Obwohl es nach den offiziellen Zahlen von Statista im Jahr 2007 in Deutschland über 11.000 Gartenbaubetriebe gab, lohnt es sich für Gärtner meist, sich selbstständig zu machen. Dies liegt auch am zunehmenden Durchschnittsalter der Bevölkerung. Immer mehr Gartenbesitzer sind aus Altersgründen nicht mehr in der Lage sich selbst um den Garten zu kümmern. Deshalb werden viele ältere Gartenbesitzer zu potenziellen Kunden und viele Berufstätige finden ebenfalls keine Zeit, sich um den Garten zu kümmern. Gleiches gilt für die Grabpflege, die oftmals zu aufwendig für die Hinterbliebenen ist.

Die Konkurrenz- und Marktlage richtig einschätzen

Trotz der insgesamt guten Aussichten der Branchen, sollten Existenzgründer sich über den Markt und die Konkurrenz informieren. Einfache Arbeiten wie Rasenmähen übernehmen oft auch Hausmeisterdienste oder Gartenhelfer zu einem niedrigen Preis. Für Gärtner sind gepflegte Gärten mit empfindlichen Pflanzen, Parkanlagen und Neuanpflanzen interessant. Solche Objekte sollten sich in großer Zahl in der Nähe des Standortes befinden, in dem der Gründer mit seinem Dienst startet. Folgende Fragen sollte der Existenzgründer sich außerdem stellen:

  • Gibt es genügend geeignete Objekte in der Region?
  • Wie viele Betriebe gibt es bereits im Einzugsgebiet?
  • Welche Schwerpunkte bedienen die ansässigen Betriebe?
  • Welches Tätigkeitsfeld der Gärtnerei ist in der Region noch nicht abgedeckt?

Je nach Standort und Zielgruppe, ist das Leistungsspektrum gestaltet. Ist es eher die Grabpflege, die Pflege von Gartenanlagen oder sind es Baumpflegearbeiten, die den Betrieb als Alleinstellungsmerkmal ausmachen?

Fachliche Voraussetzungen für eine Existenzgründung als Gärtner

Die Berufsbezeichnung Gärtner ist geschützt, aus diesem Grund muss jeder, der sich als Gärtner selbstständig machen will eine entsprechende Lehre erfolgreich absolviert haben. Da es lediglich um die Bezeichnung geht wäre eine Gründung beispielsweise als „Gartenpfleger“ oder „Gartenhelfer“ auch für Personen möglich, die keine Ausbildung haben.

Eine Meisterpflicht besteht nicht, das Gewerk ist nicht in der Handwerksordnung festgehalten. Im Hinblick auf die Zielgruppe, Besitzer von hochwertigen Gartenanlagen, bringt der Meistertitel mit Sicherheit große Vorteile.

Arbeiten mit einer Motorsäge sind nur erlaubt, wenn der Führer des Geräts einen Kettensägenschein hat. Wenn der Betrieb auch größere Baumfällarbeiten ausführen will, ist unter Umständen ein Sachkenntnisnachweis nötig. Dieser hängt von der Höhe der Bäume ab, die der Betrieb beseitigen wird.

Im Bereich des Landschaftsbaus ist oft schweres Arbeitsgerät zu bedienen. Dies kann die Pflicht zu einer Fachkundeprüfung für den Güterkraftverkehr nach sich ziehen.

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Kosten

Die Anfangskosten der Gründung muss der Existenzgründer selten alleine aufbringen. Kredite und Fördermittel erleichtern den Start in die Selbstständigkeit. Ein Businessplan hilft, die eigene Situation einzuschätzen und unterstützt bei der Beantragung von Darlehen und Fördergeldern. Hilfe bieten die Bundesagentur für Arbeit und die Landwirtschaftskammer sowie Wirtschaftsberater, die auf Gründer spezialisiert sind.

Kosten der Grundausstattung für Garten- und Landschaftsbauer

Die Neugründung eines Gärtnereibetriebs erfordert grob geschätzt ein Startkapital von mindestens 25.000 Euro. Diese Summe bietet ein Finanzpolster, um die Anfangszeit bis zu den ersten Zahlungseingängen zu überbrücken.

Fahrzeug

Gärtner benötigen ein etwas größeres Fahrzeug, da sie zum Teil große Pflanzen und sperrige Arbeitsgeräte transportieren müssen. Mit wachsenden Aufgaben ist meist auch ein Minibagger notwendig, daher sollte das Fahrzeug eine Anhängerkupplung haben, denn irgendwann braucht der Gärtner einen Anhänger.

Für den Start reichen Fahrzeuge in der Größenordnung eines Opel Combo oder VW Caddy aus.

Leasing Sonderzahlung
Generell gilt bei einer Gründung: Leasen ist vorteilhafter als Kaufen. Das Leasing schont als Finanzierungsinstrument die Liquidität und die Leasing Sonderzahlung ist als Betriebsausgabe steuerlich absetzbar. Mehr dazu in unserem Artikel zur Grundausstattung eines Handwerksbetriebs.

Unternehmen, die der Einnahmen-Überschussrechnung unterliegen, haben durch die Leasingsonderzahlung einen besonderen Vorteil: Sie dürfen diese sofort in voller Höhe als Betriebsausgabe absetzen. Das senkt den Gewinn des Anschaffungsjahrs und somit die Höhe der Steuerabgaben. Der Firmenwagen muss natürlich überwiegend für das Geschäft genutzt werden, da sonst eine rückwirkende Kürzung des Betriebsausgabenabzugs droht.

Hinweis: Die Leasingsonderzahlung ist eine Einmalzahlung an den Leasinggeber, die bei Abschluss des Leasingvertrages fällig ist. Die Höhe hängt vom Modell, der Automarke und auch von der Bonität des Leasingnehmers ab. Sie lässt sich meist frei vereinbaren und hat Einfluss auf die Höhe der monatlich anstehenden Leasingraten. Sonderzahlungen im Rahmen von 1.000 bis 5.000 Euro sind üblich.

Fahrzeugeinrichtung / Innenausbau
Das Auto eines Gärtners braucht keine besondere Inneneinrichtung. Einige Wannen und Säcke für Laub oder Grasschnitt sowie Befestigungsmaterial zur Ladungssicherung reichen aus.
Mit etwa 500 Euro macht der Gärtner sein Fahrzeug einsatzbereit.

Folierung
Der Existenzgründer wird zu Beginn viele potenzielle Auftraggeber besuchen. Das Auto ist daher an vielen Orten zu sehen und sollte als Werbefläche dienen. Eine Folierung mit Betriebslogo, Telefonnummer und Anschrift ist daher sinnvoll und eine der günstigsten Werbemaßnahmen. Immerhin bleibt die Beschriftung über Jahre erhalten. Einige Angebote für eine Folierung beginnen schon ab 150 Euro.

Werkzeug

Die Werkzeugliste eines Gärtners ist überschaubar. Er muss trotzdem 1.000 bis 1.500 Euro in das Werkzeug investieren. Für die Gründung benötigt er:

  • Rasenmäher
  • Freischneider
  • Laubbläser/-sauger
  • Heckenschere
  • Kettensägen
  • Schubkarren
  • Leitern und Seile
  • Wannen
  • diverse Gartenscheren

Arbeitskleidung für Gärtner

Gärtner arbeiten bei jedem Wetter im Freien, das ist beim Kauf der Berufskleidung zu beachten, diese sollte unbedingt wetterfest sein. Üblicherweise tragen Gärtner grüne oder dunkle Hosen und Jacken, damit Flecken nicht sofort auffallen. Ein Mischgewebe aus Polyester und Baumwolle ist atmungsaktiv und hat sich bei Gärtnerarbeiten bereits bewährt. Viele Taschen sorgen für genügend Stauraum für Gartenwerkzeug & Co. Für das Arbeiten bei Kälte und Nässe bieten sich Multifunktionsjacken an.

Hinweis: Wer in der Nähe von Straßen arbeitet, braucht Kleidung mit Reflektorstreifen.

Auf Sicherheit achten
Arbeiten mit der Kettensäge sind gefährlich. Daher ist das Tragen von Schnittschutzkleidung nach DIN EN 381-5 (Schutzkleidung für Benutzer von handgeführten Kettensägen – Teil 5: Anforderungen an Beinschutz) vorgeschrieben. Die erforderliche Schutzklasse hängt von der Kettengeschwindigkeit der Säge ab.

Ferner ist ein Gehörschutz für Arbeiten mit Laubbläser, Freischneidern und Kettensägen mit Verbrennungsmotor nötig.

Büro/Computer

Der Gärtner ist in der Regel vor Ort beim Kunden und daher selten im Betrieb. Er braucht aus diesem Grund keinen Büroraum. Es genügt einen einfachen Computer mit Textverarbeitung und Buchhaltungsprogramm für die Kommunikation mit den Kunden und für das Schreiben von Rechnungen anzuschaffen. Dieser Posten schlägt mit 300 bis 500 Euro zu Buche.

Geschäftsausstattung: Briefpapier, Logo und Visitenkarten

Gründer sollten nicht an einer professionelle Geschäftsausstattung sparen, denn diese spiegelt das Unternehmen wider. Ein professionell gestaltetes Logo ist sinnvoll, um dem Geschäftspapier, den Visitenkarten und der Homepage einen einheitlichen Look zu verleihen. Es sollte auch auf dem Fahrzeug und der Kleidung zu sehen sein.

Einige Grafikagenturen und Webdesigner haben sich auf Gründer spezialisiert und bieten Pakete an, die alles beinhalten. Für diesen Posten sind mindestens 500 Euro zu veranschlagen.

Lager

Eine Garage reicht aus, um die Werkzeuge zu lagern. Eine Einrichtung ist nicht unbedingt erforderlich.

Werkstatt/Gewächshaus

Wenn der Gärtner eigene Pflanzen aus Samen vorziehen möchte oder anbietet, Exoten der Kunden fachgerecht zu überwintern, benötigt er ein Gewächshaus. Ein gut ausgestattetes Modell kostet mindestens 5.000 Euro. Diese Investition können Gründer aber auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Laufende Kosten

Lange bevor die Kunden die ersten Rechnungen bezahlen, muss der Gärtner bereits monatliche Zahlungen leisten. Um diese gering zu halten, sollten Gründer zunächst ohne Personal auskommen und keinen Verkauf an einem festen Ort anbieten. Trotzdem ist mit einer regelmäßigen Zahllast in Höhe von 2.000 Euro zu rechnen.

Mitgliedschaften

Gärtner üben eine Tätigkeit aus, die zu einer Zwangsmitgliedschaft in der IHK führt. Sie werden nicht Mitglied der Handwerkskammer, sind aber oft verpflichtet der Landwirtschaftskammer beizutreten.

Wer Mitarbeiter hat, muss dem Ausbildungsförderwerk (AuGaLA) beitreten. Betriebe, die überwiegend Neuanlagen anbieten, müssen sich bei der Winterbeschäftigungs-Umlage anmelden. Sobald der Betrieb Mitarbeiter beschäftigt, ist auch eine Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft vorgeschrieben.

IHK
Die Höhe der Beiträge bestimmen die regionalen Kammern. Sie hängen in der Regel von der Rechtsform und vom Gewerbeertrag ab. Einzelunternehmer, die weniger als 25.000 Euro Gewinn erzielen, müssen mit einem Betrag von 25 bis 50 Euro im Jahr rechnen.

Landwirtschaftskammer
Der Beitrag richtet sich nach dem Wert des Betriebsgrundstücks. Er beträgt je nach Region um die zehn Euro je Tausend Euro des Einheitswerts.

AuGaLa
Aufgabe der Organisation ist, die Ausbildung zu verbessern und ausbildende Betriebe zu unterstützen. Jeder Betrieb muss zu diesem Zweck 0,8 der Bruttolohnsumme an die AuGaLa abführen.

Winterbeschäftigungs-Umlage
Die Umlage dient dazu Lohnausfälle zu übernehmen, wenn wegen schlechtem Wetter nicht gearbeitet werden kann. Gärtner die mindestens 50 Prozent der betrieblichen Arbeitszeit bauliche Tätigkeiten ausführen, Neuanpflanzungen zählen dazu, müssen zwei Prozent der Lohnsumme abführen, davon trägt 0,8 Prozent der potentielle Arbeitnehmer.

Berufsgenossenschaft
Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) ist auch für Gärtner zuständig. Die Kasse bietet neben den üblichen Leistungen einer Berufsgenossenschaft (Unfallversicherung, Sicherheitsberatung) auch Kranken,- Pflegegeld- und Altersversicherungen an. Die Beiträge errechnen sich je nach Sparte nach dem Risiko und der Lohnsumme oder nach dem Ertrag der bewirtschafteten Flächen.

Innungen
Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. untergliedert sich in zwölf Landesverbände. Er unterstützt Marketing-Maßnahmen und bietet Weiterbildungsmöglichkeiten sowie einen vergünstigten Einkauf bei Partnerfirmen. Etwa 300 bis 500 Euro pro Jahr sind für Mitgliedsbeiträge zu veranschlagen.

Fahrzeug

Das Firmenfahrzeug verursacht permanent Kosten, selbst wenn es nur wenig bewegt wird.

Leasing
Da das Leasingfahrzeug weiter der Leasinggesellschaft gehört, muss der Betrieb regelmäßige Leasingraten zahlen, um es zu nutzen. Diese gelten als Betriebsausgabe und verringern daher Gewinn und Steuerlast.

Die Höhe der Zahlung hängt vom Fahrzeug, von der Höhe der Sonderzahlung und von der Bonität des Leasingnehmers ab, Gründer müssen mit 200 bis 500 Euro im Monat für diesen Posten rechnen.

Kraftstoff
Je größer das Einzugsgebiet, desto mehr kostet der Kraftstoff. Gärtner sind meist im Umkreis von bis zu 100 Kilometern tätig. Sie müssen daher mit Kraftstoffkosten von etwa 300 Euro rechnen.

Kfz-Steuer
Die Kfz-Steuer ist für ein Jahr, beginnend mit dem Tag der Anmeldung, fällig. Das Finanzamt berücksichtigt bei der Höhe verschiedenen Faktoren wie Erstzulassung, Antriebsart und CO2-Ausstoß. Hierfür sind zwischen 200 und 350 Euro pro Jahr zu veranschlagen.

Versicherung
Eine Vollkaskoversicherung ist als Sicherheit für den Leasinggegenstand unverzichtbar. Diese sorgt für relative hohe Beiträge. Auch die Haftpflichtversicherung sollte nicht nur die Mindestdeckung aufweisen. Da die Gesellschaften frei sind in der Kalkulation, gibt es große Unterschiede bei den Prämien und den Leistungen der Kaskoversicherung.

Typklasse, Schadensfreiheitsklasse des Versicherungsnehmers, die Region, in welcher die Firma ansässig ist und die jährlichen Fahrleistung fließen in die Berechnung der Beiträge ein. Daher sind nur grobe Schätzungen möglich.

Für einen gängigen Pkw sollten Gründer mit Jahresprämien von 700 bis 1.000 Euro rechnen.

Verschleiß / Wartung
Zahlungsausgänge verursachen die Inspektionen, die vorgeschriebenen Haupt- und Abgasuntersuchungen und der Austausch von Verschleißteilen. Mit Reparaturkosten ist während der Garantiezeit nicht zu rechnen, da diese entweder als Garantieleistung oder als Vollkaskoschaden nicht vom Betrieb zu tragen sind. Trotzdem ist etwa 100 bis 200 Euro im Jahr für einen neuwertigen Wagen für diese Positionen anzusetzen.

Tipp: Viele Leasinggesellschaften bieten ein Full-Service-Leasing an. Die Raten sind höher, dafür sind darin auch die Kosten für die Wartung und die Versicherung enthalten.

Versicherungen

Gärtner tragen je nach Angebot ein hohes berufsspezifisches Risiko, beispielsweise wenn sie Bäume fällen oder ein sehr geringes, beispielsweise Friedhofsgärtner. Die genaue Tätigkeit ist ausschlaggebend für die Höhe der Beiträge zur Betriebshaftpflichtversicherung. Auf diese sollte kein Gründer verzichten. Ob eine Inhalts- oder Betriebsunterbrechungsversicherung sich lohnt, hängt vom vorhandenen Inventar ab. Für die Versicherungen sind 30 bis 100 Euro im Monat zu veranschlagen

Miete / Nebenkosten / Strom / Wasser / Telefon

Da ein Gärtner, der keinen Verkaufsbetrieb unterhält, kaum Raum benötigt, sind für Mieten, Strom, Wasser und Telefon nur etwa 300 bis 800 Euro im Monat zu erwarten.

Marketing

Bei allen Werbemaßnahmen muss der Gärtner darauf achten sich gegen Hausmeisterdienste und Gartenhelfer abzugrenzen. Der Fokus liegt auf Qualität und Beratung. Ein Preiskampf ist unbedingt zu vermeiden. Generell sollte das Marketing breit gefächert sein, um möglichst viele Kunden auf allen Kanälen zu erreichen.

Webseite
Eine übersichtlich aufgebaute und suchmaschinenoptimierte Webseite, welche die Kompetenz des Unternehmens darstellt ist wichtig. Dort sollte der Gärtner alle Zertifikate abbilden und Referenzen zeigen.

Eine professionelle Pflege der Webseite ist absolut erforderlich. Für diese sind 30 bis 80 Euro pro Monat zu veranschlagen.

Werbung online
Gärtner können kleinere Arbeiten sehr gut in eBay-Kleinanzeigen inserieren, um Kunden in der Region zu erreichen. Auf Handwerkerportalen wie MyHammer lässt sich außerdem der Betrieb vorstellen und neue Kunden gewonnen werden, weil die Reichweite in den Suchmaschinen auf solchen Plattformen sehr gut ist.

Werbung offline
Die virtuelle Präsentation reicht nicht aus. Die beste Werbung sind zufriedene Kunden und eine reale Präsenz. Zufriedene Auftraggeber empfehlen immer gerne weiter.

Schilder, die auf vom Betrieb gestalteten Flächen stehen, und Flyer, die seine Arbeit zeigen, sind gute Werbeträger. Aber auch lokale Anzeigen in den Print-Medien sind im Bereich des Gärtnerhandwerks eine gute Möglichkeit, um neue Kunden zu gewinnen.

Um sich im Markt zu etablieren, sind regelmäßige Kosten von 100 bis 300 Euro im Monat denkbar.

Checkliste: Als Gärtner selbständig machen

  1. Sind die fachlichen Voraussetzungen erfüllt? Abgrenzung zu Gartenpflegern
  2. Ist das Gründungskapital vorhanden? Businessplan erstellen, um Gründungszuschuss und Kredite zu bekommen
  3. Gewerbeanmeldung erledigen
  4. Bei der IHK melden
  5. Wenn erforderlich der Landwirtschaftskammer, der AuGaLa, der Winterbeschäftigungs-Umlage und der Berufsgenossenschaft beitreten
  6. Falls gewünscht, Innungsmitgliedschaft beim Fachverband des Bundeslandes beantragen
  7. Geschäftsausstattung in Auftrag geben
  8. Werkzeug und Arbeitskleidung beschaffen
  9. Werbung für den Betrieb machen
  10. Aufträge annehmen und Termine bei den Kunden planen

Spezialisierungen im Bereich Garten- und Landschaftsbau

Allgemeine Pflegearbeiten lohnen sich meist nicht, da dieser Bereich von weniger qualifizierten Betrieben zu günstigen Preisen meist abgedeckt ist. Für Gärtner bietet es sich an, Beetgestaltung unter Berücksichtigung des Standorts, Baumschnitt oder das Anlegen naturnaher Gärten anzubieten.

Perfekt sind Pakete, welche die Anlage und die Pflege enthalten. Dies sichert regelmäßig wiederkehrende Arbeiten. Spezialisierungen sind beispielsweise in den folgenden Bereichen möglich.

Zierpflanzengärtner
Ein Gärtner, der sich auf den Bereich Zierpflanzen spezialisiert, beschäftigt sich mit Pflanzenaufzucht in einem Gewächshaus. Unter dem Einsatz moderner Technik werden neue Pflanzen termingerecht und umweltschonend produziert. Der Gärtner bietet seinen Kunden in diesem Bereich außerdem eine qualifizierte Beratung zu den geeigneten Pflanzen.

Staudengärtner werden
Im Bereich der Staudengärtnerei gehört die Vermehrung, Pflege, die Verpackung der Pflanzen sowie eine kompetente Kundenberatung zum Arbeitsschwerpunkt des Gärtners.

Eine Baumschule eröffnen
In diesem Spezialgebiet geht es um das Züchten und Kultivieren von Bäumen, Sträuchern und Hecken für den Verkauf.

Friedhofsgärtnerei
Friedhofsgärtner begleiten die Hinterbliebenen mit Trauerfloristik und gestalten Gräber. Auch die regelmäßige Grabpflege gehört zu den Aufgaben eines Friedhofgärtners.

Garten- und Landschaftsbauer
Garten- und Landschaftsbauer widmen sich der Pflege und der Gestaltung von Außenanlagen wie privaten Gärten und Parks sowie Sport- und Spielplätzen und Freizeitanlagen. Sie sind dabei kreativ und gestalterisch aktiv.

Zertifizierungen

Die Kammern, Innungen und private Betriebe bieten eine Reihe von Zertifikaten an, die für einen Gärtner hilfreich sind.

Ein Kundenberater Gartenbau verfügt über besondere Kenntnisse im Bereich der Pflege von Pflanzen, dem sachgerechten Einsatz von Düngern oder Pflanzenschutzmitteln.

Interessant ist auch eine Zertifizierung als Innenraumbegrüner, denn diese eröffnet einen neuen Markt. Potenzielle Kunden sind Großraumbüros, Einkaufspassagen und große Ladengeschäfte.

Als geprüfter Naturschutz und Landschaftspfleger zeigt der Gartenbaubetrieb seine Kompetenz, natürliche Lebensräume zu erhalten und zu schaffen.

Ein qualifizierter Baumkontrolleur führt eigenständig Baumkontrollen durch, um Schäden und Schadensymptome an den Bäumen zu erkennen und zu beurteilen. Er weiß, welche Maßnahmen nötig sind um kranke Bäume zu retten.


Bildnachweis Titelbild: © Pexels / Pixabay