepage sind mindestens 100 Euro im Monat einzuplanen.

Werbung

Offline
Gerade als Raumausstatter lohnt es sich, einen festen Kundenstamm aufzubauen. Kunden lassen sich durch gezielte Marketingstrategien gewinnen. Neben der Homepage bedeutet das, auch Mund-zu-Mund-Propaganda zu betrieben und Kundenkontakte zu pflegen. Dazu gehört ein freundliches und kommunikatives Auftreten und auf Kundenwünsche einzugehen und diese gut umzusetzen.

In den ersten Jahren ist einiges an Durchhaltevermögen bei der Akquise gefragt. Annoncen in Fachzeitschriften, das Anschreiben von Kunden und ständig gute Prospekte zur Hand zu haben, sind die wesentlichen Marketingmaßnahmen. Die monatlichen Kosten belaufen sich auf 200 bis 500 Euro.

Online
Auch online ist das Marketing als Raumausstatter sehr wichtig. Immer mehr Kunden informieren sich zunächst über das Internet über die Raumausstatter in der Region und vergleichen Unternehmen und Angebote. Neben der eigenen Homepage sind auch Handwerker-Portale wie MyHammer eine gute Möglichkeit, den Betrieb online zu präsentieren und von den Kunden in den Suchmaschinen gefunden zu werden. Hierfür sind monatliche Kosten von etwa 20 bis 50 Euro einzukalkulieren.

Auch eine gute Werbung für den Raumausstatter ist es, wenn er auch kleinere Produkte auf seiner Homepage anbietet. Die Kunden informieren sich über Angebote und können gleichzeitig kleine Produkte für den Raum und Wohnen erwerben.

Die sozialen Netzwerke stellen außerdem eine gute Möglichkeit dar, sich als Betrieb zu präsentieren. Wichtig ist, dass die Profile regelmäßig gepflegt werden, damit sie einen guten Eindruck beim Kunden hinterlassen und eine Kommunikation mit dem Kunden auslösen. Das sorgt für Reichweite im Netz und der Betrieb wird bekannter und besser auffindbar.

Checkliste: Als Raumausstatter selbständig machen


  • Sind die fachlichen Voraussetzungen erfüllt? Zulassungsfreies Handwerk, Meisterpflciht entfällt. Sinnvoll ist Erfahrung in der Branche.
  • Ist das Gründungskapital für den Start vorhanden? Businessplan erstellen, um Kredite und Gründungszuschuss zu bekommen.
  • Gewerbeanmeldung erledigen.
  • Bei der Handwerkskammer melden.
  • Bei der Berufsgenossenschaft Mitglied werden.
  • Wenn gewünscht, Innungsmitgliedschaft beim Fachverband des Bundeslandes beantragen.
  • Geschäftsausstattung, Werkzeug und Arbeitskleidung beschaffen.
  • Material einkaufen und Schauraum gestalten.
  • Werbung für den Betrieb machen.
  • Aufträge annehmen und Termine bei den Kunden planen.

Materialbeschaffung

Raumausstatter müssen in erster Linie Trends erkennen. Dazu gehört auch immer neue Bezugsquellen zu finden, um den Kunden ständig neue Optionen aufzeigen zu können.

Spezialisierungen

Üblicherweise spezialisieren sich Raumausstatter auf verschiedene Segmente wie Bodenlegen oder Polstern, Licht- und Sichtschutz oder Raumdekoration. Ein Meisterbrief oder die darauf aufbauenden Qualifizierung als „Gestalter/in im Handwerk“ sind möglich. Letztere haben einen Wettbewerbsvorteil, da sie sich auf Augenhöhe mit Architekten und Designbüros bewegen. Dies ist besonders für Großaufträge von großer Bedeutung. Zur beruflichen Weiterentwicklung mit Meisterbrief ist auch ein Fachhochschulstudium als Innenarchitekt möglich.

Folgende Spezialisierungen im Handwerk des Raumausstatters können vom Gründer als Schwerpunkt gesetzt werden:

Licht- und Sichtschutz
Spezialisiert sich der Raumausstatter auf den Licht- und Sichtschutz, wie beispielsweise das Anbringen eines Sonnenschutzes, muss er zunächst die funktionellen Möglichkeiten des Raumes festlegen. Danach entscheidet er sich für die Art des Lichtschutzes. Außerdem entwirft er individuelle Lichtkonzepte für den Raum.

Raumdekoration
Bei der Raumdekoration kommt es darauf an, die Maße für die Dekoration zu ermitteln und die Menge des benötigten Materials zu berechnen und Stoffe, beispielsweise für Gardinen, zuzuschneiden.

Außerdem müssen Vorhangschienen und Stangensysteme angebracht und montiert werden.

Wandbekleidung
Hier spezialisiert sich der Raumausstatter auf das Anbringen von Tapeten und sonstigen Wandbelägen. Wände müssen gestaltet und beschichtet werden, Klebetechniken und Nachbehandlung von Tapeten sollten beherrscht werden.

Zertifizierungen
Neben dem Siegel der qih-Qualität im Handwerk Fördergesellschaft mbH, sind auch spezielle Zertifikate des TÜV für Raumausstatter möglich, die sich aber meist eher auf die verwendeten Materialien beziehen.


Titelbild Copyright: Naphat_Jorjee