Wer einen Handwerksbetrieb gründet, sollte auch dafür sorgen, dass er von potentiellen Auftraggebern gefunden wird. Wichtig sind dafür Maßnahmen im Online- und Offlinebereich, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen und neue Kunden zu gewinnen.

Offline

Die Offline-Marketingmaßnahmen beginnen schon in kleinen Details und gehen über die Beschriftung des Firmenfahrzeugs bis hin zu einer einheitlichen Arbeitskleidung. Ein einheitliches Auftreten nach außen macht immer ein gutes Bild und bleibt den Kunden auch länger im Gedächtnis.

Folgende Maßnahmen lassen sich zu Werbezwecken und zur Kundengewinnung im Offline-Bereich für den Handwerksbetrieb umsetzen:

Visitenkarte und Briefpapier

Jeder Handwerksbetrieb sollte eine Visitenkarte besitzen. Visitenkarten sind einfach zu gestalten und vor allem relativ preisgünstig und immer einsetzbar. Eine Visitenkarte mit Bild macht dabei mehr her, als wenn dort nur der Name und die Adresse des Handwerksbetriebes steht. Ein Foto auf der Visitenkarte erhöht die Merkfähigkeit des Betrachters und bleibt auf diese Weise länger im Gedächtnis. Egal ob Elektriker, Maler oder Tischler.

Ebenfalls in einheitlichem Design sollte das Briefpapier gestaltet sein, auf dem später die Rechnungen und Angebote geschrieben werden.

Unternehmensbroschüre und Flyer

Das Erstellen einer Unternehmensbroschüre ist für einen größeren Handwerksbetrieb ebenfalls Pflicht. Diese sollte von Anfang an in der Kundenkommunikation eingesetzt werden. Ebenso Flyer, die sich in den relevanten Geschäften auslegen oder zum Unternehmensstart in den Briefkästen verteilt werden können.

Fahrzeugwerbung

Das Firmenfahrzeug ist gerade bei kleineren Handwerksbetrieben ein gutes Marketing-Instrument, denn es ist beim Kunden immer präsent. Natürlich sollte das Fahrzeug immer einen sauberen und aufgeräumten Eindruck machen. Daneben sollte es schon von weitem als Fahrzeug des Handwerksbetriebes erkennbar sein. Der Name des Betriebes im Corporate Design schafft einen Wiedererkennungswert, wenn er gut lesbar aufgebracht ist.

Einheitliche Arbeitskleidung

Auch auf der Baustelle machen Kleider Leute. Beim Auftreten des Betriebes wird von den Kunden sofort auf die Leistung des Betriebes geschlossen. Dreckige Schuhe und eine dreckige Hose kommen nicht gut an, der Handwerker und seine Mitarbeiter sollten ordentlich und sauber gekleidet sein. Auch das Firmenlogo und der Name des Mitarbeiters auf der Kleidung, sollten vorhanden sein. Das hinterlässt beim Kunden einen positiven und professionellen Eindruck. Er wird sich sicherlich wieder an den Betrieb wenden, wenn er ein Problem hat oder eine Wartung durchgeführt werden muss.

Die Betriebsstätte in Szene setzen

Auch die Werkstatt oder das Betriebsgebäude kann für Marketingzwecke genutzt werden. Der Handwerksbetrieb funktioniert als sichtbare Visitenkarte. Wichtig ist dabei, dass das Gebäude gut in Schuss ist und der Betrieb in Form von Leuchtreklame oder einer Fahne sichtbar sein sollte.

Auftragsportale für Handwerker

Aufgrund der Digitalisierung und der steigenden Markttransparenz haben Kunden immer mehr Möglichkeiten, sich Informationen und Vergleiche über einen Betrieb im Internet einzuholen. Online-Auftragsportale bieten für Handwerker deshalb eine spezielle Form der Kundenakquise.

Der Eintrag in ein Auftragsportal

Nicht nur wenn gerade eine Auftragsflaute herrscht, ist die Anmeldung auf Portalen wie MyHammer und anderen Portalen sinnvoll. Hier werden gezielt Aufträge ausgeschrieben und vermittelt.

Außerdem erhöht sich bei Eintragung in das Portal die eigene Auffindbarkeit, da jeder Handwerker ein eigenes Profil besitzt, das er wie eine Visitenkarte mit Infos zum Betrieb ausstatten sowie Referenzen und Arbeitsbeispiele zeigen kann. Das Ausfüllen des Profils ist aus Marketingzwecken besonders wichtig, denn die Portale werden von den Suchmaschinen oft höher eingestuft als die eigene Webseite, besonders wenn es sich um ein großes Portal wie beispielsweise MyHammer handelt.

Infos zum Betrieb zusammentragen

Der Eintrag muss professionell sein, wenn er der Kundengewinnung dienen soll: Meistertitel, Zusatzqualifikationen, besondere Kompetenzen und Referenzen sollten vorhanden sein. Profile mit Bildern werden häufiger angeklickt als solche die keines haben. Bebilderte Profile wirken seriöser und wecken Vertrauen bei den Kunden. Wichtig ist auch, Rückfragen zum abgegeben Angeboten immer schnell und vor allem fachmännisch und kompetent zu beantworten. Wenn der Auftragszuschlag kommt, ist eine zeitnahe Reaktion wichtig.

Auswahl der Portale

MyHammer ist im Bereich der Handwerkerportale Deutschlands Marktführer. Hier werden täglich neue Aufträge eingestellt. Damit niemand Preiskämpfe fürchten muss, kann sich auf die Auftragsausschreibung nur mit einem nicht sichtbaren Preisangebot beworben werden, dadurch wird ein gegenseitiges unterbieten unmöglich. Der Kunde kann am Ende frei entscheiden, wer den Zuschlag erhält. Dabei achten sie auf die besonderen Kompetenzen und die guten Bewertungen des Betriebes.

Wichtig ist, sich als professioneller Handwerker nur auf Portalen anzumelden, die für Hobbyhandwerker nicht zugelassen sind, wie dies beispielsweise bei MyHammer der Fall ist. Hier können sich nur Betriebe auf die jeweiligen Aufträge bewerben, die laut Handwerksordnung dafür zugelassen sind.

Bei der Anmeldung auf dem Portal muss der Gewerbeschein, der Handelsregisterauszug und die Eintragung in die Handwerkskammer, der Meisterbrief oder eine ähnliche Eintragung vorgelegt werden, wenn es sich um eine Basic- oder Premium-Mitgliedschaft handelt. So wird die Qualität gesichert.

Die Website für den Handwerksbetrieb

Ein gut aufgestelltes Handwerksunternehmen besitzt eine Webseite. Ein professionelles und einheitliches Erscheinungsbild ist genauso selbstverständlich wie das Corporate Design, das sich auch im Offline-Bereich wiederspiegelt.

Die Seite sollte am besten auf einen Blick zeigen, was der Handwerksbetrieb leistet. Für den Aufbau der Seite sollte ein professioneller Dienstleister herangezogen werden, denn nur so ist garantiert, dass die Seite alle Bedingungen erfüllt, um bei den Kunden gut anzukommen und auch in den Suchmaschinen gut gefunden wird.

Inhalte auf der Webseite

Eine professionelle Webseite funktioniert wie ein Betriebsflyer oder eine Visitenkarte des Unternehmens. Wie bei einer Visitenkarte, sollten auch auf der Webseite alle relevanten Daten vorhanden sein. Neben den Kontaktdaten des Unternehmens sind auch das Logo und der Standort wichtig.

Die einzelnen Leistungen sind wie in einer Imagebroschüre übersichtlich aufgelistet. Gut ist, wenn das Team mit Bild dargestellt wird. Ebenfalls sollten Historie des Unternehmens und die Referenzen vorhanden sein, falls schon welche vorhanden sind.

Die Seite sollte laufend und auch erkennbar aktualisiert werden. Die Zielgruppe gilt es mit der Seite anzusprechen. Eine gute SEO-Optimierung der Seite ist ebenfalls Pflicht, dazu im Absatz „Suchmaschinen“ mehr.

Responsive Webdesign ist Pflicht

Durch die immer häufigere Nutzung von Mobiltelefonen, wird mehr und mehr Traffic über das Smartphone generiert. Deshalb ist es wichtig, dass die Webseite auch für mobile Geräte optimiert ist.

Die Webseite sollte auf dem Display fehlerfrei angezeigt werden (responsive), damit sie sich den jeweiligen Anforderungen der unterschiedlichen Bildschirmformate gut anpassen kann.

Suchmaschinen

Studien belegen: Wer bei Google nicht ganz oben steht, wird eher selten gefunden. Rund 70 Prozent aller Internetnutzer klicken ausschließlich auf die Treffer der ersten Seiten. Deshalb muss die Seite des Handwerksbetriebs für die Suchmaschine optimiert werden.

Wichtig sind hier die richtigen Keywords, die in Kombination mit der jeweiligen Stadt die besten Ergebnisse erzielen. Am besten wird die Seite mit Hilfe eines SEO-Experten konzipiert, der die Seite und mit den gewünschten Keywords im Ranking nach vorne bringen kann (SEO = Search Engine Optimization, bedeutet Suchmaschinenoptimierung).

Handelt es sich um ein kleines Unternehmen, bietet es sich an, die Suchmaschinenoptimierung selbst in die Hand zu nehmen. Einzelne Maßnahmen alleine können schon eine bessere Platzierung erzielen.

Local SEO – Einträge selbst übernehmen

Es gibt viele Möglichkeiten für kostenlose Werbung im Internet. Für Handwerksbetriebe sind besonders die Möglichkeit für lokale Einträge interessant.

Ein Google-MyBusiness-Eintrag ist Pflicht
Neben einer suchmaschinenoptimierten Webseite hilft auch ein MyBusiness-Eintrag bei Google. Das ist wie eine Art Gelbe Seiten im Netz. Wichtig ist, dieses Profil mit Kontaktinformationen Bildmaterial und dem Angebot des Handwerksbetriebes zu füllen. Der Eintrag wird mit einem Bestätigungscode von Google verifiziert, damit prüft die Suchmaschine, ob es sich um ein echtes Unternehmen am angegebenen Standort handelt. Sobald der Eintrag verifiziert ist, erscheint die Adresse bei der lokalen Suche ganz oben im Ranking auf der rechten Seite und kann vom Besucher einfach angeklickt werden.

Einträge bei lokal ausgerichteten Portalen nicht vergessen

Es gibt auch andere Portale, die lokale und kostenlose Eintragungen für Betriebe aus der Region anbieten. Diese sollten unbedingt genutzt werden, denn in der Regel bieten diese Portale eine gute Auffindbarkeit, wenn ein Besucher lokal nach einem Handwerker sucht. Solche Portale sind zum Beispiel Stadbranchenbuch, GoYellow , Wo gibt’s was, Yelp,…

Es reicht, jeweils einen kostenlosen Eintrag anzulegen, um gut gefunden werden zu können.

Reputationsmanagement

Unbestritten ist, dass Empfehlungen für einen Handwerksbetrieb von sehr großer Bedeutung sind. Früher konnte man seinen Ertrag durch die Stammkundschaft sichern und Werbung in Printmedien schalten. Heutzutage hat sich alles etwas relativiert, weil Handwerksbetriebe generell in einem höheren Wettbewerb stehen. Jeder nutzt das Internet, um etwas zu finden. Es ist ganz einfach, andere Dienstleister zu googeln, die vielleicht mehr Zeit haben oder einige Arbeiten günstiger anbieten.

Den Überblick über Bewertungen im Netz behalten

Aus diesem Grund ist eine positive Präsenz und ein gutes Reputationsmanagement für den Handwerksbetrieb von großer Bedeutung. Es ist wichtig zu wissen, welche Bewertungen im Internet über die ausgeführten Arbeiten abgegeben werden. Das fängt beim Google-My-Business-Eintrag an und geht bis zu den Bewertungen in Handwerkerportalen. Nur wer den Überblick hat, kann hier richtig agieren.

Eine seriöse Kommunikation mit dem Kunden ist immer wichtig

Wer im Umgang mit den Kunden kompetent, freundlich und zielgerichtet kommuniziert, betreibt das beste Reputationsmanagement. Dies gilt sowohl in mündlichen als auch schriftlichen Angelegenheiten. Die beste Reputation bleibt aber immer noch eine handwerklich saubere Arbeit.

Im Bereich Wachsen stellen zeigen wir weitere Maßnahmen im erweiterten Marketing.


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