Beim Handwerk des Kaminbauers oder Ofenbauers handelt es sich um einen Handwerksberuf mit langer Tradition. Die exakte Bezeichnung für den Handwerker der Kamine und Kaminöfen in Häuser einbaut, lautet Kachelofen- und Luftheizungsbauer.

Früher dienten die Öfen hauptsächlich zum Heizen, während es heutzutage eher um Wohlfühlbedürfnisse geht. Die Wärme ist oftmals nur ein angenehmer Nebeneffekt. Andererseits steigt die Nachfrage nach einem Kaminbauer, denn immer mehr Hausbesitzer verzichten auf eine zentrale Beheizung in der Übergangszeit. Sie bevorzugen die Wärme eines Heizkamins.

Die Konkurrenz- und Marktlage richtig einschätzen

Kaminbauer stehen sowohl untereinander als Herstellern von Fertigöfen in Konkurrenz. Ein Kaminbauer wohl kaum mehr eigene Öfen bauen, denn die Massenproduktion hat diese Aufgabe größtenteils fest im Griff. Ein selbständiger Kaminbauer sollte sich deshalb eher auf Fertiglösungen von renommierten Herstellern konzentrieren. Es sollte schon relativ früh klar sein, mit welchen Herstellern der selbständige Kaminbauer zusammenarbeiten möchte und zu welchen Konditionen. Gespräche und Verhandlungen sollten Gründer frühzeitig führen.

Befindet sich der gewünschte Standort in einem Gebiet mit großer Konkurrenzsituation, lohnt sich eine Spezialisierung auf ein bestimmtes Gebiet doppelt. Es ist außerdem unabdingbar, dass sich der Kaminbauer regelmäßig weiterbildet, um sich mit seinem Wissen von der Konkurrenz abzuheben. Vorher sollte aber immer die Nachfrage auf diesem Gebiet geprüft werden. Um sich neu auf dem Markt zu behaupten, muss der Gründer folgende Alleinstellungsmerkmale herausarbeiten.

  • Wie viele Kaminbauer sind aktuell in der Region tätig? Wie sieht deren Angebot aus?
  • Wie viele Hausbesitzer haben noch keinen Kaminofen oder einen veralteten?
  • Mit welchem Hersteller soll zusammengearbeitet werden?
  • Gibt es Alleinstellungsmerkmale, die angeboten werden können?
  • Welche besonderen Leistungen kann mein Betrieb bieten?
  • Lohnt sich die Eröffnung eines Kaminstudios am ausgewählten Standort?

Es ist zu beachten, dass es sich bei einem Kaminofen in der Mehrheit der Fälle um ein Luxusgut handelt. Derzeit erfreuen sich Kaminöfen einer großen Nachfrage, etwa 15 Millionen Kaminöfen gibt es in Deutschland. Dies aber nur, weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Wenn die wirtschaftliche Lage in Deutschland wieder schlechter werden würde, gäbe es wahrscheinlich auch eine geringere Nachfrage nach Kaminöfen.

Deshalb ist es sinnvoll, das Leistungsspektrum so aufzubauen, dass es auch in schlechteren Jahren eine Einnahmequelle gibt. Beispielsweise werden Wartungsarbeiten immer gefragt sein.

Zu beachten ist auch, dass das Handwerk des Kaminbauers auch saisonalen Schwankungen unterliegt. Die Nachfrage dürfte im Winter deutlich höher sein. Es gilt daher Rücklagen für den Sommer zu bilden.

Was muss ein selbständiger Kaminbauer leisten können?
Selbständige Kaminbauer erstellen individuelle Konzepte für den Kunden, dabei stehen nicht nur die Feuerstellen selbst im Fokus. Es gibt auch Arbeiten an Nachtspeicherheizungen zu erledigen oder auch Holzöfen, die mit Pellets betrieben oder Warmluftzentralheizungen oder Backöfen müssen gewartet werden.

Beim Kaminofenbau gilt es neben den Sicherheitsaspekten und einem individuellen Design auch die Platzierung im Raum gelungen durchzuführen, der Kaminbauer muss die Vorstellungen des Kunden professionell umsetzen können.

Nachrüstungen von Kaminöfen rücken in den Fokus
Die Feinstaubdiskussionen werden wohl noch eine Weile lang anhalten. Seit 2018 gelten deshalb auch strengere Grenzwerte für Kamin- und Kachelöfen. Deshalb werden Kaminbaubetriebe in Zukunft auch viel mit der Nachrüstung zu tun haben. Aber es wird sicherlich auch ein paar Kaminbesitzer geben, die sich gegen einen Kaminofen entscheiden. Deshalb ist eine strategische Planung und Flexibilität für einen Kaminbauer besonders wichtig.

Fachliche Voraussetzungen für eine Existenzgründung als Kaminbauer

Beim Gewerk des Kaminbauers handelt es sich um einen anerkannten Ausbildungsberuf als Ofen- und Kaminbauer. Eine regelmäßige Weiterbildung ist auf diesem Gewerbe besonders wichtig, denn es gibt ständig neue gesetzliche Anforderungen. Der Kaminbauer muss diese technisch einwandfrei umsetzen können.

Meistertitel wird für die Selbständigkeit als Kaminbauer benötigt
Der Kaminbauer trägt außerdem eine große Verantwortung, denn er muss das Bundes-Immissionsschutzgesetz und Brandschutzvorschriften beachten. Das Gewerbe ist daher in der Handwerksordnung (HWO), Anlage A, verzeichnet und zählt zu den zulassungspflichtigen Gewerken. Wer sich als Kaminbauer selbstständig machen möchte, muss sein Fachwissen belegen und benötigt einen Meisterbrief.

Die Handwerkskammern akzeptieren aber in Ausnahmefällen andere Optionen, Fachkenntnisse nachzuweisen.

Kosten für die Betriebsgründung als Kaminbauer

Generell sollten Existenzgründer nicht auf einen detaillierten Businessplan verzichten. Dieser hilft, das eigene Vorhaben einzuschätzen und ist erforderlich, um Fördermittel und Kredite zu bekommen.

Hilfe bekommen angehende Kaminbauer bei der Handwerkskammer, der Innung und eventuell bei der Bundesagentur für Arbeit. Diese Institutionen arbeiten oft mit freien Finanzberatern zusammen.

Kosten für die Grundausstattung

Für die Gründung eines Kaminbauerbetriebs sollte ein Startkapital von mindestens 50.000 Euro zur Verfügung stehen. Darin ist ein finanzielles Polster für die ersten Monate enthalten.

Fahrzeug

Ohne einen Firmenwagen, kann ein Kaminbauer seine Leistungen nicht erbringen, denn er muss Werkzeuge und Material zu seinen Kunden bringen. In der Regel reicht ein Kleinkastenwagen aus. Fahrzeuge wie der Opel Combo, Ford Tourneo, VW Caddy, Citroën Berlingo, Peugeot Partner oder Renault Kangoo sind perfekt für die Tätigkeiten des Kaminbauers geeignet.

Leasing Sonderanzahlung
Generell gilt bei einer Gründung: Leasen ist vorteilhafter als Kaufen. Das Leasing schont als Finanzierungsinstrument die Liquidität und verbessert das Rating. Mehr dazu in unserem Artikel zur Grundausstattung eines Handwerksbetriebs.

Hinweis: Die Sonderzahlung erheben Leasinggeber zu Beginn des Leasingverhältnisse. Ihre Höhe hängt vom Wert des Fahrzeugs und der Bonität des Gründers ab. Sie reduziert die Höhe der Leasingraten. Dies ist besonders für Betriebe interessant, die den Gewinn nach der Einnahmen-Überschussrechnung ermitteln. Diese dürfen die Sonderzahlung sofort in voller Höhe als Betriebsausgabe absetzen. Damit sinkt der Gewinn im Anschaffungsjahr und auch die Steuerlast.

Für die genannten Fahrzeuge beträgt die Sonderzahlung meist 1.000 bis 5.000 Euro.

Fahrzeugeinrichtung / Innenausbau
Eine besondere Inneneinrichtung ist nicht erforderlich, dennoch gibt es Module, die das Werkzeug übersichtlich im Fahrzeug halten und loses Werkzeug nicht herumfliegt.

Im Hinblick auf die Tatsache, dass es sich um ein Leasingfahrzeug handelt, ist aber eine Laderaumverkleidung wichtig. Kaminbauer transportieren oft schwere, sperrige und scharfkantige Gegenstände. Dies können das Fahrzeug beschädigen. Bei der Rückgabe des Leasingwagens, verlangt der Leasinggeber hierfür einen Schadensersatz.

Eine Laderaumverkleidung schützt vor Abnutzung im täglichen Gebrauch. Sie besteht aus einem Fußboden, Wandverkleidungen und einem Dachhimmel. Die Fahrzeuginneneinrichtung ist oft beim Fahrzeughändler direkt zu bekommen, dieser übernimmt den Einbau. Für diese Position sind 500 bis 1000 Euro einzukalkulieren.

Folierung
Wer professionelle Arbeit bietet, wirbt automatisch für sein Unternehmen. Eine Fahrzeugfolierung bietet die Gelegenheit dort zu werben, wo gerade auch gearbeitet wird.

Mit einer Beschriftung des Fahrzeugs erreichen Gründer, dass ihr Einsatz nicht unbemerkt bleibt. Logo, Name, Anschrift und Kontaktdaten gehören deutlich sichtbar auf das Auto.

Fahrzeugfolierbetriebe bringen die Fahrzeugwerbung für Unternehmensgründer oft recht kostengünstig an. Mindestens 150 Euro sollten für diesen Posten einkalkuliert werden.

Werkzeug

Zur Ausrüstung des Kaminbauers gehören hochwertige Schneid- und Spaltgeräte, um Stein zu verarbeiten sowie eine Kernbohrmaschine. Mit allem Zubehör kostet die Grundausstattung mindestens 5.000 Euro.

Kleidung

Ein Kaminbauer arbeitet nahezu ausschließlich in Häusern, eher selten in Rohbauten. Er benötigt aus diesem Grund eine normale Handwerkerkleidung bestehend aus Latzhose, Arbeitsjacke und Shirt. Ebenso eine wettertaugliche Jacke. Für die Oberbekleidung sollte mindestens 500 Euro einkalkuliert werden.

Auf Sicherheit achten
Wer mit schweren Öfen hantiert benötigt Sicherheitsschuhe und Schutzhandschuhe. Für die Trennarbeiten benötigen Kaminbauer eine Schutzbrille und einen Staubschutz. Für die Schutzausrüstung sind 100 bis 200 Euro zu veranschlagen.

Büro/Computer

Ein Kaminbauer benötigt kein Büro, um Kunden zu empfangen. Ihm reichen Telefon und Computer mit geeigneter Software. Mit dieser Ausrüstung kann er den Kontakt zu Kunden pflegen, seine Korrespondenz erledigen und die Buchhaltung vorbereiten. Der Gründer sollte etwa 300 bis 500 Euro für diesen Posten aufwenden.

Geschäftsausstattung: Briefpapier, Logo und Visitenkarten

Ein seriöses und kompetentes Auftreten ist für einen Kaminbauer besonders wichtig, damit ihm die Kunden Vertrauen entgegenbringen. Gut gestaltete Visitenkarten und ein dazu passendes Geschäftspapier helfen, diesen Eindruck zu vermitteln. Für das Wiedererkennen ist ein Logo von Vorteil, das auch auf dem Auto und der Kleidung erscheinen sollte.

Grafikagenturen und Webdesigner sind die idealen Ansprechpartner für Gründer, um eine professionelle Grundausstattung zu bekommen. Starterpakete gibt es bei einigen Agenturen schon ab 500 Euro.

Lager und Werkstatt

Ein kleines Lager mit Werkstatt ist sinnvoll, um Teile für den Einbau beim Kunden vorzubereiten. Hier sollte auch ein repräsentativer Kaminofen stehen, damit der Betrieb ein Vorführobjekt hat.

Für die Ausstattung dieses Raumes fallen Kosten von 1.000 bis 3.000 Euro an.

Laufende Kosten

Da Kaminbauer meist Einzelanfertigungen für den Kunden installieren, sind sie in der glücklichen Lage eine Anzahlung verlangen zu können. Das bedeutet, dass die ersten Zahlungseingänge bereits bei der Auftragsvergabe erfolgen. Trotzdem muss der Betrieb die laufenden Kosten für etwa sechs Monate mit in die Gründungskalkulation einbeziehen.

Mitgliedschaften

Der Betrieb ist zur Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft verpflichtet. Wenn mehr als 50 Prozent der Arbeitszeit auf den Bau von Schornsteinen und Rauchgasabzügen entfallen, ist er auch verpflichtet, der SOKA-BAU (Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft) beizutreten. Dies entfällt bei einer Mitgliedschaft in einer Ofenbauer-Innung.

Handwerkskammer
Da die regionalen Kammern unabhängig sind, können sich die Beiträge unterscheiden. Unternehmen, die weniger als 20.000 Euro Gewinn erzielen, müssen mit Jahresbeiträgen zwischen 120 und 350 Euro rechnen. Existenzgründer bekommen meist Sonderkonditionen.

Berufsgenossenschaft
Kaminbauer gehören zur Bauwirtschaft, daher ist für Sie die BG-BAU zuständig. Die Beiträge werden jährlich neu festgesetzt, da die Genossenschaft die tatsächlich angefallenen Kosten für Renten und sonstige Leistungen, die aufgrund von Berufskrankheiten oder Berufsunfällen entstehen, auf alle Betriebe umlegt.

Dies geschieht nach einem Umlageschlüssel, der sowohl die Art der Leistung als auch das Risiko der Berufsgruppe berücksichtigt. Dieser wird auf die Bruttolohnsumme angewendet. Wer keine Beschäftigten im Betrieb hat, muss folglich keine Beiträge zahlen.

Innungen
Die örtlich zuständigen Innungen gehören auf Bundesebene dem Fachverband Sanitär – Heizung – Klima an. Sie bieten besonders für Gründer viele Vorteile wie:

  • kostenlose juristische Beratung im Arbeits-, Vertrags- und Sozialrecht
  • kostenloses Inkassomanagement ausstehender Forderungen bis hin zur gerichtlichen Geltendmachung
  • Vergünstigungen bei Stromtarifen
  • Vergünstigungen beim Kfz-Kauf
  • Schlichtungs- und Schiedsgerichtsverfahren

Die Innungen legen die Beiträge nach unterschiedlichen Kriterien fest. Der Jahresbeitrag liegt meist zwischen 300 und 500 Euro.

Personal

Je nach Art des Auftrags braucht der Kaminbauer eine helfende Hand vor Ort. Er sollte also zumindest einen Minijobber einstellen, der bei Bedarf mit zum Kunden fährt. Für diesen sind mit allen Nebenkosten 530 Euro zu veranschlagen.

Bedingt durch den Mindestlohn kann der Helfer im Monat je nach Region 30 bis 35 Stunden im Betrieb arbeiten.

Fahrzeug

Die Kosten, die das Firmenfahrzeug verursacht, vergessen Gründer oft. Auch ein Auto, das kaum bewegt wird verursacht Zahlungsausgänge.

Leasing
Die Leasingrate ist eine langfristige Verpflichtung. Leasingraten sind immer zu zahlen. Je nach Wert des Fahrzeugs und der Sonderzahlung bekommt der Leasinggeber monatlich einen Betrag zwischen 200 und 500 Euro. Dieser mindert den Gewinn im vollen Umfang.

Kraftstoff
Auch zu Beginn fahren Gründer zum Teil große Strecken, denn sie müssen Kunden gewinnen. Es ist daher mit Beträgen zwischen 100 und 300 Euro für den Kraftstoff zu rechnen.

Kfz-Steuer
Das Finanzamt verlangt, sobald das Fahrzeug anmeldet ist, für ein volles Jahr die Kraftfahrzeugsteuer. Deren Höhe hängt unter anderem vom Tag der Erstzulassung, von der Antriebsart und vom CO2-Ausstoß ab.

Für benzingetriebene Pkws mit Zulassung ab dem 1. Juli 2009 beträgt der Grundbetrag zwei Euro je angefangene 100 Kubikmeter Hubraum. Zusätzlich erhebt das Finanzamt zwei Euro für den CO2-Ausstoß pro Gramm und Kilometer. Grob geschätzt sind zwischen 200 und 350 Euro pro Jahr zu entrichten.

Versicherung
Grundsätzlich brauchen Gründer eine Vollkaskoversicherung als Sicherheit für den Leasinggeber und eine Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung. Die Höhe der Prämien orientiert sich an der Typklasse, der Region, in der das Auto zugelassen ist, der Schadensfreiheitsklasse des Versicherungsnehmers und an der jährlichen Fahrleistung. Für einen gängigen Pkw fallen 700 bis 1.000 Euro an.

Tipp: Vergleiche lohnen sich, denn die Gesellschaften dürfen die Prämien frei kalkulieren. Makler bieten außerdem oft hohe Rabatte.

Verschleiß / Wartung
Bei einem Neuwagen sind keine Reparaturkosten zu erwarten, denn diese übernimmt meist entweder die Herstellergarantie oder die Vollkasko. Trotzdem müssen Gründer mit Werkstattkosten rechnen.

Zu berücksichtigen sind die vorgeschriebenen Haupt- und Abgasuntersuchungen sowie die Inspektionen mit Wartungsarbeiten. Außerdem sind Verschleißteile wie Reifen und Bremsbeläge zu wechseln. Die Kosten belaufen sich üblicherweise auf einen Betrag zwischen 100 und 200 Euro im Jahr.

Tipp: Viele Leasinggesellschaften bieten eine Full-Service-Leasing an, in welchem alle anfallenden Kosten enthalten sind.

Versicherungen

Fehler beim Einbau eines Kamins können einen hohen Schaden verursachen. Das Risiko sollten Existenzgründer über eine Betriebshaftpflichtversicherung abdecken. Es lohnt auch eine Inhalts- und Ertragsausfallversicherung abzuschließen. Der Verlust der Werkstattausrüstung ist für einen Gründer kaum zu verkraften.

Für die Versicherungen sind Kosten von etwa 30 Euro pro Monat einzukalkulieren.

Miete / Nebenkosten / Strom / Wasser / Telefon

Kaminbauer mit kleiner Werkstatt müssen für die Miete mindestens 1.000 Euro ansetzen. Hinzu kommen Zahlungen für Energie, Wasser und Telefon von zirka 500 Euro.

Marketing

Nur über ein gut durchdachtes Marketing haben Kaminbauer eine Chance auf dem Markt. Dies ist besonders wichtig, da Baumärkte und Onlineshops sehr günstige Kaminöfen anbieten. In Zeiten des Onlinehandels darf das Internet auf keinen Fall im Marketingmix des Kaminbauers fehlen, wenn er neue Kunden gewinnen möchte.

Webseite
Neukunden suchen häufig im Internet nach einem Holzofen oder einem Kaminofen. Eine suchmaschinenoptimierte Webseite unterstützt den realen Auftritt des Betriebes. Auf der Seite sollte das Leistungsspektrum des Kaminbauers übersichtlich präsentiert werden und die neuesten Modelle an Kaminöfen gezeigt werden. Auf Homepage muss außerdem deutlich zu erkennen sein, dass es sich lohnt einen teureren Kamin individuell anfertigen zu lassen, falls dies der Schwerpunkt des Betriebes werden soll. Auf keinen Fall fehlen darf ein Kontaktformular über welches potentielle Kunden Anfragen stellen können.

Eine neue Homepage kostet mindestens 1.000 Euro. Weitere 30 bis 100 Euro sollten für die monatliche Pflege der Homepage einkalkuliert werden. Viele Agenturen bieten Sonderangebote für Gründer an, es lohnt sich, nachzufragen.

Werbung online
Gerade in der Startphase eines Betriebes ist es sehr wichtig, neue Kunden zu gewinnen und die Menschen auf den Betrieb aufmerksam zu machen. Eine Anmeldung auf Handwerkerportalen wie MyHammer ist deshalb unabdingbar. Handwerkerportale besitzen eine gute Reichweite in den Suchmaschinen, dies hat für den Handwerker den Vorteil, dass er leicht von neuen Kunden gefunden wird, wenn sie im Netz nach einem Handwerksbetrieb in ihrer Nähe suchen.

Auf MyHammer haben Handwerker die Möglichkeit, ihren Betrieb zu präsentieren und ihr Leistungsspektrum vorzustellen. Aufträge können auch aktiv gesucht werden und der Kaminbauer kann sich darauf bewerben.

Je nachdem in welchem Segment des Kaminbaus die Selbständigkeit erfolgen soll, lohnt sich auch, Werbung auf in den sozialen Netzwerken zu machen und sich dort eine Fanseite aufzubauen, wo Bilder vergangener Arbeiten gezeigt werden. Dies lohnt sich insbesondere, wenn es um den individuellen Kaminofenbau geht. Hier können sich potentielle Kunden leicht informieren und mit dem Betrieb in Kontakt treten, wenn sie einen Auftrag vergeben möchten.

Werbung offline
Neben Handwerkerportalen sind direkte Kontakte zu Kunden wichtig. Ein Kaminbauer kann im Gespräch mit dem Kunden am besten darlegen, welche Vorteile der Bau eines maßgeschneiderten Ofens bietet.

Da die Schornsteinfeger genau wissen, welche Öfen demnächst nicht mehr betrieben werden dürfen oder wer bereits einen vorhandenen Ofen abschaffen musste, sind sie eine gute Informationsquelle. Gründer sollten Kontakt aufnehmen, um sie mit Flyern und Visitenkarten zu versorgen. Natürlich sind auch Vermittlungsprovisionen einzuplanen.

Für Onlinewerbung und Drucksachen sind Kosten zwischen 200 und 500 Euro im Monat in der Anfangsphase zu berücksichtigen.

Checkliste: als Kaminbauer selbständig machen

  1. Sind die fachlichen Voraussetzungen erfüllt? -> Meisterpflicht
  2. Mit der Handwerkskammer Kontakt aufnehmen
  3. Businessplan erstellen, um die Höhe des erforderlichen Kapitals, zu ermitteln
  4. Gründungszuschuss und Darlehen beantragen
  5. Gewerbeanmeldung erledigen
  6. Mitglied in der Berufsgenossenschaft werden
  7. Wenn gewünscht, Mitgliedschaft beim passenden Fachverband des Bundeslandes beantragen
  8. Computer und Software anschaffen
  9. Werkzeug und Arbeitskleidung kaufen
  10. Werbung für den Betrieb machen
  11. Aufträge annehmen und Termine bei den Kunden planen

Beschaffung

Es ist nicht notwendig, grundsätzlich immer neues Werkzeug zu besitzen, wenn es an die Gründung geht. Die Handwerkskammer, die Innungen und Portale im Internet sind geeignet, um sich günstig, mit allem was nötig ist, zu versorgen.

Spezialisierungen

Das Berufsfeld des Kaminbauers deckt ein großes Angebot ab. Neben Holzöfen, Pelletöfen, Kachelöfen mit Warmwasserbereitung bietet er auch Warmluftöfen, Gaskamine sowie Backöfen, Herde und Grills an.

Außerdem kommen immer wieder neue Technologien auf den Markt, die neue Baustoffe oder Arbeitsverfahren betreffen. Es ist wichtig, sich ständig weiterzubilden. Beispielsweise gewinnen Solarlektoren immer mehr an Bedeutung. Was für den Einzelnen an Weiterbildungsmöglichkeiten infrage kommt, hängt aber stark von den Interessen und Fähigkeiten ab.

Ein Einstieg in die Selbstständigkeit ist mit geringeren Kosten verbunden, wenn sich der Gründer auf ein einziges Betätigungsfeld beschränkt.

Zertifizierungen
Kaminbauer, können die von ihnen hergestellten Öfen in die Datenbank HKI CERT getrennt nach Öfen, Großküchentechnik und Ethanol-Geräten eintragen lassen. Die notwendigen Prüfungen müssen zuvor bei einem unabhängigen Institut erfolgen. Öfen mit diesem Zertifikat bedürfen keiner Einzelzulassung.


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