Estrichleger stellen Estriche aus verschiedenen Materialien her. Sie bereiten den Untergrund vor und verstreichen den Estrich darauf. Möglich sind schwimmender Estrich, Verbundestrich oder Estrich auf Trennschichten. Außerdem baut ein Estrichleger Hohlraumböden und Doppelböden ein und verlegt Laminat oder Böden aus Platten. Ein Estrichleger kümmert sich außerdem auch um Dämmstoffe für den Wärme-, Kälte- oder Schallschutz. Dabei sind die Handwerker sowohl in Neubauten als auch bei Sanierungen tätig. Eine Baustelle ohne Anwesenheit eines Estrichverlegers ist heutzutage kaum mehr denkbar. Überall wo ein Boden verlegt werden soll, wird er benötigt.

Aktuelle Info - September 2019

Achtung Gründer ohne Meisterbrief

Jetzt noch schnell Estrichleger-Betrieb gründen – vor Wiedereinführung der Meisterpflicht!

Pläne der Bundesregierung sehen vor, ab Anfang 2020 die Meisterpflicht für Estrichleger wieder einzuführen.
Wer bis dahin einen Estrichleger-Betrieb gegründet hat und keinen Meisterbrief besitzt, der muss nach den aktuellen Plänen keine nachträgliche Prüfung oder ähnliches fürchten.

Die Konkurrenz- und Marktlage richtig einschätzen

Laut Angaben des Deutsche Handwerkskammertages nimmt die Zahl der Estrichleger zu. Derzeit verzeichnen die Kammern über 5.000 Betriebe. Die Überkapazitäten an Estrichlegerbetrieben müssen Existenzgründer in dieser Branche bedenken.

Problematisch ist der Rückgang im Bereich Neubau, denn auf diesem Markt bewegen sich die meisten Estrichleger. Wer sich im Bereich der Sanierungen als Bodenspezialist hervortut, hat gute Chancen: Die Hersteller von Trockenestrich gehen davon aus, dass 14 bis 15 Millionen Quadratmeter Bodenestrich pro Jahr in diesem Marktsegment nachgefragt werden.

Angehende Existenzgründer im Bereich Estrichleger sollten den Markt und die Konkurrenz aus den genannten Gründen genau abschätzen, bevor sie sich für eine Gründung entscheiden. Folgende Fragestellungen sind hierbei wichtig:

  • Wie viele Betriebe sind regional als Estrichleger tätig?
  • Wo liegt deren Schwerpunkt? Gibt es einen Bereich der weniger abgedeckt ist als andere?
  • An wen soll sich das Angebot richten? Eher Privatkunden oder Geschäftskunden? (Geschäftskunden sind in diesem Bereich Bauunternehmen und Wohnungsbaugesellschaften – hier geht es um Kooperationen)

Nur dort wo nachweislich ein Wohnraummangel herrscht, kann mit einer guten Nachfrage gerechnet werden. Deshalb sollte sich der Handwerker vorab im Klaren sein, bis zu welcher Entfernung Kooperationen und Aufträge für ihn möglich sind. In einem Ballungsraum kann ein Estrichleger in sehr kleinem Umkreis viele potentielle Aufträge an Land ziehen. Ist der Auftrag besonders lukrativ, lohnt es sich auch weitere Strecken zu fahren.

Auf der anderen Seite kann sich der selbständige Estrichleger auch auf Sanierungsmaßnahmen in Altbauten konzentrieren. Je breiter das Leistungsspektrum aufgestellt ist, desto größer ist letztendlich auch die mögliche Zielgruppe. Können und Erfahrung in den angebotenen Bereichen sind aber immer wichtig. Die Zielgruppe entscheidet letztendlich über den Umfang der Unternehmensgründung und die benötigten Ressourcen. Für Privatkunden braucht es keinen so großen Geschäftsbetrieb wie es für Geschäftskunden der Fall ist.

Fachliche Voraussetzungen für eine Existenzgründung als Estrichleger

Wer denkt, Estrichlegen sei leicht und man benötige keine besonderen fachlichen Kenntnisse, liegt falsch. Besonders wenn es um schwierige Böden geht, ist Fachkunde gefragt, damit ein ebener Boden entsteht, worauf der Bodenbelag verlegt werden kann.

Für eine Existenzgründung als Estrichleger besteht keine Meisterpflicht

Laut Handwerksordnung, Anlage B, gehören Estrichleger zu den zulassungsfreien Gewerken. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt und daher kann im Prinzip jeder, auch ohne Vorbildung einen Betrieb mit der Auslegung gründen.

Um Erfolg zu haben ist natürlich ein fundiertes Fachwissen (abgeschlossene Lehre und Berufserfahrung) sinnvoll. Auch ein Meistertitel ist von Vorteil, denn Kunden erkennen an diesem eine höhere Fachkompetenz und einen qualitativ hochwertigen Handwerker, der sicherlich auch leichter Aufträge bekommt.

Kosten

Grundsätzlich sollte ein Estrichleger sich von einem Experten zur Existenzgründung beraten lassen. Ansprechpartner sind die Bundesagentur für Arbeit, die Handwerkskammer oder ein Wirtschaftsberater, der auf Gründer spezialisiert ist. Diese helfen, einen Businessplan zu erstellen und Kredite sowie Fördermittel zu beantragen.

Kosten für die Grundausstattung

Für die Neugründung eines Estrichlegerbetriebs sollte ein Startkapital von mindestens 30.000 Euro zur Verfügung stehen. Darin sind auch die Kosten einkalkuliert, die während des Betriebs anfallen, bevor die ersten Zahlungseingänge zu erwarten sind.

Fahrzeug

Estrichleger benötigen ein Fahrzeug mit großem Ladevolumen und einer hohen Zuladung. Im Idealfall ist das Fahrzeug mit einer Anhängerkupplung ausgestattet, um später die Ladekapazität durch einen Anhänger zu vergrößern. Ein Opel Combo oder VW Caddy beziehungsweise Fahrzeuge dieser Größenordnung eines anderen Herstellers reichen aus.

Leasing Sonderzahlung
Generell gilt bei einer Gründung: Leasen ist vorteilhafter als Kaufen. Das Leasing schont als Finanzierungsinstrument die Liquidität und die Leasing Sonderzahlung ist als Betriebsausgabe steuerlich absetzbar. Mehr dazu in unserem Artikel zur Grundausstattung eines Handwerksbetriebs.

Interessant für Estrichleger, die der Einnahmen-Überschussrechnung unterliegen und keine Bilanz erstellen: Die Leasingsonderzahlung darf der Betrieb sofort in voller Höhe als Betriebsausgabe absetzen. Dadurch sinkt der Gewinn des Anschaffungsjahrs und die Höhe der Steuerlast. Voraussetzung ist, dass der Firmenwagen überwiegend für das Geschäft genutzt wird, da sonst eine rückwirkende Kürzung des Betriebsausgabenabzugs droht.
Hinweis: Die Leasingsonderzahlung ist eine einmalig zu entrichtende Zahlung des Leasingnehmers an den Leasinggeber. Sie ist zu Beginn des Leasingverhältnisses fällig. Die Höhe hängt vom Anbieter vom Modell, der Automarke und der Bonität des Leasingnehmers ab. In Grenzen lässt sie sich frei vereinbaren. Je höher die Sonderzahlung, umso geringer sind die monatlichen Leasingraten. Die Sonderzahlungen betragen üblicherweise 1.000 bis 5.000 Euro.

Fahrzeugeinrichtung / Innenausbau
Jedes Handwerkerauto braucht die passende Fahrzeugeinrichtung, damit das Werkzeug sowie Ersatzteile und Kleinteile, die am Auftragsort benötigt werden, übersichtlich untergebracht werden können. In jedem Falle sollten Schutzmatten und Befestigungsmaterial vorhanden sein. Die Matten schonen den Innenraum. Dies ist wichtig um das geleaste Fahrzeug in einem guten Zustand zu erhalten.

Es gibt spezielle Systeme für jedes Gewerk, die dabei helfen das Werkzeug und andere Utensilien übersichtlich unterzubringen. Meist handelt es sich um ein spezielles und umfangreiches Regalsystem mit optimaler Raumausnutzung, angepasst auf das jeweilige Fahrzeugmodell. Der Innenausbau sorgt sowohl für die Ladungssicherung und für Effizienz bei der täglichen Arbeit. Die wichtigsten Dinge werden hier untergebracht. Eine professionelle Fahrzeugeinrichtung ist deshalb unbedingt schon bei der Grundausstattung des Betriebes notwendig. Im Regelfall erfolgt die Kaufabwicklung über den jeweiligen Autohändler.

In der Regel bieten die gängigen Einrichtungsspezialisten immer ein Standard- beziehungsweise Starterprogramm an, das sich nach Bedarf individuell erweitern lässt. Hierfür sind etwa 500 Euro zu veranschlagen.

Folierung
Der Existenzgründer muss viele potenzielle Auftraggeber besuchen. Das bedeutet, dass sein Auto sich häufig im öffentlichen Bereich aufhält. Eine Folierung mit Betriebslogo, Telefonnummer und Anschrift macht es zu einer idealen Werbefläche. Einige Fachbetriebe bringen solche Folien bereits ab 150 Euro an.

Werkzeug

Abhängig vom konkreten Angebot des Estrichlegers sind zum Teil teure Geräte erforderlich. Die Mindestausrüstung kostet etwa 1.500 Euro und besteht aus einem Metallbohrer-Set, einem Akkuschrauber, einer Holz- und Metallsäge und den üblichen Kleinteilen, die jeder Handwerker in seinem Werkzeug-Repertoire haben sollte.

Wenn auch flüssiger Estrich verarbeitet werden soll, sind zusätzlich Schleifmaschinen, Rührgeräte, Abzieher und vieles mehr erforderlich. Die Höhe der Anschaffungskosten können 10.000 Euro übersteigen.

Arbeitskleidung für Estrichleger

Da sich Gründer auf Sanierungen beschränken sollten, arbeiten sie überwiegend in geschlossen aber unbeheizten Räumen. Die typische Arbeitskleidung besteht aus Estrichlegerhose mit Spezialkunstlederbesatz und integriertem Kniepolster, Shirt und Jacke. Für den schnellen Einsatz sind Arbeits-Chaps für Estrichleger aus schwerem Kunstleder sinnvoll, die bei Bedarf Straßenkleidung vor Schmutz und Nässe schützen.

Auf Sicherheit achten
Handschuhe zum Schutz vor den aggressiven Chemikalien in Klebern und Spachtelmasse, Staubmasken und Schutzbrille sind unverzichtbar. Dies gilt auch für einen Gehörschutz und Knieschoner. Die Berufsgenossenschaft informiert über Art und Umfang der erforderlichen Schutzbekleidung.

Büro/Computer

Grundsätzlich kommt ein Estrichleger ohne Bürobetrieb aus, da er vor Ort beim Kunden arbeitet. Telefon, Computer und eine Bürosoftware reichen aus, die er auch in einem Büroraum zuhause einrichten kann.

Für 300 bis 500 Euro ist ein Existenzgründer ausreichend mit diesen Medien versorgt.

Geschäftsausstattung: Briefpapier, Logo und Visitenkarten

Leider vergessen viele Existenzgründer im Handwerksbereich wie wichtig das äußere Erscheinungsbild der Firma ist. Geschäftspapier, Visitenkarten, die Kleidung und auch die Werbung auf dem Fahrzeug sollte aus einem Guss sein.

Es lohnt nach Grafikagenturen oder Webdesignern zu suchen, die sich auf Gründer spezialisiert haben und „Einsteigerpakete“ anbieten. Eine einheitliche Gestaltung kostet mindestens 500 Euro.

Lager/Werkstatt

Um das Werkzeug sicher zu verstauen und es angemessen zu pflegen, reicht eine Doppelgarage mit Strom- und Wasseranschluss. Für die Ausstattung sind etwa 100 Euro zu veranschlagen.

Laufende Kosten

In den ersten Monaten verursacht der Estrichlegerbetrieb Kosten, denen keine Einnahmen gegenüberstehen. Um diese Zeit zu überstehen, sollten Gründer möglichst ohne Mitarbeiter auskommen.

Mitgliedschaften

Estrichleger sind zur Mitgliedschaft in der örtlichen Handwerkskammer verpflichtet. Sofern Sie Mitarbeiter haben, besteht auch Pflicht, der Berufsgenossenschaft beizutreten. Da es sich um kein Vollhandwerk handelt, müssen sie nicht einer gesetzlichen Kranken- und Pflegekasse zugehören oder eine Alterssicherung betreiben. Grundsätzlich gibt es in Deutschland aber eine Pflicht sich für den Krankheits- und Pflegefall abzusichern.

Handwerkskammer
Die monatlichen Beiträge bestimmen die Handwerkskammern auf Basis einer Bemessungsgrundlage. In der Regel gibt es einen Grundbetrag und ab einem bestimmten Gewinn einen Zuschlag, der von der Höhe des Gewinns (das drittvorangegangene Jahr ist ausschlaggebend) abhängt. Der Kammerbeitrag beträgt meist zwischen 120 und 350 Euro.

Hinweis: Existenzgründer und Einzelunternehmer, die erstmalig ein Gewerbe anmelden bekommen von den meisten Kammern Sonderkonditionen gewährt. Sie sind von den Beiträgen für einige Jahre befreit oder müssen nur einen reduzierten Betrag zahlen.

Berufsgenossenschaft
Die Höhe des Beitrags richtet sich nach der Bruttolohnsumme. Wenn der Inhaber sich freiwillig versichert, berechnen die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft einen Beitragssatz, der sich an der Gefahrenklasse und der Versicherungssumme orientiert.

Innungen
Im Bundesverband Estrich und Belag (BEB) sind etwa 250 Betriebe organisiert. Er berät überwiegend in technischen Fachfragen. Dem Verband ist ein Institut für Baustoffprüfung und Fußbodenforschung sowie die Gütegemeinschaft Estrich und Belag angeschlossen. Eine Mitgliedschaft ist im Hinblick auf den Konkurrenzdruck ratsam. Die Aufnahme Gebühr beträgt 260Euro, der Monatsbeitrag beläuft sich auf 61 Euro (Stand 02/2019).

Fahrzeug

Das Firmenfahrzeug verursacht monatliche Kosten, die nur zum Teil von der Nutzung abhängen.

Leasing
Die Leasinggesellschaft bleibt Inhaber des Fahrzeugs und überlässt es dem Betrieb gegen Zahlung von Leasingraten. Da diese zu den Betriebsausgaben zählen, verringern sie den Gewinn und die Steuerlast.

Abhängig vom Fahrzeugtyp und der geleisteten Sonderzahlung ist mit 200 bis 500 Euro im Monat für das Leasing zu rechnen.

Kraftstoff
Estrichleger müssen oft in einem großen Einzugsgebiet arbeiten, dies macht sich bei den Ausgaben für Kraftstoff bemerkbar. Kosten von 300 Euro pro Monat sind durchaus realistisch.

Kfz-Steuer
Das Finanzamt verlangt die Kfz-Steuer grundsätzlich für ein Jahr ab dem Tag der Anmeldung im Voraus. Deren Höhe hängt von verschiedenen Faktoren wie Erstzulassung, Antriebsart und CO2-Ausstoß ab.

Gründer sollten 200 und 350 Euro pro Jahr für diesen Posten einkalkulieren.

Versicherung
Da das Fahrzeug in der Finanzierung ist, muss der Betrieb neben der Haftpflicht- auch eine Vollkaskoversicherung abschießen. Die Gesellschaften legen die Prämien nach eigenem Ermessen fest. Aus diesem Grund sind genaue Angaben über deren Höhe kaum möglich. Sie hängen in der Regel von der Typklasse, der Schadensfreiheitsklasse des Versicherungsnehmers, der Region, dem Abstellort und der jährlichen Fahrleistung ab.

Jahresprämien in Höhe von 700 bis 1.000 Euro sind zu erwarten.

Verschleiß / Wartung
Die vorgeschriebenen Inspektionen, Haupt- und Abgasuntersuchungen und der Austausch von Verschleißteilen sind regelmäßige Kosten, die der Gründer berücksichtigen muss.

Reparaturkosten fallen in der Garantiezeit selten an. Sofern keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt, tragen entstehende Schäden entweder die Vollkasko oder der Anbieter des Fahrzeugs (Garantiefall). Daher reichen 100 bis 200 Euro im Jahr für diese Position meist aus.

Tipp: Ein Full-Service-Leasing beinhaltet alle Wartungskosten und auch die Versicherungsprämien. Dies ist zwar etwas teurer, schütz aber vor unliebsamen Überraschungen.

Versicherungen

Estrichleger tragen ein hohes berufsspezifisches Risiko, da ein falsch verlegter Estrich zu Folgeschäden am Bodenbelag führen kann. Auch Regressansprüche wegen fehlender Dämmung sind möglich. Daher braucht der Betrieb eine Betriebshaftpflichtversicherung.

Eine Inhalts- oder Betriebsunterbrechungsversicherung ist selten erforderlich, es sei denn, der Estrichleger hat sich mit teuren Maschinen eingedeckt. Jahresprämien in Höhe von 30 bis 150 Euro im Monat sind zu erwarten.

Miete / Nebenkosten / Strom / Wasser / Telefon

Ein Estrichleger unterhält nur ein kleines Lager und braucht keine Werkstatt. Er arbeitet ausschließlich vor Ort beim Kunden. Für Mieten, Energie- und Wasserkosten sowie das Telefon reichen 300 bis 800 Euro im Monat aus.

Marketing

Wegen des hohen Konkurrenzdrucks müssen Estrichleger einiges in das Marketing investieren, um Erfolg zu haben. Wichtig für den Erfolg ist es, sich einen Kundenstamm aufzubauen und mit festen Kooperationspartnern zusammenzuarbeiten.

Langfristig profitiert der Handwerker davon, wenn er das Potenzial aller Marketingmöglichkeiten ausschöpft.

Webseite
Um eine möglichst starke Vermarktung mit viel Reichweite zu erlangen, muss das Internet zum Marketingzwecken immer mit eingebunden werden.

Eine aktuelle Webseite ist wichtig, da Kunden sich meist auch im Internet informieren, wenn sie einen Handwerker brauchen. Der Internetauftritt muss die Fachkompetenz hervorheben und am besten Referenzen zeigen. Das Einbinden von Kundenempfehlungen auf der Webseite ist ebenfalls sinnvoll.

Um ein gutes Ranking in den Suchmaschinen zu erreichen, ist ein regelmäßiger Pflegeaufwand nötig. Dieser ist mit 30 bis 80 Euro pro Monat zu veranschlagen.

Werbung online
Auch die Akquise auf Handwerkerportalen wie MyHammer ist wichtig, um sich den Kunden zu präsentieren und vor allem eine gute Reichweite zu bekommen.

Werbung offline
Estrichleger sollten sich um einen direkten Kontakt zu potenziellen Kunden bemühen. Dies erreichen sie, in dem sie Baumärkte, Architekten, Lieferanten von Böden und Fußbodenheizungen kontaktieren. Ein persönliches Gespräch ist wichtig, bei dem der Inhaber Prospekte über das Leistungsangebot des Betriebs übergibt.

In der Anfangsphase sind etwa 300 bis 500 Euro für diese Art des Marketings zu veranschlagen.

Checkliste: Als Estrichleger selbständigmachen

  1. Sind die fachlichen Voraussetzungen erfüllt? (Am besten eine Ausbildung als Estrichleger, mindestens aber Erfahrung mit Kunden und das Handwerkszeug zum Verlegen von Estrichen in eigener Regie)
  2. Ist das Gründungskapital für den Start vorhanden? Businessplan erstellen, um Gründungszuschuss zu bekommen
  3. Gewerbeanmeldung erledigen
  4. Bei der Handwerkskammer melden
  5. Der Berufsgenossenschaft beitreten
  6. Wenn gewünscht, Innungsmitgliedschaft beim Fachverband beantragen
  7. Geschäftsausstattung in Auftrag geben
  8. Werkzeug und Arbeitskleidung beschaffen
  9. Werbung für den Betrieb machen
  10. Aufträge annehmen und Termine bei den Kunden planen

Materialbeschaffung

Über das Internet finden Estrichleger Anbieter, die sich auf Werkzeuge und berufsspezifische Kleidung spezialisiert haben. Einen Teil der Arbeitsgeräte bieten auch örtliche Baumärkte in ausreichend guter Qualität an.

Spezialisierungen im Bereich Estrich

Die Aufgaben des Estrichlegers sind überaus vielfältig. Sie erstrecken sich vom Gießen eines Asphaltestrichs über das Herstellen von Estrichmörtel, Verlegen von Trockenestrich bis zum Gestalten mit PVC, Linoleum und Teppich. Um die Ausrüstung des Betriebs im Rahmen zu halten, sollte der Betrieb sich gezielt auf Teilbereiche beschränken.

Das Verlegen von Heizestrich oder Dämmungen beispielsweise erfordert geringe Investitionen in den Betrieb. Damit wird der Estrichleger gleichzeitig zu einem idealen Partner für Heizungsbauer oder Parkettverleger.

Zertifizierungen
Eine Präqualifizierung belegt Fachkunde und Leistungsfähigkeit im Sinne der Vergabe- und Vertragsordnungen. Sie ist in der Regel nötig, um an Aufträge der öffentlichen Hand zu gelangen. Auch im privaten Sektor, zeigt ein PQ (VOB) Zertifikat, dass ein Betrieb sein Handwerk versteht.

Ebenso belegt das Das RAL Gütezeichen (Güteschutz Estrich) die hohe Qualität der Arbeiten eines Estrichlegerbetriebs.


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