Ein Küchenplaner plant für seine Kunden individuelle Küchen am Computer und vor Ort. Er betreut und berät seine Kunden in technischer als auch in stilistischer Hinsicht. Der Küchenplaner weiß dabei genauestens über die Marktlage und verschiedene Küchenanbieter Bescheid und hat ein Gespür für die Bedürfnisse des Kunden und seiner Lebenssituation und weiß über alle technischen und Design-Unterschiede der Küchen Bescheid. Er begleitet seine Kunden von der Planung der Küche bis zur Installation und darüber hinaus. Er ist Ansprechpartner, wenn es um Reklamations- und Servicefragen geht. Er hat außerdem Kenntnisse über die Wasser- und Versorgungsanschlüsse im Haus. Das zentimetergenaue Ausmessen für den Zuschnitt der Küche fällt ebenfalls in den Bereich des Küchenplaners.

Wie viele Küchenplaner in Deutschland ihre Dienste anbieten ist unbekannt. Es ist kein anerkannter Beruf und die Tätigkeit kann sowohl als Gewerbe als auch als Freiberufler ausgeübt werden kann. Hinzukommt, dass auch Verkäufer von Küchen sich oft als Planer bezeichnen. Die Marktlage ist dennoch gut, um als Küchenplaner in die Selbständigkeit zu starten.

Die Konkurrenz- und Marktlage richtig einschätzen

Der Trend geht in den letzten Jahren zu hochwertigen Küchen. Besonders gutsituierte Familien leisten sich, wenn das Haus fast abbezahlt ist, eine neue teure Küche. Hier besteht ein großer Beratungsbedarf. Auch im Bereich der Gastronomie sind Küchenplaner gefragt

Die Marktanalyse sollte sich mit diesen Themen befassen:

  • Wie groß ist die Zielgruppe am gewünschten Standort?
  • Wie groß ist die Nachfrage im Aktionsradius?
  • Anzahl der Konkurrenten im Aktionsgebiet (Internetrecherche)
  • Wie viele Firmen der Region bieten hochwertige Küchen an und könnten einen Berater benötigen?
  • Welche Alleinstellungsmerkmale können geboten werden?

Für die Selbständigkeit ist eine gründliche Vorbereitung das A und O. Nur wer die Marktlage und Konkurrenzsituation am gewünschten Standort kennt, kann sich auf alles vorbereiten und sich auf Alleinstellungsmerkmale konzentrieren.

Fachliche Voraussetzungen für eine Existenzgründung als Küchenplaner

Zulassungsvoraussetzungen gibt es für Küchenplaner nicht. Allerdings kann ein Studium der Innenarchitektur (auch ohne erfolgreichen Abschluss) oder ein Meistertitel als Tischler, Installateur oder Elektriker hilfreich sein auf dem Markt zu bestehen.

Gründungskosten für ein Küchenstudio

Um die Chancen einzuschätzen ist ein Businessplan nützlich. Bei der Erstellung helfen Handwerkskammern, die IHK oder freie Berater.

Kosten für die Grundausstattung

Ein Küchenplaner kommt mit einem Startkapital von etwa 20.000 Euro aus. In dieser Summe sind auch die laufenden Kosten für die ersten sechs Monate enthalten.

Fahrzeug

Ein Kleinwagen genügt den Ansprüchen eines Küchenplaners. Dieser bietet die nötige Flexibilität, um zu wechselnden Einsatzorten zu gelangen. Da keine Ausrüstung zu transportieren ist, muss der Firmenwagen nicht groß sein. Interessant sind Fahrzeuge wie ein Smart, ein Renault Clio, VW Polo oder ein Seat Ibiza.

Leasing Sonderzahlung
Gründer sollten ein Fahrzeug grundsätzlich leasen, da dies die Liquidität kaum belastet und das Rating verbessert. Zum Vertragsbeginn erhalten Leasinggeber in der Regel eine Einmalzahlung. Ihre Höhe richtet sich nach dem Wert des Fahrzeugs und der Bonität des Leasingnehmers. Mehr dazu in unserem Artikel zur Grundausstattung eines Handwerksbetriebs.

Küchenplaner sind meist nicht bilanzierungspflichtig, sie ermitteln den Gewinn nach der Einnahmen-Überschussrechnung. Daher können Sie die Sonderzahlung sofort von den Einnahmen abziehen. Dies reduziert den Gewinn und die Steuerlast.

Für einen gängigen Kleinwagen liegt die Sonderzahlung in einem Bereich von 500 bis 3.000 Euro.

Folierung
Jeder soll sehen, dass ein Küchenplaner im Haus ist. Eine großflächige Folierung des Firmenwagens mit Bildern von Küchen und den Kontaktdaten, ist eine ausgezeichnete Werbung. Spezialfirmen bringen solche Folien für 1.000 bis 1.500 Euro an.

Werkzeug

Küchenplaner messen vor Ort Küchen aus. Dies geschieht sinnvollerweise mit einem Infrarotmessgerät. Für die Aufnahme der Daten und der Kundenwünsche sollte er ein Tablet oder einen Laptop dabei haben.

Für 1.000 bis 2.000 Euro bekommt er ein Equipment in Profiqualität.

Büro und Computer

Ein Büroraum ist nicht erforderlich, denn Küchenplaner beraten vor Ort beim Kunden. Aber der Planer benötigt einen Computer mit CAD-Software, Internet und ein Telefon. Hierfür sind 1.000 bis 2.000 Euro zu veranschlagen.

Geschäftsausstattung: Briefpapier, Logo und Visitenkarten

Ein ansprechendes Logo, gut gestaltetes Geschäftspapier und passende Visitenkarten helfen bei einem seriösen und kompetenten Auftreten gegenüber potentiellen Kunden. Gründer sollten mindestens 500 bis 1.000 Euro für einen Grafiker oder Webdesigner veranschlagen, um alles aus einer Hand im einheitlichen Design zu erhalten.

Homepage

Es ist verlockend eine kostenlose Homepage ins Netz zu stellen. Ein professioneller Webauftritt sieht anders aus. Es lohnt, sich an einen Webdesigner zu wenden. Für etwa 1.000 Euro erstellt er eine einfache und suchmaschinenoptimierte Homepage, die aus der Masse heraussticht.

Laufende Kosten

Für Firmenwagen und Marketing sind einige monatliche Zahlungsabgänge zu verzeichnen. Die ersten Eingänge fließen aber erst in einigen Monaten. Auf der sicheren Seite sind angehende Küchenplaner, wenn sie für sechs Monate etwa 1.500 Euro monatlich in der Gründungskalkulation berücksichtigen.

Mitgliedschaften

Allgemeine Regelungen über Zwangsmitgliedschaften von Küchenplanern gibt es nicht. Es kommt auf die genaue Tätigkeit und die Vorbildung an.

Freiberufliche Tätigkeit (keine Gewerbeanmeldung)
Paragraf § 18 des Einkommensteuergesetzes definiert, wer als Freiberufler gilt. Eine selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit zählt dazu. Dies trifft auf Küchenplaner zu, die eine Vorbildung als Architekt haben. Sie müssen keiner Kammer beitreten. Für freie Berufe ist die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) zuständig. Kleinunternehmer müssen mit einem Mindestbeitrag in Höhe von 50 Euro im Jahr rechnen.

Innenarchitekten als Küchenplaner (keine Gewerbeanmeldung)
Innenarchitekten mit Schwerpunkt Küchenplanung müssen der Architektenkammer angehören und einen Jahresbeitrag von 400 bis 500 Euro zahlen.

Ebenso müssen sie beim Versorgungswerk der Architekten – VwdA angemeldet sein. In den ersten fünf Jahren der selbständigen Tätigkeit sind auf Antrag neun Prozent des Berufseinkommens abzuführen, ansonsten 18 Prozent. Der Mindestbeitrag beträgt 301,50 Euro. (Stand 2019).

Auch Architekten müssen sich bei der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) anmelden.

Handwerker als Küchenplaner (Gewerbeanmeldung ist Pflicht)
Diese müssen den Betrieb bei der örtlich zuständigen Handwerkskammer eintragen lassen. Ein jährlicher Beitrag 120 bis 350 Euro und ab 20.00 Euro Gewinn zusätzlich 0,8 bis 1,2 Prozent des Gewinns, ist als Abführung einzuplanen.

In der Regel ist der Betrieb der BG BAU (Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft) zu melden. Sofern der Betrieb keine Mitarbeiter hat, entstehen keine Kosten.

Wenn der Küchenplaner auch bauliche Tätigkeiten anbietet, kann er verpflichtet sein an die Sozialkasse der Bauwirtschaft (SOKA Bau) zu zahlen. Diese bekommt 19 bis 22 Prozent der Bruttolohnsumme aller gewerblichen Arbeitnehmer und 20 bis 80 Euro pro Angestellten und Monat.

Sofern der Küchenplaner als Vollhandwerker zählt muss er der Handwerkerpflichtversicherung beitreten. Sie verlangt einen Mindestbeitrag von 579,39 Euro monatlich. in den ersten drei Kalenderjahren nach der Gründung ist nur der halbe Satz zu zahlen, also 289,70 Euro (Stand 2019).

Verkäufer als Küchenplaner (Gewerbeanmeldung ist Pflicht)
Wenn die Aufgabe des Küchenplaners eher als verkäuferische Tätigkeit anzusehen ist, also wenig planerischen Charakter aufweist, muss der Küchenplaner Mitglied der IHK werden.

Diese verlangt bei einem Gewinn von unter 25.000 Euro meist 30 bis 50 Euro im Jahr. Hinzukommt meist der Mindestbeitrag für die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG).

Innungen
Je nach Handwerk ist eine andere Innung zuständig. Die Architektenkammer ist gleichzeitig die Interessenvertretung der Architekten.

Fahrzeug

Der Firmenwagen belastet das junge Unternehmen durch fixe Kosten für Leasing, Steuer und Versicherung sowie variable Kosten für Werkstatt und das Tanken.

Leasing
Wie hoch die monatlichen Zahlungen sind, hängt von derHöhe der Sonderzahlung, dem Wert des Fahrzeugs und der Bonität des Gründers ab. Meist reichen Beträge zwischen 50 und 200 Euro im Monat für einen Kleinwagen aus.

Kfz-Steuer
Die Kraftfahrzeugsteuer erhebt das Finanzamt jährlich im Voraus ab dem Tag der Anmeldung. Die Höhe orientiert sich am Tag der Erstzulassung, der Antriebsart und dem CO2-Ausstoß. Für einen modernen Kleinwagen ist mit 150 bis 250 Euro zu rechnen.

Versicherung
Grundsätzlich müssen Besitzer von geleasten Fahrzeugen eine Vollkaskoversicherung abschließen. Dieser Umstand führt zu relativ hohen Jahresprämien zwischen 500 und 1.000 Euro. Große Unterschiede sind sowohl bei den Prämien als auch bei den Leistungen üblich, obwohl alle Versicherungen die Tarife nach Regional-, Typ- und Schadenfreiheitsklasse kalkulieren.

Tipp: Makler haben oft bessere Konditionen als die Gesellschaften.

Verschleiß / Wartung
Die Vollkaskoversicherung übernimmt fast alle Reparaturen, die auf ein Schadensereignis zurückzuführen sind. Die meisten übrigen Schäden deckt die Garantie bei Neuwagen ab. Aus diesem Grund sind nur Inspektionen und Wartungen, der Austausch von Verschleißteilen sowie die vorgeschriebenen Haupt- und Abgasuntersuchungen bei der Kalkulation zu berücksichtigen. Hierfür reichen 100 bis 200 Euro im Jahr aus.

Kraftstoff
Da Kleinwagen einen geringen Kraftstoffverbrauch haben sind nur 50 bis 200 Euro für das Tanken zu erwarten. Wer seine Dienste in einem großen Einzugsgebiet offeriert muss natürlich mit höheren Kosten rechnen.

Versicherungen

Architekten sind verpflichtet eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen. Diese orientiert sich am Jahreshonorarumsatz. Bei einem Umsatz von 50.000 Euro kostet die Versicherung etwa 1.500 Euro im Jahr. In dieser Größenordnung bewegen sich auch die Kosten, wenn andere Berufsgruppen eine Haftpflicht für die Folgeschäden einer falschen Planung abschließen.

Miete / Nebenkosten / Strom / Wasser / Telefon

Wenn der Küchenplaner keine Geschäftsräume unterhält, genügen 200 bis 300 Euro, um die üblichen Nebenkosten und die Kosten für das Telefon abzudecken.

Marketing

Bei der Werbung kommt es darauf an, die eigene Fachkompetenz herauszustellen und potenzielle Kunden auf die eigene Dienstleistung aufmerksam zu machen. Alle Maßnahmen müssen genau auf das Leistungsspektrum des Küchenplaners zugeschnitten sein.

Webseite
Eine gute und suchmaschinenoptimierte Webseite ist der erste Schritt, um sich als Küchenplaner bei den potentiellen Kunden bekannt zu machen. SEO-Spezialisten verbessern das Ranking der Webseite, um sie auffindbar zu machen. Wichtig ist auch, dass die Seite regelmäßig gepflegt und mit neuen Infos versorgt wird, wie beispielsweise Referenzen vergangener Projekte und Angebote. Außerdem sollte unbedingt ein Kontaktformular vorhanden sein, das den potentiellen Kunden die Kontaktaufnahme und Anfrage nach einem Angebot leicht macht.

Werbung online
Die Anmeldung auf Handwerkerportalen wie MyHammer ist gerade in der Startphase eine gute Möglichkeit, das Unternehmen unkompliziert im Netz sichtbar zu machen und von der guten Reichweite zu profitieren, die das Handwerkerportal in den Suchmaschinen bietet. Hier kann der Küchenplaner sein Leistungsspektrum angeben und seine Tätigkeit präsentieren sowie Ausschreibungen einsehen und sich darauf bewerben. Auch die Kontaktaufnahme von Kunden, die einen Auftrag vergeben möchten, ist möglich. Die Kosten sind im Vergleich zum Nutzen gering. Eine geringe Grundgebühr plus Provisionen für erhaltene Aufträge ist fällig.

Arbeitet der Küchenplaner kreativ und individuell, ist auch eine Unternehmensseite auf Facebook und / oder Instagram sinnvoll, wo Bilder vergangener Projekte und neue Infos und Sonderaktionen präsentiert werden können. Die Anmeldung auf sozialen Kanälen ist kostenlos und erzeugen oftmals Aufmerksamkeit bei potentiellen Neukunden.

Werbung offline
Küchenplaner mit guter Qualifikation können Ihre Dienste auf freiberuflicher Basis Möbelhäusern und Küchenherstellern anbieten. Für diese ist es interessant den Kunden einen solchen Service zu bieten.

Wer Großküchen plant, wendet sich an Hotels, Krankenhäuser, Cateringfirmen und ähnliche Betriebe. Ansprechpartner sind auch Architekten und Innenarchitekten, denn das Planen von Küchen ist ein Spezialgebiet, das diese nicht immer beherrschen.

Es lohnt auch, Annoncen in Zeitschriften zu schalten, die über hochwertige Wohnideen berichten. Im Schnitt sind 500 Euro im Monat für Prospekte, Visitenkarten und Anzeigen einzuplanen.

Checkliste: Als Küchenplaner selbständig machen

  1. Welche Qualifikationen zeichnen mich als Küchenplaner aus?
  2. Je nach Fachrichtung mit der zuständigen Kammer in Kontakt treten. (IHK, Handwerkskammer, Architektenkammer)
  3. Businessplan erstellen, um Gründungszuschuss und Darlehen zu bekommen.
  4. Wenn erforderlich, Gewerbe anmelden.
  5. Bei Berufsgenossenschaft melden
  6. Beraterhaftpflicht abschließen.
  7. Werkzeug, Computer und Software kaufen.
  8. Werbung für den Betrieb machen
  9. Aufträge annehmen und Termine bei den Kunden planen

Beschaffung

Küchenplaner benötigen nur wenige Werkzeuge, dafür aber einen hochwertige EDV -Ausstattung. Sie sollten sich bei der Kammer und bei Fachunternehmen beraten lassen.

Spezialisierungen

Typische Spezialisierungen bei Küchenplanern sind Großkücheneinrichtungen oder das Planen von behindertengerechten Küchen.

Zertifizierungen
Der Verband der Fachplaner Gastronomie – Hotellerie – Gemeinschaftsverpflegung e.V. bietet Mitgliedern Seminare an, die mit einem Fachkundenachweis abschließen. Küchenplaner, die das Planen von Großküchen anbieten, sollten sich um diesen bemühen.

Um die Qualifikation im Bereich „behindertengerechte Küchen planen“ nachzuweisen, bieten sich Zertifikate nach der DIN-Norm 18040-2 an. Handwerkskammern, der TÜV und andere Institute offerieren verschiedene Zertifizierungen in dieser Fachrichtung.

Im Idealfall kann sich ein Küchenplaner bei der Architektenkammer des Bundeslandes eintragen lassen. Dies setzt aber entweder ein Studium oder eine langjährige Berufspraxis voraus. Außerdem ist ein Nachweis über einen Bildungsstand, der einem Studium gleichwertig ist, zu erbringen.


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