Wer handwerkliches Geschick besitzt und über praktische Erfahrung im Bereich des Parkettverlegens verfügt, kann sich als Parkettleger selbständig machen. Ein Parkettleger gestaltet und verschönert den Boden von Innenräumen. Arbeitsorte findet der Handwerker auf Baustellen oder in Wohn- und Geschäftsräumen, die gerade saniert werden.

Die Konkurrenz- und Marktlage richtig einschätzen

Laut Statista gab es im Jahr 2017 rund 8.000 Parkettleger-Betriebe in Deutschland. Der Markt ist also nicht überfüllt und die Selbständigkeit als Parkettleger steht sicherlich unter einem guten Stern, insofern handwerkliches Können vorhanden ist. Die Entwicklung der Auftragslage ist auch in Zukunft als gut einzuschätzen, da immer Renovierungsbedarf besteht und im Bereich Wohnungsbau in den nächsten Jahren eine Steigerung zu erwarten ist.

Wer sich als Parkettleger selbständig machen möchte, sollte neben dem Standort auch seinen Aktionsradius vor Betriebsgründung vor Augen haben. Beim gewählten Standort des Betriebes ist wichtig, dass die Infrastruktur stimmt. Auch das Leistungsspektrum sollte der Gründer sich im Vorhinein genau abstecken. Soll es im Betrieb nur um das Verlegen von Parkett gehen oder auch um den Verkauf von Parkett? Dies setzt unterschiedliche finanzielle Mittel voraus.

Wer sich als Parkettleger selbständig machen möchte, sollte sich die folgenden Fragen stellen, um Standort und Schwerpunkt seines Betriebes richtig zu wählen:

  • Wie viele Betriebe gibt es bereits in der Region?
  • Welche Leistungen werden bereits von der Konkurrenz angeboten?
  • Welche Möglichkeiten für die Geschäftsausrichtung gibt es?
  • Welche Parkettsorten sollen angeboten werden?
  • Liegt der Schwerpunkt auch auf der Beratung? Welcher Stil passt zu welcher Einrichtung?

Was muss der Betrieb leisten können?
Oft sind es eher zahlungskräftige Kunden, die Parkett verlegen lassen und dementsprechend auch eine hohe Qualität erwarten. Ein akkurates und genaues Arbeiten, ist also extrem wichtig.

In Bezug auf das Leistungsspektrum ist wichtig, den Kunden genügend Service zu bieten. Idealerweise nimmt der Parkettleger seinen Kunden alle Arbeiten ab und misst die Räume und kalkuliert das benötigte Material.

Zu überlegen ist auch, ob der Fokus auf exklusives Parkett gelegt werden soll und der Gründer die Chance hat, sich als Fachmann auf diesem Gebiet zu profilieren. Unter Umständen ist es auch sinnvoll, Kooperationen mit anderen Handwerksbetrieben zu schließen, die Böden mit Fliesen, Kork oder Teppich verlegen.

Umso weiter das Leistungsspektrum gefasst ist, desto mehr Möglichkeiten hat der Parkettleger.

Fachliche Voraussetzungen für eine Existenzgründung als Parkettleger

Neben gestalterischen Fähigkeiten muss der Parkettleger in der Lage sein, den Untergrund zu prüfen und die Räume zu vermessen, um aufgrund dessen den Materialbedarf zu berechnen.

Ein Meisterbrief ist nicht erforderlich, aber sinnvoll
Beim Gewerk des Parkettlegers handelt es sich um eine zulassungsfreie handwerkliche Tätigkeit (HWO, Anlage B, Abschnitt 1).

Generell ist aber ein Meistertitel immer von Vorteil, da Kunden auf Qualität vertrauen, die sich auf den ersten Blick in einem Meistertitel wiederspiegelt. Ein Meisterbetrieb genießt ein höheres Ansehen, was wiederum einen großen Einfluss auf die Kundengewinnung hat.

Sonstige Hinweise zu fachlichen Voraussetzungen
Vor Aufnahme der Tätigkeit als Parkettleger muss ein Gewerbe angemeldet werden, ohne dass es einer erweiterten Erlaubnispflicht bedarf. In der Regel arbeitet ein Parkettleger nicht unter sicherheitsrelevanten Aspekten. Wäre dies der Fall, bestünde eine Meisterpflicht.

Gründungskosten für Parkettleger

Für die Gründung im Gewerk des Parkettlegers, ist es ratsam, sich für das Gründungskapital an die Hausbank zu wenden. Bei der Erstellung eines Businessplans, um Fördermittel zu bekommen, helfen externe Berater und die zuständige Handwerkskammer.

In der Regel kann ein Parkettleger die Arbeiten nicht alleine ausführen, deshalb stellt sich ebenso die Frage, wie viel Personal er benötigt. Um die Personalkosten zu decken, bietet die Bundesagentur für Arbeit Unterstützung in Form eines Einstellungszuschusses während der Startphase oder einen Eingliederungszuschuss. Beim Eingliederungszuschuss ist eine dreimonatige Arbeitslosigkeit des Mitarbeiters Voraussetzung.

Die Kosten für die Gründung sind nur ein grober Anhaltspunkt, da diese stark vom Angebot des Parkettlegers abhängig sind.

Kosten für die Grundausstattung

Ein mobiler Handwerkerservice ist in der Gründung deutlich günstiger, als eine Werkstatt mit Showroom und Kundenberatung.

Ein Gründungskapital von 30.000 bis 50.000 Euro ist notwendig. Es genügt meist, etwa 20 Prozent Eigenkapital einzusetzen. Allerdings sollte auch eine Rücklage vorhanden sein, um die ersten Monate ohne nennenswerte Aufträge zu überbrücken. Auf der sicheren Seite ist, wer hier weitere 30.000 Euro einplant.

Mit in die Kostenkalkulation der Grundausstattung gehören die Kosten für Auto, Lagerraum, möglicherweise eine Werkstatt und Büro sowie finanzielle Mittel für erste Marketingmaßnahmen und die Geschäftsausstattung des Betriebes.

Fahrzeug

In der Regel wird das Parkett direkt zur Baustelle geliefert, sodass im Handwerkerfahrzeug meist nur Werkzeug, Hilfsmittel und Ersatzteile transportiert werden müssen. Ein Mercedes Sprinter oder Mercedes Vito, Ford Transit oder ähnliche Modelle lohnen sich, wenn größere Teile zum Kunden transportiert werden müssen, ansonsten ist auch ein Opel Vivaro oder Citroen Berlingo als Handwerkerfahrzeug für Parkettleger ausreichend. Gerade wenn der Gründer viele Kundenberatungstermine hat, ist ein kleineres Fahrzeug sinnvoll, um Spritkosten zu sparen und flexibler zu sein.

Um die Liquidität und das Rating zu verbessern ist es sinnvoll das benötigte Fahrzeug zu leasen.

Leasingsonderzahlung
Generell gilt bei einer Gründung: Leasen ist vorteilhafter als Kaufen. Das Leasing schont als Finanzierungsinstrument die Liquidität und die Leasing Sonderzahlung ist als Betriebsausgabe steuerlich absetzbar. Mehr dazu in unserem Artikel zur Grundausstattung eines Handwerksbetriebs.

Interessant für Parkettleger, die der Einnahmen-Überschussrechnung unterliegen und keine Bilanz erstellen: Die Leasingsonderzahlung darf der Betrieb sofort in voller Höhe als Betriebsausgabe absetzen. Dadurch sinkt der Gewinn des Anschaffungsjahrs und die Höhe der Steuerlast. Voraussetzung ist, dass der Firmenwagen überwiegend für das Geschäft genutzt wird, da sonst eine rückwirkende Kürzung des Betriebsausgabenabzugs droht.

Hinweis: Die Leasingsonderzahlung ist eine einmalig zu entrichtende Zahlung des Leasingnehmers an den Leasinggeber. Sie ist zu Beginn des Leasingverhältnisses fällig. Die Höhe hängt vom Anbieter vom Modell, der Automarke und der Bonität des Leasingnehmers ab. In Grenzen lässt sie sich frei vereinbaren. Je höher die Sonderzahlung, umso geringer sind die monatlichen Leasingraten. Die Sonderzahlungen betragen üblicherweise 1.000 bis 5.000 Euro.

Fahrzeugeinrichtung / Innenausbau
Jedes Handwerkerauto braucht die passende Fahrzeugeinrichtung, damit das Werkzeug sowie Ersatzteile und Hilfsmittel, die am Auftragsort benötigt werden, übersichtlich untergebracht und vor allem gesichert werden können. Der Parkettleger transportiert in der Regel nur Werkzeug und Hilfsmittel, die er beim Bodenverlegen benötigt. Deshalb sind Regalsysteme und Haltevorrichtungen für sperrigeres Gut die richtige Wahl.

Es gibt spezielle Systeme für Transporter, die dabei helfen das Werkzeug übersichtlich unterzubringen sowie Material sicher zur Baustelle zu transportieren. Meist handelt es sich um ein spezielles und umfangreiches Regalsystem mit optimaler Raumausnutzung, angepasst auf das jeweilige Fahrzeugmodell. Der Innenausbau sorgt sowohl für die Ladungssicherung und für Effizienz bei der täglichen Arbeit.

In der Regel bieten die gängigen Einrichtungsspezialisten immer ein Standard- beziehungsweise Starterprogramm an, das sich nach Bedarf individuell erweitern lässt. Im Regelfall erfolgt die Kaufabwicklung über den jeweiligen Autohändler. Je nach Art der Ausstattung sind hierfür 500 bis 1.500 Euro zu veranschlagen

Folierung
Nicht zuletzt ist die Außenseite des Firmenfahrzeugs mit in die Kostenkalkulation für die Betriebsgründung mit einzubeziehen. Da der Handwerker oftmals an verschiedenen Orten unterwegs ist, ist eine Folierung des Autos mit Betriebslogo, Telefonnummer und Anschrift des Betriebes für die Firmenpräsentation besonders wichtig.

Fahrzeugbeschriftungen sind preiswerte Alternativen zu anderen Werbeformen wie beispielsweise ein Plakat oder Baustellenplanen. Bei guter Pflege hält die Folierung über viele Jahre auf dem Fahrzeug.

Die Konzeption und Gestaltung sollte gleich in die Gründungskalkulation mit aufgenommen werden. Eine Fahrzeugfolierung mit den wichtigsten Daten gibt es bei einigen Anbietern schon ab 150 Euro.

Werkzeug für die Grundausstattung eines Parkettlegers

Zur Grundausstattung für Parkettleger gehören Cutter, Hakenmesser, Winkel, Schrägmaß, Spickschnur, Klopfholz, Auftragsspachtel eine Einscheibenmaschine, Teppichstripper, Leistensäge, Stichsäge und kleinere Hilfsmittel.

Die Werkzeugkosten für eine kleine Grundausstattung für den Parkettleger belaufen sich auf etwa 500 Euro. Die Investition in höherwertiges Werkzeug beläuft sich auf etwa 1.000 Euro.

Arbeitskleidung für Parkettleger

Beim Parkettverlegen werden besonders oft die Knie beansprucht. Deshalb ist eine sogenannte Bodenlegerhose als Arbeitshose für den Parkettleger sinnvoll. Dabei handelt es sich um eine spezielle Bundhose, die am Knie Taschen für die Einlage von Kniepolstern besitzt. Die Hose sollte außerdem Taschen für das Verstauen von kleinerem Werkzeug besitzen sowie strapazierfähig und reißfest sein und einen ergonomischen Schnitt für viel Bewegungsfreiheit haben. Da der Parkettleger ausschließlich im Innenbereich arbeitet, ist keine spezielle Outdoor-Bekleidung notwendig.

Die Materialien der Arbeitskleidung sollten aus einem Polyester-Baumwollgewebe bestehen, denn diese sind hautfreundlich und gleichzeitig auch strapazierfähig sowie formbeständig und pflegeleicht.

Auf den Sicherheitsschutz achten
Rutschfeste Arbeitsschuhe sowie griffige Arbeitshandschuhe sind ein Muss für die Ausstattung des Parkettlegers. Bodenlegerschuhe sollten neben der Rutschfestigkeit auch bequem sein und dürfen keinen Abrieb auf dem frisch verlegten Boden hinterlassen.

Am besten geeignet sind Sicherheitsschuhe mit antistatischer, benzin- und ölfester Sohle sowie einer Resistenz gegen Lösungsmittel, zertifiziert nach EN ISO 20344, gegen Nageldurchtritt.

Für Arbeitskleidung sollte der Gründer etwa 500 bis 1.000 Euro an Kosten einkalkulieren.

Büro/Computer

Ein Gründer benötigt in den ersten Monaten nicht unbedingt ein externes Büro. Dieses lässt sich auch im eigenen Zuhause einrichten, um Kosten zu sparen. Ein Schreibtisch in der Wohnung reicht aus, um mit dem Kunden per Mail und Telefon kommunizieren zu können.

Ein PC zur Kommunikation mit den Kunden, für die Rechnungserstellung und die Buchhaltung unabdingbar. Eine Möglichkeit zur Annahme von Kundenaufträgen über Telefon und Internet sollte vorhanden sein.

Für den PC und die notwendige Software zur Betriebsführung sind mindestens 300 bis 500 Euro einzukalkulieren.

Geschäftsausstattung: Briefpapier, Logo und Visitenkarten

Im Idealfall sollten sich Gründer gleich zu Beginn um eine professionelle Geschäftsausstattung kümmern. Um kompetent und seriös vor dem Kunden auftreten zu können, ist die Gestaltung eines Logos, das sich auf Briefpapier, Visitenkarten und der Homepage des Betriebes wiederfindet, wichtig.

Einige Grafikagenturen und Webdesigner bieten Gründerpakete an und beraten zu einer professionellen Geschäftsausstattung. Wichtig ist, dass alles aus einer Hand kommt. Für diesen Posten sind mindestens Kosten von 500 Euro einzukalkulieren.

Lager

Im Normalfall benötigt ein Parkettleger nur ein kleines Lager, in dem er sein Werkzeug und seine Hilfsmittel lagern kann. Eine Werkstatt ist für einen Parkettleger überflüssig. Der Lagerraum kann in den ersten Monaten um Kosten zu sparen, auch in der Garage eingerichtet werden.

Ausstellungsraum

Je nachdem, ob der Parkettleger nur beim Kunden zum Bodenverlegen tätig sein möchte oder ob er auch einen Schwerpunkt auf die Kundenberatung legt, benötigt er einen Ausstellungsraum, in welchem er verschiedene Fußbodenbeläge beziehungsweise Parkettholzarten ausstellen und die Kunden beraten kann.

Die Einrichtungskosten für den Raum sind mit etwa 1.000 Euro einzukalkulieren, wenn es sich um eine einfache Einrichtung handelt.

Laufende Kosten

Nicht nur das Betriebsfahrzeug und die Miete eines eventuellen Ausstellungsraumes verursachen laufende monatliche Kosten, sondern auch die Pflicht für Mitgliedschaften und Versicherungen.

Mitgliedschaften

Handwerkskammer
Es besteht eine Zwangsmitgliedschaft in der örtlich zuständigen Handwerkskammer. Wenn es sich um ein zulassungspflichtiges Handwerk handelt, gibt es einen Eintrag in die Handwerksrolle. Bei einem zulassungsfreien Handwerk, wie es beim Parkettleger der Fall ist, wird dieses in das Verzeichnis der Handwerkskammer eingetragen.

Die monatlichen Beiträge richten sich nach dem Gewinn der Vorjahre. In der Regel beträgt der Grundbeitrag 120 bis 270 Euro, abhängig von der Höhe des Gewinns. Die Kammern belegen Betriebe, die über 25.000 Euro Gewinn erzielen mit einem Zusatzbeitrag in Höhe von etwa 0,6 Prozent.

Hinweis: Dank einer Sonderregelung zahlen Existenzgründer und Einzelunternehmer, welche erstmalig ein Gewerbe anmelden, in den ersten vier Jahren meist keine oder reduzierte Beiträge.

Berufsgenossenschaft
Für Parkettleger ist die BG BAU -Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft zuständig. Es handelt sich um eine Versicherung, welche die Folgen von Berufsunfällen und Berufskrankheiten trägt sowie die Betriebe in Sicherheitsfragen berät. Die Berufsgenossenschaft deckt das Risiko von Berufsunfällen sowie Berufskrankheiten ab und hilft, die Sicherheit des Betriebs zu verbessern.

Die Höhe der Beiträge richten sich nach den Gefahren und den Bruttolöhnen. Da die Genossenschaften die tatsächlich angefallenen Kosten umlegt, werden die Parameter laufend verändert.

Innungen
Der Bundesverband Parkett- und Fußbodentechnik (BVPF) untergliedert sich in 21 Landesverbände. Er vertritt die Interessen von Parkettleger-Betrieben. Die Mitgliedschaft ist freiwillig, bietet aber viel Vorteile, denn Kunden suchen oft bei den Innungen nach einem Betrieb. Außerdem genießen Innungsbetriebe einen Vertrauensvorteil. Ferner profitieren Innungsmitglieder von günstigen Konditionen beim Einkauf und ausführlichen Beratungen zu den unterschiedlichsten Themen.

Je nach Innung fällt ein Grundbeitrag in Höhe von etwa 400 Euro jährlich und ein Zusatzbeitrag, der etwa 0,7 Prozent der Jahreslohnsumme (brutto) beträgt.

Personal

Parkettleger benötigen in der Regel immer mindestens einen Mitarbeiter.

Tipp: Es ist ratsam das Unternehmen mit einer weiteren Person zu gründen, die auch bei den anfallenden Arbeiten hilft.

Fahrzeug

Auch das Firmenfahrzeug des Parkettlegers verursacht laufende Kosten. Leasingraten, Benzin, Steuer, Versicherung und Werkstattkosten sind in der monatlichen Kostenkalkulation zu berücksichtigen.

Leasing
Leasing, also das Nutzen eines fremden Fahrzeugs gegen Mietzahlung, bedeutet eine regelmäßige finanzielle Belastung. Für einen neuwertigen Lkw fallen im Monat zwischen 1.000 und 5.000 Euro an.

Hinweis: Die Raten sind Betriebskosten. Sie reduzieren den Gewinn und damit die Steuerlast.

Treibstoff
Parkettleger nutzen das Fahrzeuge meist intensiv, weil sie an verschiedenen Baustellen arbeiten. Abhängig vom Einzugsgebiet ist mit einer Fahrleistung von 300 bis 700 Kilometer im Monat zu rechnen. Dies bedeutet Kosten von etwa 250 bis 300 Euro an Treibstoff.

Kfz-Steuer
Die Kfz-Steuer ist im Voraus für die Dauer eines Jahres zu bezahlen und zwar ab der Zulassung und Anmeldung des Fahrzeuges als Firmenwagen. Bei der Berechnung der Kfz-Steuer sind Hubraum, Abgasnorm und der Kohlenstoffdioxidausstoß von Bedeutung. Dabei ist die Kfz-Steuer für LKWs deutlich geringer. Ob das Firmenfahrzeug als LKW eingestuft wird, hängt von der Bauart, der Einrichtung und dem äußeren Erscheinungsbild des Fahrzeugs ab.

Die Kfz-Steuer beträgt grob zwischen 200 und 350 Euro pro Jahr.

Versicherung
Sofern die Fahrzeuge über Kredit oder Leasing finanziert werden, ist eine Vollkaskoversicherung unumgänglich. Die Beiträge berechnen die Versicherungen individuell, nach Typklasse, der jährlichen Fahrleistung, dem Abstellort und der Art der Fracht.

Kosten zwischen 700 und 1.000 Euro sind für beide Fahrzeuge zusammen realistisch.

Verschleiß / Wartung
Je neuwertiger die Fahrzeuge sind, umso geringer sind die Reparaturkosten. Außerdem schützen Vollkasko und Herstellergarantie vor hohen unerwarteten Ausgaben für die Werkstatt.

Es fallen meist Ausgaben in Höhe von 300 bis 600 Euro im Jahr für die vorgeschriebene Haupt- und Abgasuntersuchungen, die Inspektionen sowie den Austausch von Verschleißteilen an.

Tipp: Ein Full-Service-Leasing kostet mehr als normales Leasing, dafür übernimmt der Leasinggeber die Werkstattkosten und meist auch die Versicherung.

Versicherungen

Als selbständiger Handwerker ohne Meisterpflicht eröffnet sich die Option einer privaten Krankenversicherung, ebenso sollte der Handwerker sich unbedingt gegen Berufsunfähigkeit versichern.

Handwerker, die der Meisterpflicht unterliegen, sind verpflichtet, sich in der gesetzlichen Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung abzusichern. Hierfür sind 400 bis 800 Euro monatlich zu veranschlagen.

Der Parkettleger trägt ein hohes Maß an Verantwortung, da er Böden maßgenau anfertigen muss. Eine Betriebshaftpflichtversicherung schützt vor finanziellen Risiken. Es kann immer sein, dass bei der Arbeit Dinge und Material unabsichtlich beschädigt werden. Soll ein Ausstellungsraum oder auch ein Geschäft für Parkettböden mit eröffnet werden, ist auch eine Inventarversicherung für den Parkettleger sinnvoll. Eine Absicherung gegen Ertragsausfälle lohnt sich, sobald die ersten Umsätze einsetzen. Für diese Versicherungen ist ein Betrag von 30 bis 80 Euro im Monat einzukalkulieren.

Miete / Nebenkosten / Strom / Wasser / Telefon

Die Räumlichkeiten des Ausstellungsraumes sollten eine Grundfläche von mindestens 100 Quadratmetern aufweisen. Es ist mit Kosten von etwa 1.000 Euro Miete im Monat zu rechnen, je nachdem welche Lage der Raum hat.

Hinzukommen kommen regelmäßige Zahlungen für Energie, Wasser und Telefon. Grob geschätzt muss der Parkettleger mit einer Summe von 500 Euro zusätzlich zur Miete rechnen.

Marketing

Auch ein Handwerker sollte Werbung machen, um neue Kunden zu gewinnen. Im Gründungsjahr können die Kosten für Marketing und Werbung höher liegen als in den darauffolgenden Jahren.

Grundvoraussetzung für eine gute Werbung für den Betrieb ist eine gute und gründliche Arbeitsweise. Qualitätsarbeit spricht sich bei den Kunden herum. Wer zuverlässig und zu einem guten Preis arbeitet, darf mit zufriedenen Kunden rechnen, die den Betrieb von sich aus weiterempfehlen. Persönliche Empfehlungen sind wichtig, genauso wie gut verlegte Parkettböden.

Webseite
Eine zeitgemäße und vor allem gepflegte und suchmaschinenoptimierte Webseite wird auch für Handwerker immer wichtiger. Bei der Gewinnung von Neukunden steht nach der persönlichen Empfehlung die Internetrecherche längst an zweiter Stelle. Monatliche Kosten fallen für die Suchmaschinenoptimierung und die Pflege der Webseite an, denn der Betrieb sollte auch im Netz für die Kunden auffindbar sein.

Auf der Webseite kann der Parkettleger sein Leistungsspektrum angeben und Referenzen in Form von Bildern zeigen. Für die professionelle Pflege der Webseite können monatliche Kosten von 30 bis 100 Euro entstehen.

Werbung online
Die Anmeldung auf Handwerkerportalen wie MyHammer lohnt sich, wenn man von der Reichweite in den Suchmaschinen, die diese Portale bieten, profitieren möchte. Hier kann sich der Betrieb präsentieren, Arbeitsbeispiele hochladen sowie Empfehlungen und Referenzen von zufriedenen Kunden erhalten, was der Neukundengewinnung dient.

Werbung offline
Es lohnt sich, direkte Kontakte mit Kunden auf Messen und Konferenzen zu knüpfen und sich von zufriedenen Kunden weiterempfehlen zu lassen. Eine freundliche und offene Kommunikation am Telefon und per Mail gehört dazu, wenn man seine Kunden halten möchte. Zufriedene Kunden kommen wieder.

Auch Flyer, Plakat- und regelmäßige Annoncen in regionalen Tageszeitungen, ist für Parkettleger empfehlenswert. Wenn es sich anbietet, kann der Parkettleger auch einen offenen Tag der Tür veranstalten um dort die gängigsten Parkettarten sowie Verlegearten vorstellen

In der Anfangsphase belaufen sich die monatlichen Werbungskosten auf etwa 500 bis 1.500 Euro.

Checkliste: Als Parkettleger selbständig machen

  1. Sind die fachlichen Voraussetzungen erfüllt? Erfahrung im Bodenlegerhandwerk und optional ein Meisterbrief
  2. Ist das Gründungskapital für den Start vorhanden?
  3. Gewerbeanmeldung erledigen
  4. Bei der Handwerkskammer melden
  5. Innungsmitgliedschaft beim Fachverband des Bundeslandes beantragen (opitonal)
  6. Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft beantragen
  7. Geschäftsausstattung wie Visitenkarten und Briefpapier in Auftrag geben
  8. Werkzeug und Arbeitskleidung beschaffen
  9. Material einkaufen
  10. Werbung für den Betrieb machen
  11. Aufträge annehmen und Termine bei den Kunden planen

Beschaffung

Es lohnt sich, bei der Handwerkskammer nachzufragen, ob ein geeigneter Betrieb in der Nähe einen Nachfolger sucht. Eine Übernahme eines bestehenden Betriebs erleichtert den Start in die Selbstständigkeit erheblich.

Spezialisierungen

Für Parkettleger gibt es einige Fortbildungen und Möglichkeiten der Spezialisierung. Der Gründer kann sich beispielsweise auf das Instandhalten bestimmter Bodenbeläge konzentrieren oder ganz besondere Böden verlegen und Spezialist in seinem Bereich werden.


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