Eine Gründung im Handwerk muss geplant sein. Viele Handwerker starten nebenberuflich mit ihrem eigenen Handwerksbetrieb, andere wiederum möchten einen Betrieb gründen, um sich aus der Arbeitslosigkeit zu befreien. Wichtige Themen für Existenzgründer ist die Beantragung des Gründungszuschusses, welche Rechtsform das Unternehmen haben soll und wie man die Anmeldung des Handwerksbetriebs beim Gewerbeamt und der Handwerkskammer richtig macht.

Nebenberuflich gründen

Viele Arbeitnehmer üben nebenberuflich eine selbständige handwerkliche Tätigkeit aus. Meist, weil der Schritt in die Selbständigkeit zu riskant erscheint oder ohnehin nur ein Zusatzverdienst angestrebt ist. Die nebenberufliche Gründung bringt einige Vorteile mit sich: Die Gründungsidee kann gefahrlos getestet und Kontakte in Ruhe geknüpft werden. Es gibt bei der nebenberuflichen Gründung einige Dinge zu beachten.

Prüfen, ob Einverständnis des Arbeitgebers erforderlich ist

Oft muss eine Erlaubnis vom Arbeitgeber für eine nebenberufliche Selbständigkeit eingeholt werden. Deshalb ist der Arbeitsvertrag auf eine entsprechende Klausel zu prüfen. Ist dort nichts schriftlich festgehalten, muss der Arbeitgeber über die nebenberufliche Gründung nicht informiert werden. Es ergibt sich aber aus den Nebenpflichten des Arbeitsverhältnisses, dass man mit der Selbständigkeit nicht in Konkurrenz zum Arbeitgeber treten und die hauptberufliche Arbeit nicht darunter leiden darf.

Eintragung der nebenberuflichen Tätigkeit in die Handwerksrolle

Handelt es sich bei der nebenberuflichen Tätigkeit um ein zulassungspflichtiges Handwerk (Anlage A der HWO), ist eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich. Voraussetzung ist dann die Qualifikation als Meister oder eine Ausübungsberechtigung nach §7a oder §8 der HWO.

Krankenversicherung in der nebenberuflichen Tätigkeit

In der Regel hat man als nebenberuflich Selbständiger, ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis in der hauptberuflichen Tätigkeit und ist über den Arbeitgeber krankenversichert. Für die Einkünfte aus der nebenberuflichen Tätigkeit müssen deshalb keine gesonderten Beiträge an die Krankenversicherung geleistet werden.

Erst wenn mit der nebenberuflichen Tätigkeit ein höherer Gewinn erzielt wird, als in der hauptberuflichen, kann die Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung enden. Es lohnt sich, sich bei der jeweiligen Krankenkasse über die beitragsfreie Einkommensgrenze zu informieren.

Werden in der nebenberuflichen Tätigkeit ein oder mehrere Arbeitnehmer beschäftigt, die die Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro überschreiten, ist von einer hauptberuflichen Selbständigkeit auszugehen. In diesem Fall kann der Gründer als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben oder sich privat krankenversichern.

Rentenversicherungsbeiträge

Wenn es sich bei der nebenberuflichen Tätigkeit um ein zulassungspflichtiges Handwerk handelt, das in die Handwerksrolle eingetragen ist und der Gewinn aus selbständiger Tätigkeit 450 Euro im Monat übersteigt, unterliegen die Einkünfte aus dem Angestelltenverhältnis und der Selbständigen Tätigkeit bis zur einer Beitragsbemessungsgrenze von 71.400 Euro jährlich (das sind 5.950 Euro monatlich), der Beitragspflicht der Rentenversicherung.

Steuerabgabe

Auch nebenberuflich gibt es einige Formalitäten und vor allem steuerliche Besonderheiten zu berücksichtigen.

Wenn nebenberuflich gegründet wird, muss ein Gewerbe angemeldet werden. Umsatzsteuer muss auf den Rechnungen ausgewiesen werden, wenn die Kleinunternehmerregelung nicht greift oder der Unternehmer sich für die Umsatzsteuerzahlung entschieden hat.

Nebenberufliche Existenzgründer müssen in den ersten beiden Berufsjahren ihrer Selbständigkeit monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt einreichen. Erst im dritten Jahr darf zur vierteljährlichen oder sogar jährlichen Abgabe gewechselt werden, dies hängt vom jeweiligen Einkommen ab.

Ein Vorteil bleibt: Nebenberufliche Existenzgründer profitieren ebenfalls von den Privilegien, die die Steuergesetze für Unternehmen einräumen.

Belege für die Gewinnermittlung sind zwischen sechs und zehn Jahren aufzubewahren.

Gründen aus der Arbeitslosigkeit

Das Gründen aus der Arbeitslosigkeit heraus, hilft dabei, wieder Boden unter den Füßen zu bekommen. Fast ein Viertel der Gründer und Gründerinnen sind bei der Existenzgründung arbeitslos. Für die Betriebsgründung sollten Eigeninitiative, Entscheidungsfreudigkeit und Durchhaltevermögen vorhanden sein.

Nicht zu unterschätzen ist, dass man in der Vorbereitung der Gründung eventuell durch schwere Zeiten gehen muss. Die Verhandlungen mit Kreditinstituten sind oftmals zäh und auch bei der Arbeitsagentur muss man manchmal Durchhaltevermögen beweisen und seine Geschäftsidee überzeugend verkaufen können.

Professionelle Berater können in solchen Situationen helfen, sie haben die wichtigen Infos, die dabei helfen, nicht zu scheitern. Es gibt sowohl Tagesseminare als auch einwöchige Schulungen, bis hin zu Programmen mit Rundum-Betreuung und Begleitung während und nach der Gründung. Die Agentur für Arbeit und die jeweiligen Handwerkskammern, können hier die richtigen Ansprechpartner sein.

Gründungszuschuss beantragen

Gründungszuschuss kann beantragen, wer mindestens einen Tag lang Arbeitslosengeld I bezogen und noch mehr als 150 Tage Anspruch auf ALG I hat. Wird ein Gründungszuschuss bewilligt, ist die Zahlung zunächst auf ein halbes Jahr begrenzt. Es handelt sich um die sogenannte Grundförderung.

Der Gründungszuschuss hilft beim Start in die Selbständigkeit, er soll vor allem helfen, die finanziellen Engpässe in den ersten Monaten nach Handwerksgründung zu überbrücken. Die finanzielle Hilfe schafft Freiräume für eine gezielte Kundenakquise und für den Unternehmensaufbau.

Wer einen Gründungszuschuss von der Arbeitsagentur erhalten will, muss beim Antrag, der Beratung und bei der eventuellen Verlängerung einiges beachten.

Grundförderung und Weiterförderung bei der Arbeitsagentur beantragen

Die Grundförderung besteht aus einem Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes sowie eine monatliche Pauschale von 300 Euro für die soziale Absicherung (Krankenkasse und sonstige Versicherungen).

Im Anschluss können die Gründer einen zweiten Antrag für die Förderung für weitere neun Monate stellen. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt dann 300 Euro pro Monat für die soziale Absicherung, Voraussetzung dafür ist, dass der Gründer hauptberuflich unternehmerisch aktiv ist. Ein neues Formular für die Förderung muss ausgefüllt werden.

Frist für die Verlängerung des Gründungszuschusses

Die Verlängerung des Gründungszuschusses muss vor Ablauf der ersten Phase gestellt werden. Spätestens am letzten Tag der ersten Phase sollte also der Antrag auf Verlängerung bei der Bundesagentur für Arbeit eingehen. Besser ist es, ihn vier bis sechs Wochen vor Ablauf zu stellen.

Hierfür ist eine Beschreibung der unternehmerischen Aktivitäten in den letzten fünf Monaten notwendig (schriftlich und in Zahlen) sowie ein Ausblick auf die Geschäftsentwicklung der nächsten Monate und eine Rentabilitätsvorschau für das nächste Jahr. Die Verlängerung muss nicht durch eine fachkundige Stelle beurteilt werden, aber auch hier erhöht es die Erfolgschancen.

Beachtenswertes beim Gründungszuschuss

Achtung: Es gibt seit 2011 keinen Rechtsanspruch mehr auf den Gründungszuschuss, er ist eine Ermessensleistung des Arbeitsamtes. Der Mitarbeiter der Arbeitsagentur muss abschätzen, ob die Unternehmensgründung Potenzial hat oder nicht.

Generell ist es der Arbeitsagentur wichtiger, den Arbeitslosen bei der Suche nach einem Job zu unterstützen, als ihm in die Selbständigkeit zu helfen. Aber ist die Vermittlung kompliziert, kommt der Gründungszuschuss ins Spiel, als Starthilfe für die Rückkehr ins Berufsleben. Eine überzeugende Vorstellung der Idee ist deshalb besonders wichtig.

Neben den Zahlen im Businessplan sollte deshalb auch die Motivation und die Geschichte hinter der Gründungsidee betont werden.

Unterlagen für den Gründungszuschuss

Das Formular für den Gründungszuschuss händigt die Bundesagentur für Arbeit im persönlichen Beratungsgespräch aus. Wichtig für den Antrag sind außerdem ein ausführlicher Businessplan und eine sogenannte Tragfähigkeitsbescheinigung. Auch ein Lebenslauf und eine Gewerbeanmeldung dürfen in den Unterlagen zum Gründungszuschuss nicht fehlen.

Die Tragfähigkeitsbescheinigung ist eine positive Beurteilung der Gründungsidee durch eine sachkundige Stelle. Entweder die Handwerkskammer oder Fachverbände sowie Gründungszentren oder Kreditinstitute, aber auch ein Steuer- oder Unternehmensberater kann eine qualifizierte Stellungnahme zum Businessplan des Gründers abgeben. Eine Tragfähigkeitsbescheinigung kostet zwischen 150 und 300 Euro, je nachdem wie umfangreich die Unterlagen sind.

Bearbeitungszeit für den Antrag des Gründungszuschusses

Die Bearbeitung des Antrags für den Gründungszuschuss dauert mindestens drei Wochen. Wenn der Antrag abgelehnt wurde, lässt sich binnen eines Monats kostenlos Wiederspruch einlegen. Für die Formulierung des Widerspruchs lohnt sich ein Anwalt, der Erfahrung auf diesem Gebiet hat.

Förderung durch den Gründungszuschuss ist steuerfrei

Die Förderung durch den Gründungszuschuss wird steuerfrei gewährt, er unterliegt nicht einmal dem Progressionsvorbehalt, der Empfänger wird also nicht in eine höhere Steuerklasse eingestuft.

Was tun, wenn das Geld nicht reicht?

Wer wenig Arbeitslosengeld bekommen hat, bekommt auch einen niedrigen Gründungszuschuss. Wenn das Geld knapp wird, darf der Gründer zur Überbrückung eine Anstellung annehmen, die allerdings nicht mehr Stunden beanspruchen darf, als im selbständigen Bereich. Das Arbeitsamt muss über die Anstellung informiert sein. Das Einkommen wird nicht mit dem Gründungszuschuss verrechnet.

Der Gründungszuschuss muss übrigens nicht zurückgezahlt werden, wenn die Selbständigkeit in der Gründungsphase aufgegeben wird. Auch nicht, wenn das Gewerbe nur noch nebenberuflich weitergeführt wird.

Wer die Gründung aufgibt, ist wieder Arbeitslosengeld I berechtigt. Um erneut Gründungszuschuss beantragen zu können, muss man zwei Jahre warten.

Geförderte Beratung nutzen

Es lohnt sich für den Start einen Fachmann zur Seite zu haben, der in allen wichtigen Fragen der Existenzgründung beraten kann. Es gibt unterschiedliche Förderungen, die eine kostenlose Beratung ermöglichen oder einen Zuschuss für eine Unternehmensberatung gewähren. Die wichtigsten hier im Überblick.

Beratung für den Gründungszuschuss nutzen

Eine Beratung für den Gründungszuschuss ist nicht verpflichtend, aber sie ist hilfreich, denn der Berater hilft bei der Finanzkalkulation und der Struktur des Businessplans. Es ist sinnvoll die Beratung mit der Tragfähigkeitsprüfung zu verbinden. Von der Arbeitsagentur werden Gründerseminare über Bildungsgutscheine gefördert. Ob eine geförderte Beratung gewährt wird, ist eine Ermessensentscheidung der Arbeitsagentur.

Bildungsgutscheine für Beratungsseminare und individuelles Gründercoaching

Mit einem Bildungsgutschein ist es möglich sich ein passendes Seminar bei einem Anbieter eigener Wahl herauszusuchen. Es gibt neben den Bildungsgutscheinen auch Beratungsgutscheine vom Arbeitsamt, mit denen man ein individuelles Gründercoaching bekommen kann.

Beratungsförderung der Bundesländer

Auch einzelne Städte und die Bundesländer bieten eine Gründerförderung an. In Hamburg gibt es beispielsweise Wertschecks für Seminare in Höhe von 500 Euro. Baden-Württemberg bietet in Kooperation mit verschiedenen Partnern Beratungsgutscheine an. Der Gründer sollte also vor Ort recherchieren, welche Beratungsfördermöglichkeiten bestehen.

Beratungsförderung „Förderung unternehmerischen Know Hows“

Diese Art der Förderung besteht aus einem Zuschuss zu den Beratungskosten, die von einem Unternehmensberater in Rechnung gestellt wurden. Diese Förderung können kleinere und mittlere Unternehmen (KMUs) beantragen, ab dem ersten Tag nach Gründung.

Gefördert werden im Gründungsbereich allgemeine Beratungen zu wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen rund um die Unternehmensführung.

Die maximale Förderung für Jungunternehmer in den ersten zwei Jahren nach Gründung beträgt 50 Prozent der Beratungskosten mit einer Obergrenze von 4.000 Euro.

Unternehmensform

Gerade wenn man ganz am Anfang steht, ist auch die Frage der Rechtsform des Unternehmens von großer Bedeutung. Für einige Unternehmensformen ist Gründungskapital notwendig. Welche Rechtsform die richtige ist, hängt natürlich auch davon ab, ob der Gründer sich alleine oder gemeinsam mit anderen selbständig machen möchte.

Es ist wichtig, bei der Entscheidung einen Betriebs- oder Steuerberater hinzuzuziehen. Es kommt immer auf die individuellen Umstände an, welche Unternehmensform zu welchem Betrieb passt. Steuerlich ergibt die Unternehmensform kaum Unterschiede.

Was bei der Wahl der Rechtsform wichtig ist

Zunächst ist zu überlegen, ob der Handwerksbetrieb alleine gegründet wird oder Personen beteiligt werden sollen, die Kapital zur Verfügung stellen und das Risiko und den Gewinn mit dem Unternehmer teilen. Die wichtigsten Unternehmensformen hier im Überblick.

Handwerksbetrieb als Einzelunternehmen

Für einen Einmann-Betrieb eignet sich meist die Rechtsform eines Einzelunternehmens. En Einzelunternehmer arbeitet ausschließlich eigenverantwortlich und der Ertrag steht ihm alleine zu. Die Verwaltung ist einfach. Ein Einzelunternehmen entsteht automatisch nach der Handwerksrolleneintragung ohne weitere Formalitäten, wenn bei der Geschäftseröffnung keine andere Rechtsform gewählt wurde. Dabei ist der Gründer nicht nur Inhaber, sondern auch Leiter des Unternehmens, er entscheidet alleine und trägt die alleinige Verantwortung.

Nachteil: Bei Verlusten haftet der Inhaber mit seinem Privatvermögen, also auch seinen gesamten Ersparnissen. Dennoch bekommen Einzelunternehmer bei den meisten Banken oft einfacher einen Kredit, weil die Haftung klar geklärt ist. Ein Mindestkapital ist für diese Unternehmensform nicht notwendig.

GbR oder BGB-Gesellschaft

Wenn ein Geschäftspartner mit in den Betrieb einsteigt, ist die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) eine gute Unternehmensform, sie ist die einfachste Variante der gemeinsamen unternehmerischen Tätigkeit mehrerer Personen. Hierfür braucht es mindestens zwei Gesellschafter, die gemeinsam für das Unternehmen haften. Der Auftritt nach außen ist aber ähnlich dem eines Einzelunternehmens. Neben der Handwerksrolleneintragung ist der Abschluss eines schriftlichen GbR-Vertrags notwendig, der die internen Beziehungen der Gesellschafter regelt.

Auch bei dieser Unternehmensform ist kein Mindestkapital erforderlich. Bei der GbR haften für die Verbindlichkeiten grundsätzlich sowohl das Gesellschafts- als auch Privatvermögen eines jeden Gesellschafters.

Nachteil: Die Geschäftsführung steht grundsätzlich beiden Gesellschaftern gemeinschaftlich zu. Es ist also für jeden Geschäftsabschluss eine Zustimmung aller Gesellschafter erforderlich, außer im Gesellschaftsvertrag ist etwas anderes vereinbart worden.

Hinweis: Die GbR wird automatisch zu einer Offenen Handelsgesellschaft (OHG), wenn ein in kaufmännischer Weise eingerichteter Geschäftsbedarf vorhanden ist. Dann ist die Gesellschaft in das Handelsregister einzutragen. Es darf ein Betriebsleiter im Angestelltenverhältnis eingestellt werden.

Kommanditgesellschaft (KG)

Die Kommanditgesellschaft entspricht im Wesentlichen der OHG. Aber hier können Gesellschafter, die Kommanditisten, ihre Haftung auf eine persönliche Einlagesumme beschränken. Die Komplementäre haften demgegenüber mit ihrem Privatvermögen.

Die KG kann unabhängig von der Größe des Handwerksbetriebs erstellt werden. Die Kommanditisten dürfen die Gesellschaft nicht vertreten und sind aufgrund der beschränkten Haftung auch nur mit einer festen Rate am Gewinn oder Verlust beteiligt.

Vorteil: Die Kommanditgesellschaft bietet den Komplementären die Möglichkeit, die Gesellschaft mit Eigenkapital auszustatten ohne Mitspracherechte abgeben zu müssen. Das überschaubare Haftungsrisiko ist wiederum für die Kommanditisten lukrativ.

Hinweis: Für die Eintragung in die Handwerksrolle muss ein persönlich haftender Gesellschafter (Beteiligung von mindestens 30 Prozent) über eine entsprechende Qualifikation verfügen oder ein technischer Betriebsleiter muss beschäftigt werden.

GmbH

Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung hat den Vorteil einer Haftungsbeschränkung, nur das Vermögen der Gesellschaft kann für Verbindlichkeiten haftbar gemacht werden. Diese Rechtsform ist vor allem bei mittelständischen Handwerksbetrieben beliebt.

Ein Stammkapital für die Gründung von mindestens 25.000 Euro wird benötigt. Davon sind mindestens 12.000 Euro sofort zu erbringen. Sie kann von einer einzelnen Person oder mehreren Personen gegründet werden. Die Mindesteinlage eines Gesellschafters beträgt 100 Euro.

Hinweis: Gerade Kleinstunternehmen müssen bei der GmbH oft mehr zahlen als sie bringt und die Verwaltung ist aufwendiger als bei Kleinunternehmen oder einer GbR. Eine GmbH ist beispielsweise bei einer Firmenübergabe sinnvoll, denn dann kann man sich aus der Haftung herausziehen und trotzdem weiter Gesellschaftsanteile halten.

Bei einer GmbH ist ein freier Zugriff auf das Vermögen nicht zulässig, Gehalt und eventuell Tantiemen am Jahresende dürfen entnommen werden.

Unternehmergesellschaft UG (haftungsbeschränkt)

Bei kleineren Handwerksbetrieben und insbesondere bei Dienstleistern, ist die UG eine mögliche Rechtsform fürs Unternehmen. Sie verfügt über keine eigenen Rechtspersönlichkeit (juristische Person). Die Gesellschafter sind mit Einlagen auf das Stammkapital ab einem Euro beteiligt. Die Mindesteinlage ist in bar zu erbringen, Sacheinlagen sind hier nicht möglich.

Die UG (haftungsbeschränkt) wird in das Handelsregister eingetragen.

Unternehmen anmelden

Die Gewerbeanmeldung funktioniert bei Handwerkern etwas anders als bei anderen Geschäftszweigen. Das Beantragen eines Gewerbescheines reicht bei Handwerkern nicht aus, es gibt weitere Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen.

Eintragung in die Handwerksrolle

Zur Gewerbeanmeldung eines Handwerksbetriebs gehört die Eintragung in die Handwerksrolle, um die Handwerkskarte zu erhalten. Die Handwerkskarte wird zur eigentlichen Gewerbeanmeldung benötigt und muss beim Gewerbeamt vorgelegt werden und die Eintragung ins Gewerberegister wird vorgenommen. Das Amt meldet den Handwerksbetrieb anschließend an das Finanzamt, die Berufsgenossenschaft und dem statistischen Landesamt.

Genehmigung der Unteren Berufsaufsichtsbehörde einholen

Aber die Gewerbeanmeldung reicht für den Handwerksbetrieb noch nicht aus, um loszulegen. Zuvor ist auch noch eine Genehmigung der Unteren Berufsaufsichtsbehörde notwendig.

Für den Handwerker ist es auch sinnvoll, die Berufsgenossenschaft zu kontaktieren, um zu klären, ob für gewerbliche Handwerker eine Pflichtversicherung besteht oder in wie fern sich freiwillige Versicherungen anbieten. Mehr dazu auch unter Versicherungen für Existenzgründer im Handwerk.


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