Zahlreiche Betriebe die unterschiedlichen Branchen angehören bieten Pflasterarbeiten an. Insgesamt bieten fast 1.000 Straßenbauunternehmen und über 10.000 Gartenbauer das Pflastern an. Wer den Einstieg wagt und sich als Pflasterer selbständig machen möchte, hat also mit großer Konkurrenz zu rechnen. Es gilt, sich ein Alleinstellungsmerkmal herauszuarbeiten und Kunden mit Können zu überzeugen.

Die Konkurrenz- und Marktlage richtig einschätzen

Wer sich als Pflasterer selbstständig machen möchte, muss zunächst das eigene mögliche Leistungsspektrum erfassen. Nicht jeder Pflasterer ist berechtigt alle Arten von Pflasterarbeiten auszuführen. Diese Fragen sind bei der Gründung wichtig:

  • Welche Pflasterarbeiten darf mein Betrieb anbieten? Garten- oder Straßenbau?
  • Welche Nachfrage besteht am gewünschten Standort nach diesen Leistungen?
  • Wie viele Betriebe im Umkreis bieten das Pflastern an?

Wichtig bei der Beurteilung: Straßenbauer dürfen alle Pflasterarbeiten ausführen, Landschaftsbauer nur solche, die im gärtnerischen Zusammenhang stehen.

Fachliche Voraussetzungen für eine Existenzgründung als Pflasterer

Wer keine Pflasterarbeiten im Straßenbau anbietet, benötigt keinerlei Erlaubnis, um sich als Pflasterer selbstständig zu machen. Anders sieht es aus, wenn Verkehrswege gepflastert werden sollen. Dies gehört zum Straßenbau.

Der Pflasterer im Straßenbau benötigt für die Selbständigkeit einen Meistertitel
Das Gewerk des Straßenbauers ist in der Anlage A der Handwerksordnung (HWO) verzeichnet. Es handelt sich um ein zulassungspflichtiges Gewerk, bei dem eine Meisterpflicht besteht, wenn man sich selbständig machen möchte.

Generell ist ein Meisterbrief bei Selbständigkeit vorteilhaft, denn Kunden vertrauen Betrieben mit Meistern mehr Fachwissen zu. Es gibt gewisse Sonderregelungen, den Betrieb auch ohne Meisterbrief zu gründen.

Kosten für die Gründung als Pflasterer

Die Gründungskosten sollten Existenzgründer immer im Rahmen eines detaillierten Businessplans ermitteln. Bei dieser Aufgabe helfen die zuständigen Kammern oder freie Gründungsberater. Die Aufstellung von zu erwartenden Einnahmen und den Gründungskosten ist erforderlich, um Fördermittel und Kredite zu erhalten.

Kosten für die Grundausstattung

Grob geschätzt benötigen Pflasterer ein Startkapital von mindestens 50.000 Euro im Gartenbau und etwa 100.000 Euro im Bereich Straßenbau. Wer belastbare Straßen pflastert braucht schwereres Gerät als für Gartenwege, daher ist die Gründung im Straßenbau teurer.

Fahrzeug

Pflasterer benötigen einen Pkw und zumindest einen kleinen Lkw, um schweres Gerät zum Einsatzort zu bringen. Je nach Alter und Zustand haben die Fahrzeuge einen Wert von 50.000 Euro bis 150.000 Euro. Gründer sollten die Fahrzeuge immer leasen.

Obwohl Leasing offiziell keine Finanzierung des Kaufpreises darstellt, beeinflusst dieser natürlich die Höhe der Leasingraten und der Sonderzahlung.

Leasing hat den großen Vorteil die Liquidität zu erhöhen und das Rating des Gründers zu verbessern. Mehr dazu in unserem Artikel zur Grundausstattung eines Handwerksbetriebs.

Leasinggeber verlangen als Sicherheit eine Leasingsonderzahlung zu Beginn der Leasingverhältnisses. Der Betrag hängt vom Kaufpreis und der Bonität des Leasingnehmers ab. Für Unternehmen, die der Einnahmen-Überschussrechnung unterliegen, ist die Sonderzahlung interessant, da sie diese in voller Höhe als Betriebsausgabe im Anschaffungsjahr absetzen dürfen. Das senkt die Steuerlast.

Für beide Fahrzeuge zusammen ist mit einem Betrag von 6.000 bis 25.000 Euro zu rechnen.

Fahrzeugeinrichtung / Innenausbau
Pflasterer sollten bei einem neuwertigen Fahrzeug eine Laderaumverkleidung anschaffen. Diese verhindert, dass die Ladung das Fahrzeug beschädigt. Bei der Rückgabe des Leasingwagens, achten die Leasinggeber auf den Zustand der Fahrzeuge und verlangen für Schäden Ersatz.

Ferner ist Material für die Ladungssicherung nötig, sowie Rampen, die das Beladen erleichtern. Eine solche Ausstattung kostet zwischen 2.000 und 3.000 Euro.

Folierung
Eine Beschriftung der Fahrzeuge mit Logo, Anschrift und Telefonnummer zeigt an, welcher Betrieb um Einsatz ist. Dies ist eine günstige und nachhaltige Werbung. Ab zirka 150 Euro pro Fahrzeug bringen Spezialbetriebe solche Folien an. Die Kosten können steigen, je nachdem wie aufwendig die Folierung sein soll.

Werkzeug/Maschinen

Pflasterer sind neben den reinen Pflasterarbeiten auch für den richtigen Unterbau zuständig. Daher gehören Kompressor und Rüttler zur Ausrüstung. Je nach Aufgabe können auch Radlader, Minibagger oder Walzen erforderlich sein. Im Rahmen von Gartengestaltungen reichen oft kleine Bagger und von Hand betriebene Stampfer aus.

Für den Maschinenpark entstehen oft Kosten in Höhe von mehr als 20.000 Euro.

Arbeitskleidung

Pflasterer arbeiten bei Nässe und Kälte aber nicht bei Frost im Freien. Sie sollten einen doppelten Satz Arbeitshosen, Shirts und Arbeitsjacke besitzen sowie eine gefütterte Regenjacke, die auch vor Kälte schützt.

Robuste und zuverlässige Arbeitskleidung aus atmungsaktivem Mischgewebe ist hier ein Muss. Am besten ist die Hose mit Einschubtaschen für Kniepolster ausgestattet, denn der Pflasterer arbeitet beim Verlegen des Pflasters nicht selten auf dem Boden. Pro Person ist mit etwa 500 Euro für die Arbeitskleidung zu rechnen.

Auf Sicherheit achten
Da bei der Arbeit schweres Gerät zum Einsatz kommt, sind Sicherheitsschuhe nach DGUV-Regel 112-191l, der Klasse S1P (öl- und benzinresistente Sohle mit Durchtrittsicherheit) wichtig. Ferner benötigen Pflasterer Schutzhandschuhe, Knieschutz und einen guten Gehörschutz.

Büro und Computer

Für einen Pflasterbetrieb reichen Computer mit Software und Telefon, um alle anstehenden Büroarbeiten zu erledigen. Für 300 bis 500 Euro ist der Betrieb bereits gut ausgestattet. Es muss kein externer Büroraum angemietet werden, in der Gründungsphase ist auch ein Schreibtisch zuhause ausreichend.

Geschäftsausstattung: Briefpapier, Logo und Visitenkarten

Jeder Gründer sollte mindestens 500 Euro für die Entwicklung eines Logos, Geschäftspapier und Visitenkarten investieren. Diese Aufgabe gehört in die Hand eines Fachmanns, also eines Grafikers oder eines Webdesigners. Eine professionelle Ausstattung macht bei Kunden einen guten Eindruck und unterstreicht die Professionalität des eigenen Betriebs.

Lager und Werkstatt

Pflasterer benötigen lediglich eine geräumige Garage, um die teure Ausrüstung sicher unterzubringen. Auf eine Einrichtung des Gebäudes können sie verzichten.

Laufende Kosten

Die ersten Zahlungseingänge sind frühestens nach einem halben Jahr zu erwarten. Aus diesem Grund sollten Pflasterer etwa sechs Monate mit jeweils 2.000 Euro in die Gründungskalkulation einbeziehen.

Mitgliedschaften

Die Regelungen über Zwangsmitgliedschaften sind kompliziert. Wer Pflasterarbeiten im Gartenbau anbietet, unterliegt anderen Regelungen als ein Straßenbauer.

Pflasterer im Straßenbau

  • Meisterpflicht: ja
  • Betrieb darf alle Pflasterarbeiten ausführen
  • erlaubnispflichtiges Gewerbe

Vorgeschriebene Mitgliedschaften:

  • Handwerkskammer,
  • SOKA-BAU (Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft, rechtsfähiger Verein gemäß § 22 BGB (ULAK)  – Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes AG (ZVK))
  • BG-Bau

Pflasterer im Gartenbau

  • Meisterpflicht: nein
  • Betrieb darf nur Pflasterarbeiten im gärtnerischen Bereich ausüben (Betriebe, die auch im Straßenbau pflastern zählen als Schwarzarbeiter, die bestraft werden können.)
  • Kein erlaubnispflichtiges Gewerbe

Vorgeschriebene Mitgliedschaften:

  • IHK (Industrie- und Handelskammer)
  • Landwirtschaftskammer
  • Ausbildungsförderwerk (AuGaLA)
  • Winterbeschäftigungs-Umlage
  • Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)

Mitgliedschaften für Pflasterer/Straßenbau
Als Teilbereich des Tiefbaus und gehört der Betrieb zum Bauhauptgewerbe.

Handwerkskammer
Die Kammerbeiträge hängen vom Gewinn des Pflasterers ab. Sofern dieser unter 20.000 Euro liegt, sind etwa 120 bis 350 Euro im Jahr zu entrichten.

Sozialkasse der Bauwirtschaft
Die SOKA-BAU zahlt Fortbildung, Urlaubsgeld und einen Lohnausgleich bei schlechtem Wetter, wenn der Betrieb nicht arbeiten kann. Hierfür sind zwischen 19 und 22 Prozent der Bruttolohnsumme aller gewerblichen Arbeitnehmer zu entrichten.

Für Angestellte sind abhängig von der Tätigkeit und Region zwischen 20 Euro und 80 Euro pro Monat zu zahlen.

Berufsgenossenschaft
Pflasterer müssen den Betrieb bei der BG BAU – Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft anmelden. Die Genossenschaft zahlt Renten und Reha-Maßnahmen, die durch Berufsunfälle oder Berufskrankheiten nötig sind. Da die BG alle tatsächlich angefallenen Kosten umlegt, ändern sich die Beiträge jährlich. Die Höhe der Beträge ermittelt die BG nach einem Schlüssel, der das Risiko und die Art der Zahlungen berücksichtigt. Wer keine Mitarbeiter beschäftigt zahlt nichts für die Mitgliedschaft, denn die Basis ist die Bruttolohnsumme.

Mitgliedschaften für Pflasterer aus dem Bereich Gartenbau
Der Pflasterer zählt als Gärtner.

IHK
Die regionalen Kammern bestimmen die Höhe der Beiträge. Sie orientieren sich in der Regel an der Rechtsform und dem Gewerbeertrag.

Einzelunternehmer, die weniger als 25.000 Euro Gewinn erzielen, zahlen meist einen Betrag von 25 bis 50 Euro im Jahr.

Landwirtschaftskammer
Der Beitrag für die Landwirtschaftskammer richtet sich nach dem Wert des Betriebsgrundstücks. Je nach Region sind jährlich etwa zehn Euro pro Tausend Euro des Einheitswerts abzuführen.

AuGaLa
Die Organisation unterstützt die Ausbildung und ausbildende Betriebe. Jeder Betrieb der Mitarbeiter beschäftigt muss 0,8 Prozent der Bruttolohnsumme an die AuGaLa abführen.

Winterbeschäftigungs-Umlage
Die Umlage übernimmt Lohnausfälle, die aufgrund von schlechter Witterung entstehen. Pflasterer, die mindestens 50 Prozent der betrieblichen Arbeitszeit eine bauliche Tätigkeiten ausführen, müssen 2 Prozent der Lohnsumme abführen. Der Arbeitnehmer übernimmt davon 0,8 Prozent.

Berufsgenossenschaft
Für Pflasterer, die als Gartenbauer gelten, ist die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) zuständig. Die Kasse bietet neben den üblichen Leistungen einer Berufsgenossenschaft (Unfallversicherung, Sicherheitsberatung) auch Kranken,- Pflegegeld- und Altersversicherungen an. Die Beiträge orientieren sich am Risiko und der Lohnsumme oder am Ertrag der bewirtschafteten Flächen.

Innungen
Die Mitgliederschaft in einer Innung ist nicht Pflicht. Je nach Zugehörigkeit des Gewerbes können Pflasterer bei einer Fachinnung des Straßenbaus oder beim Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V.Mitglied werden. Innungsmitgliedschaften kosten etwa 300 bis 500 Euro pro Jahr.

Personal

Die Arbeit eines Pflasterers lässt sich selten ohne Personal bewältigen. Gründer sollten zumindest einen Mini-Jobber einstellen, der ihnen bei Bedarf zur Hand gehen kann. Bedingt durch den Mindestlohn kann ein geringfügig Beschäftigter je nach Region zwischen 30 und 38 Stunden im Monat für den Betrieb arbeiten. Mit allen Abgaben kostet er monatlich etwa 530 Euro.

Fahrzeug

Pflasterer müssen für die Fahrzeuge Leasingraten, Steuer und Versicherung berücksichtigen.

Leasing
Für die Zahlungen an die Leasinggesellschaft muss immer genügend Geld vorhanden sein. Diese sind daher im Businessplan unbedingt zu berücksichtigen. Für beide Fahrzeuge zusammen ist mit einer Summe von 800 bis 1.500 Euro zu rechnen.

Kraftstoff
Wenn keine Aufträge vorliegen, nutzt der Pflasterer lediglich den Pkw, um damit potenzielle Kunden aufzusuchen. Hierfür sind mindestens 150 Euro im Monat einzuplanen. Bei voller Auslastung des Betriebs sind monatliche Kraftstoffkosten von 300 bis 400 Euro realistisch.

Kfz-Steuer
Die Finanzämter legen die Kraftfahrzeugsteuer nach bestimmten Regeln fest. Diese berücksichtigen den Tag der Erstzulassung, die Antriebsart und den CO2-Ausstoß. Grob geschätzt muss der Betrieb 200 bis 500 Euro pro Jahr und Fahrzeug zahlen. Die Steuer ist ab dem Tag der Anmeldung für ein volles Jahr fällig.

Versicherung
Generell brauchen Gründer neben der Haftpflicht auch einen Vollkaskoversicherung, denn die Autos sind in der Finanzierung. Daher sind die Prämien für die Versicherungen der Fahrzeuge recht hoch.

Die Gesellschaften kalkulieren generell nach Typklasse, Schadensfreiheitsklasse des Versicherungsnehmers und der Region, in welcher die Firma ansässig ist. Auch die jährliche Fahrleistung fließt mit ein. Trotz des einheitlichen Vorgehens sind große Unterschiede bei den Tarifen der Gesellschaften möglich. Dies betrifft sowohl die bei den Leistungen als auch die Prämien.

Gründer sollten daher Angebote bei mindestens drei Gesellschaften und drei Maklern einholen. Für den Pkw ist mit einer Jahresprämie von 700 bis 1.000 Euro zu rechnen, für den Lkw ist mit einer deutlich höheren Zahllast zu erwarten.

Verschleiß / Wartung
Kosten verursachen die regelmäßigen Haupt- und Abgasuntersuchungen, die der Gesetzgeber vorschreibt. Der Lkw muss jährlich zu einer Hauptuntersuchung. Je nach Gesamtgewicht ist zusätzlich alle sechs Monate eine Sicherheitsprüfung vorgeschrieben.

Hinzukommen Inspektionen und Wartungsarbeiten, die der Hersteller vorschreibt, um die Garantie zu erhalten. Je nach Fahrleistung ist auch ein Austausch von Verschleißteilen zu erwarten. Für beide Fahrzeuge ist ein Betrag zwischen 300 und 500 Euro jährlich realistisch.

Tipp: Viele Leasinggeber bieten ein Full-Service-Leasing an. Bei diesem Modell sind in den Leasingraten alle anfallenden Kosten enthalten.

Versicherungen

Pflasterer sollten unbedingt eine Betriebshaftpflichtversicherung sowie eine Inhalts- und Ertragsausfallversicherung abschließen. Die Versicherungen schützen vor den finanziellen Folgen von Schäden, die der Betrieb verursacht. Auch der Verlust der Ausstattung ist über eine solche Versicherung gedeckt. Die Prämien betragen etwa 90 Euro pro Monat.

Wichtig: Um den Schutz der Inventarversicherung nicht zu verlieren, muss der Betrieb verschiedene Vorschriften der Versicherungsgesellschaft einhalten.

Miete / Nebenkosten / Strom / Wasser / Telefon

Sofern der Pflasterer sich mit einer Garage begnügt, reichen monatlich 150 bis 300 Euro, um die Kosten für Energie, Wasser und Telefon abzudecken.

Marketing

Pflasterer müssen ein gezieltes und aufwendiges Marketing betreiben, um auf dem Markt Fuß zu fassen. Eine aktive Akquise ist wichtiger Bestandteil des Marketing-Mixes für Pflasterer.

Webseite
Eine suchmaschinenoptimierte Homepage ist für jeden Existenzgründer Pflicht. Auf der Seite sollten das Leistungsspektrum sowie Referenzen und bebilderte Arbeitsbeispiele zu sehen sein. Ebenfalls sollte ein Kontaktformular vorhanden sein, damit es potentiellen Kunden leichter fällt, in Kontakt mit dem Unternehmen zu treten.

Die regelmäßige Pflege der Homepage durch einen Experten kostet zwischen 30 und 150 Euro monatlich, je nachdem wie groß der Aufwand ist.

Werbung online

Um schnell an Aufträge zu kommen, ist es vor allem für Gründer wichtig, sich auf Handwerkerportalen wie MyHammer anzumelden und von der Reichweite und den Möglichkeiten, die das Handwerkerportal bietet, zu profitieren. Hier kann sich der Betrieb mit eigenen Bildern und Referenzen präsentieren und sich auf Aufträge bewerben sowie Anfragen von Kunden bekommen. Bei MyHammer kostet die monatliche Grundgebühr etwa 20 Euro plus Provision, falls ein Auftrag zustandekommt.

Werbung offline
Wie erwähnt, muss der Pflasterer aktiv um Kunden werben. Telefonate mit Bauträgern, Betreibern von Sportplätzen und Hausbesitzern sind der Weg an Aufträge zu gelangen. Es lohnt auch Kontakt zu großen Straßenbaufirmen, Gemeinden und Tiefbauunternehmen aufzunehmen. Reparaturen von Leistungen oder das Verlegen von Hausanschlüssen ziehen oft Pflasterarbeiten in einem kleinen Umfang nach sich. Solche Aufträge sind für große Unternehmen von geringem Interesse. Hier besteht eine Chance für Gründer, diese Arbeiten zu übernehmen.

Außerdem ist es sinnvoll, Visitenkarten und Flyer zu erstellen , um diese großzügig an potenzielle Auftraggeber zu verteilen. Die Drucksachen sind mit 150 bis 400 Euro monatlich einzuplanen.

Checkliste: Als Pflasterer selbständig machen

  1. Soll ein Straßenbau- oder ein Gartenbaubetrieb gegründet werden? Welche fachlichen Voraussetzungen liegen vor?
  2. Gespräch mit der zuständigen Kammer (Handwerkskammer, IHK, Landwirtschaftskammer) führen
  3. Businessplan erstellen, um Gründungszuschuss und Darlehen zu bekommen.
  4. Gewerbeanmeldung erledigen
  5. Bei den zuständigen Kammern und Berufsgenossenschaft anmelden
  6. Wenn gewünscht, Mitgliedschaft beim passenden Fachverband beantragen
  7. Computer und Software anschaffen
  8. Maschinen und Arbeitskleidung kaufen
  9. Werbung für den Betrieb machen
  10. Aufträge annehmen und Termine bei den Kunden planen

Beschaffung

Gründer sollten beim Einkauf der Fahrzeuge, Maschinen und Werkzeuge sparsam sein. In der Regel helfen die Kammern und Innungen bei der Beschaffung. Unter Umständen besteht die Option einen bestehenden Betrieb zu übernehmen.

Spezialisierungen

Pflasterer ist ohnehin bereits eine Spezialisierung des Straßenbaus beziehungsweise ein Spezialgebiet des Gartenbaus. Es bietet sich an, kunstvolle Zierpflaster zu erstellen oder sich auf Rekonstruktionen historischer Pflaster zu spezialisieren, wenn man sich ein Alleinstellungsmerkmal schaffen möchte.

Zertifizierungen
Für Pflasterer aus dem Straßenbau ist ein Eintrag in ein Unternehmer- und Lieferantenverzeichnis für öffentliche Aufträge wichtig. Die Konditionen müssen sie bei den regionalen Behörden, die sich mit Stadtentwicklung und Umwelt befassen, erfragen.

Generell ist eine Präqualifizierung im Straßenbau gemäß der Leitlinie des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sinnvoll. Diese ist Voraussetzung, um sich auf öffentliche Ausschreibungen von Behörden zu bewerben.

Auch das Überwachungszeichen „Geprüftes Fachunternehmen Straßenbau“ der GüteZert® Zertifizierungsgesellschaft und Umweltgutachter der Auftraggeber, Güte- und Überwachungsgemeinschaften mbH ist nützlich.

Hersteller von Pflastersteinen bieten oft Seminare an, beispielsweise über das Erstellen von kunstvollen Pflastern. Ein solches Teilnahmezertifikat ist für Gartenbauer interessant.


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