Der Erdbau umfasst alle Baumaßnahmen, bei denen der Boden in seiner Lage und Form sowie seiner Beschaffenheit verändert wird. Der Erdbau ist ein Unterbereich des Tiefbaus. Die Aufgabenbereiche des Erdbaus umfassen den Bodenabtrag, die Erdmengenbewegung, Bodenverfüllungen, Auffüllungen und Aufschüttungen sowie Straßenwege für den Straßenbau, den Bodenaushub für Gräbern und das Baggern über und unter Wasser sowie der Fundamentaushub und die Herstellung von Baugruben für Häuser und Anderes. Erdbauarbeiten sind ein Bestandteil von Rohbauarbeiten.

Erdbau bieten etwa 1.000 Straßenbauer, 650 Rohrleitungs- und Brunnenbauer und 1.000 weitere Bauunternehmen wie Wasserbau, Brücken- und Tunnelbau und ähnliche Betriebe an. Hinzukommen über 10.000 Gartenbauer, die im begrenzten Umfang ebenfalls in der Branche tätig sind.

Die Konkurrenz- und Marktlage richtig einschätzen

Der Erdbau umfasst, wie oben schon erwähnt, ein weites Arbeitsfeld. Aus diesem Grund ist das eigene Leistungsspektrum und das der Betriebe in der Region ausschlaggebend für den Erfolg des Unternehmens. Um die Chancen auf dem Markt auszuloten, müssen Gründer die Nachfrage richtig einstufen und sich auf einen gefragten Bereich am gewünschten Standort spezialisieren. Folgende Fragen sollte sich der Gründer vor seinem Start in die Selbständigkeit beantworten können:

  • Welche Erdarbeiten darf der Betrieb anbieten (abhängig von der Qualifikation des Gründers)?
  • In welchem Umfang lässt sich in den Geschäftsbereich einsteigen?
  • Was bieten die Betriebe in der Region an?
  • Welche Nachfrage besteht nach den Erdarbeiten, die der Betrieb anbieten wird?
  • Gibt es Alleinstellungsmerkmale?
  • Was ist der geeignete Standort und weshalb?

Wer Erdbauarbeiten anbietet, muss über die Marktlage am gewünschten Standort genauestens Bescheid wissen, denn sonst gründet er und bekommt keine Aufträge oder nur Aufträge, die eine weite Fahrt nach sich ziehen. Mit den schweren Geräten kann die Anfahrt in solchen Fällen aufwendig und teuer sein und das Geschäft lohnt sich nicht wirklich.

Fachliche Voraussetzungen für eine Existenzgründung als Erbauunternehmer

Welche Voraussetzungen für die Gründung zu erbringen sind, hängt von Leistungsspektrum ab.

Ob ein Meisterbrief benötigt wird, hängt vom Leistungsspektrum ab
Wer im Straßenbau, im Brunnenbau oder im Wasserbau tätig werden will, benötigt einen Meisterbrief, denn bei diesen Tätigkeiten handelt es sich um verantwortungsvolle Aufgaben, die Erfahrung und Fachwissen benötigen. Dies kann durch einen Meistertitel im Bereich Brunnenbau oder Straßenbau, beides zulassungspflichtige Gewerke (HwO Anlage A, Abschnitt 1) nachgewiesen werden. Auch erfahrenen Gesellen haben die Option, sich selbstständig zu machen oder es wird ein Betriebsleiter mit Meistertitel eingestellt.

Im Bereich Gartenbau ist kein Meistertitel notwendig
Wenn der Erdbaubetrieb im Bereich des Gartenbaus angesiedelt ist, beispielsweise Gartenwege, Spielplätze oder Teiche anlegt, ist meist keine Qualifikation erforderlich.

Generell ist ein Meisterbrief oder ein Abschluss als Ingenieur vorteilhaft, denn Kunden trauen Betrieben mit Meistern mehr Fachwissen zu.

Beachtenswertes zu den fachlichen Voraussetzungen
Betriebe, welche auch die Abfuhr des Aushubs mit einem Lkw von mehr als 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht übernehmen, brauchen eine Erlaubnis als Transportunternehmer. Der Gründer muss die fachliche Eignung durch eine Prüfung bei der IHK belegen und Führungszeugnis, Auszüge aus dem Verkehrszentralregister sowie aus dem Gewerbezentralregister vorlegen. Ferner benötigt er für das erste Fahrzeug Eigenkapital in Höhe von 9.000 Euro und für jeden weiteren Lkw ein Eigenkapital von 5.000 Euro.

Je nach Art der Maschinen, die auf den Baustellen zu bedienen sind, verlangen die Behörden weitere Nachweise. Ein Baumaschinenbedienerausweis oder eine Qualifizierung zum Führen von Erd- und Tiefbau- oder Straßenbaumaschinen sind einige der möglichen Zeugnisse, welche die Behörden verlangen können.

Gründungskosten

Ein detaillierter Businessplan ist wichtig, um die Risiken und Chancen des Betriebs auszuloten und die Höhe des nötigen Gründungskapitals zu ermitteln. Gründer sollten sich Hilfe bei der zuständigen Kammer oder einem freien Gründungsberater holen. Mit dem Businessplan kann der Gründer Fördermittel und Kredite beantragen, um die Finanzierung des Vorhabens auf ein sicheres Fundament zu stellen.

Kosten für die Grundausstattung

Ein Startkapital von mindestens 50.000 Euro kann ausreichen, wenn der Erdbaubetrieb sich auf kleinere Aufgaben beschränkt und den Transport der Erde einem Fuhrunternehmer überlässt. Wer auch Großprojekte angehen will, muss unter Umständen über eine Million investieren.

Fahrzeug

Erdbauunternehmen benötigen einen Pkw, um zu Kundengesprächen zu fahren und sich um die Materialbeschaffung zu kümmern. Außerdem braucht das Unternehmen zumindest einen kleinen Lkw mit Anhänger, um schweres Gerät zum Einsatzort zu bringen.

Gründer sollten die Fahrzeuge immer leasen, denn diese Art der Finanzierung erhöht die Liquidität und verbessert das Rating des Betriebs.

Die Höhe der Leasingraten und der Sonderzahlung, die zu Beginn fällig ist, hängen vom Wert der Fahrzeuge und der Bonität des Gründers ab.

Selbst ein gebrauchter Fuhrpark in der genannten Größe kostet 50.000 Euro bis 150.000 Euro. Daher ist mit einer Leasing-Sonderzahlung in Höhe von 6.000 bis 25.000 Euro zu rechnen.

Hinweis: Unternehmen, die der Einnahmen-Überschussrechnung unterliegen, dürfen den Betrag in voller Höhe als Betriebsausgabe im Anschaffungsjahr absetzen, um die Steuerlast zu senken.

Fahrzeugeinrichtung / Innenausbau
Auch ein Erdbauer benötigt manchmal nicht nur große Maschinen, sondern auch kleineres Werkzeug. Fahrzeugmodule mit Aufbewahrungsboxen und Haltesystemen sind sinnvoll. Diese lassen sich meist individuell erweitern und sichern gegen herumfliegendes Werkzeug während der Fahrt ab. Ein Modulsystem ist bei verschiedenen Herstellern bereits ab 1.000 Euro zu bekommen.

Bei einem neuwertigen Fahrzeug ist eine Laderaumverkleidung für etwa 1.500 Euro sinnvoll, um den Wagen vor Schäden durch die Ladung zu bewahren. Dies zahlt sich bei der Rückgabe des Fahrzeugs an den Leasingeber aus, denn dieser verlangt für Schäden einen Ersatz. Den Einbau von Modulsystem und Laderaumverkleidung übernimmt meist das Autohaus, in dem das Fahrzeug gekauft wurde.

Für die benötigte Anhängerkupplung sind inklusive Montage sind 600 bis 1.200 Euro einzukalkulieren. Ein Anhänger kostet zwischen 2.000 und 5.000 Euro.

Folierung
An der Beschriftung der Fahrzeuge sollte kein Gründer sparen, denn Logo, Anschrift und Telefonnummer gut sichtbar auf dem Fahrzeug, sind die beste Werbung. Jeder Passant sieht, welche Firma im Einsatz ist. Dies führt oft zu Folgeaufträgen. Hinzukommt, dass diese Art der Werbung nachhaltig ist.

Ab etwa 150 Euro ist das Anbringen bedruckter Folien durch einen Spezialbetrieb möglich. Der Preis erhöht sich je nach Aufwand der Folierung.

Werkzeug/Maschinen

Meist ist es nicht sinnvoll sich schon bei der Gründung mit Bagger, Radladern und Walzen einzudecken. Solches Gerät kann der Betrieb leihen. Dies hat den Vorteil, dass er den Betrieb auftragsspezifisch mit Maschinen ausrüstet und kein teures Gerät ungenutzt auf einem Betriebshof steht.

Werkzeuge wie Schubkarren, Schaufeln, Kompressor und Rüttler sollten aber zum Grundbestand gehören. So kann der Gründer den Kapitalbedarf für Werkzeugkosten bei etwa 20.000 Euro halten.

Arbeitskleidung

Die Arbeiter im Erdbau sind bei jedem Wetter, außer bei starkem Frost, im Freien im Einsatz. Die Kleidung muss bei Bedarf Nässe- und Kälteschutz bieten. Pro Person ist ein doppelter Satz Arbeitshosen, Shirts und Arbeitsjacke sowie eine gefütterte Regenjacke, die auch vor Kälte schützt, erforderlich. Für die Arbeitskleidung sind in den Gründungskosten etwa 1.000 Euro mit einzukalkulieren.

Auf Sicherheit achten
In der Regel benötigen Erdbauer Sicherheitsschuhe nach DGUV-Regel 112-191l, der Klasse S1P (öl- und benzinresistente Sohle mit Durchtrittsicherheit) sowie Schutzhandschuhe und einen guten Gehörschutz.

Büro und Computer

Betriebe aus dem Bereich Erdbau empfangen selten Kunden im Büro. Sie brauchen daher nur einen Computer mit Software und ein Telefon und können ihren Schreibtisch in der Startphase zunächst im eigenen Zuhause einrichten. Dies reicht aus, um alle anstehenden Büroarbeiten zu erledigen und mit Kunden Kontakte zu knüpfen. Es sind 300 bis 500 Euro für das Büro in die Gründungskalkulation einzubeziehen.

Geschäftsausstattung: Briefpapier, Logo und Visitenkarten

Ein Logo sowie ein gut gestaltetes Briefpapier und passende Visitenkarten, sind das „Gesicht“ des Betriebes. Aus diesem Grund lohnt es nicht, an der Ausstattung zu sparen. Um ein individuelles Erscheinungsbild kümmern sich Grafiker und Webdesigner. Für diesen Posten sind mindestens 500 Euro anzusetzen, wenn die Agentur ein günstiges Starterpaket für Gründer anbieten. In vielen Fällen ist die Geschäftsausstattung etwas teurer.

Lager und Werkstatt

Zu Beginn reicht eine Garage ohne Einrichtung, um Fahrzeuge und die Ausrüstung unterzustellen. Die Miete für eine Garage ist mit 150 bis 300 Euro im Monat zu kalkulieren.

Laufende Kosten

Erdbauer können frühestens nach einem halben Jahr größere Zahlungseingänge erwarten. In der Gründungskalkulation sind mindestens 2.000 Euro monatlich für die laufenden Kosten in dieser Zeit zu berücksichtigen.

Mitgliedschaften

Welche Zwangsmitgliedschaften bestehen hängt vom Leistungsspektrum ab, welches darüber entscheidet, ob der Betrieb ein Bauunternehmen oder ein Gartenbaubetrieb ist.

Erdbau als Bauunternehmen

  • Es besteht Meisterpflicht (erlaubnispflichtiges Gewerbe)
  • Der Betrieb darf nahezu alle Erdbauarbeiten anbieten

Vorgeschriebene Mitgliedschaften:

  • Handwerkskammer
  • SOKA-BAU
  • BG Bau

Erdbau im Gartenbau

  • Es gibt keine Zulassungsbeschränkungen
  • Betrieb darf nur im gärtnerischen Bereich tätig werden

Vorgeschriebene Mitgliedschaften:

  • IHK (Industrie- und Handelskammer)
  • Landwirtschaftskammer
  • Ausbildungsförderwerk (AuGaLA)
  • Winterbeschäftigungs-Umlage
  • Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)

Kosten der Mitgliedschaften für Bauunternehmen

Handwerkskammer
Die Kammerbeiträge sind regional unterschiedlich. Sie hängen vom Gewinn des Unternehmens ab. Wenn dieser unter 20.000 Euro liegt, sind etwa 120 bis 350 Euro im Jahr zu zahlen.

Sozialkasse der Bauwirtschaft
Die SOKA-BAU übernimmt Kosten für die Fortbildung, das Urlaubsgeld und zahlt einen Lohnausgleich bei schlechtem Wetter. Der Betrieb muss zwischen 19 und 22 Prozent der Bruttolohnsumme aller gewerblichen Arbeitnehmer abführen. Für Angestellte sind zwischen 20 und 80 Euro im Monat zu zahlen.

Berufsgenossenschaft
Die BG BAU – Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft zahlt Renten und Reha-Maßnahmen, die aufgrund von Berufsunfällen oder Berufskrankheiten anstehen. Die Beiträge ändern sich jährlich, da die Genossenschaft die tatsächlich entstandenen Kosten umlegt. Ihre Höhe ermittelt die BG nach einem Schlüssel, der das Risiko und die Art der Zahlungen berücksichtigt. Basis ist die Bruttolohnsumme, daher entstehen keine Kosten, wenn der Betrieb keine Löhne oder Gehälter zahlt.

Kosten der Mitgliedschaften für Gartenbaubetriebe

IHK
Die Industrie- und Handelskammern sind wie die Handwerkskammern regional organisiert. Die Beiträge orientieren sich an der Rechtsform und dem Gewerbeertrag. Einzelunternehmer, die weniger als 25.000 Euro Gewinn erzielen, zahlen zwischen 25 und 50 Euro im Jahr.

Landwirtschaftskammer
Ein Erdbauunternehmen, das als Gartenbaubetrieb zählt, muss in der Landwirtschaftskammer Mitglied werden. Der Kammerbeitrag richtet sich nach dem Wert des Betriebsgrundstücks. Es sind etwa 10 Euro je Tausend Euro des Einheitswerts des Betriebs abzuführen.

AuGaLa
Die Organisation hilft, die Ausbildung zu finanzieren und unterstützt ausbildende Betriebe. Sobald der Betrieb Mitarbeiter beschäftigt muss er 0,8 Prozent der Bruttolohnsumme an die AuGaLa abführen.

Winterbeschäftigungs-Umlage
Die Umlage ist zu entrichten, um Lohnausfälle, die aufgrund von schlechter Witterung entstehen, zu übernehmen. Erdbauunternehmen, wenden üblicherweise mindestens 50 Prozent der betrieblichen Arbeitszeit für eine bauliche Tätigkeiten auf. Sie müssen daher 2 Prozent der Lohnsumme abführen. Die Arbeitnehmer übernehmen davon 0,8 Prozent.

Berufsgenossenschaft
Für Gartenbauer ist die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) zuständig. Die Versicherung übernimmt ähnliche Leistungen wie die BG Bau, die Bauunternehmen versichert. Die Beiträge orientieren sich am Risiko und der Lohnsumme oder am Ertrag der bewirtschafteten Flächen.

Innungen
Auch bei den Innungen kommt es darauf an, ob es sich im GaLaBau oder um eine Bautätigkeit handelt. Bauunternehmen aus dem Bereich Tiefbau vertritt die Fach-Innung des Straßenbaus.

Gartenbaubetriebe organisieren sich im Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. Wer den Brunnenbau anbietet tritt einem der Fachverbände aus diesem Bereich bei.

Für die Mitgliedschaft in einem Fachverband sind etwa 300 bis 500 Euro pro Jahr einzukalkulieren.

Personal

Erdbauarbeiten lassen sich nur in Ausnahmefällen ohne Personal bewältigen. Wenn der Betrieb nur sporadisch arbeiten kann, bietet es sich an, Mini-Jobber einzustellen, die bei Bedarf zur Hand gehen. Hier ist der Mindestlohn zu beachten, daher können geringfügig Beschäftigte je nach Region nur 30 bis 38 Stunden im Monat arbeiten. Pro Beschäftigten sind monatlich mindestens 530 Euro einzuplanen.

Fahrzeug

Die benötigten Fahrzeuge belasten den Betrieb durch Fixkosten wie Leasingraten, Steuer und Versicherung. Hinzu kommen variable Kosten für Kraftstoff und Werkstattaufenthalte.

Leasing
Die Höhe der Leasingraten hängt vom Wert des Fahrzeugs, der Höhe der Sonderzahlung und der Bonität des Leasingnehmers ab. Etwa 800 bis 1.500 Euro sind eine realistische Schätzung für Lkw und Pkw zusammen.

Kfz-Steuer
Die Finanzämter erheben die Steuer ab dem Tag der Zulassung grundsätzlich für ein ganzes Jahr. Die Höhe legen sie aufgrund diverser Daten wie Tag der Erstzulassung, Antriebsart und CO2-Ausstoß fest. Grob geschätzt sind 200 bis 500 Euro pro Jahr und Fahrzeug fällig.

Versicherung
Neben der Haftpflicht brauchen Gründer auch eine Vollkaskoversicherung, da die Fahrzeuge finanziert werden. Dies führt zu Jahresprämie von 700 bis 1.000 Euro für den Pkw, die Versicherung des Lkws kann deutlich teurer sein.

Es lohnt Angebote von verschiedenen Gesellschaften und Maklern einzuholen, da die Prämien und die Leistungen sehr unterschiedlich ausfallen. Unter Umständen sind Sonderkonditionen wie Flottentarife möglich.

Verschleiß / Wartung
Bei einem neuwertigen Fahrzeug mit Herstellergarantie und Vollkaskoschutz ist für Reparaturen meist nichts zu bezahlen. Aber die regelmäßigen Haupt- und Abgasuntersuchungen, Inspektionen, Wartungen und der Austausch von Verschleißteilen muss in der Gründungskalkulation berücksichtigt werden.

Wichtig: Der Lkw muss jährlich zu einer Hauptuntersuchung. Je nach Gesamtgewicht ist zusätzlich alle sechs Monate eine Sicherheitsprüfung vorgeschrieben.

Zur Sicherheit sollten Gründer zwischen 300 und 600 Euro für die Werkstattbesuche veranschlagen.

Kraftstoff
Zu Beginn, wenn noch keine Aufträge vorliegen, ist lediglich der Pkw im Einsatz. Das Tanken kostet zwischen 50 und 200 Euro im Monat. Später ist mit Beträgen zwischen 300 und 400 Euro zu rechnen.

Versicherungen

Erdarbeiten können zu großen Schäden führen. Aus diesem Grund benötigt der Betrieb eine Betriebshaftpflichtversicherung. Sinnvoll ist auch der Abschluss von Bürgschaftsversicherungen, denn bei jedem größeren Bauvorhaben erwarten Auftraggeber eine Gewährleistungsbürgschaft, Vertragserfüllungsbürgschaft und bei Abschlagszahlungen auch einen Vorauszahlungsbürgschaft.

Ob sich eine Maschinenversicherung lohnt, hängt vom Wert des Maschinenparks ab. Diese übernimmt unter anderem die Kosten für Schäden die durch Bedienungsfehler, Ungeschicklichkeit, Vorsatz Dritter, Konstruktionsfehler, Diebstahl, Raub oder Brand entstehen.

Erdbauunternehmen sollten monatlich zwischen 90 und 150 Euro für den Versicherungsschutz einplanen.

Miete / Nebenkosten / Strom / Wasser / Telefon

150 bis 400 Euro reichen meist aus. In diesen Kosten ist auch die Miete für eine Garage enthalten.

Marketing

Ohne gezieltes und aufwendiges Marketing kann kein Erdbauunternehmen auf dem Markt bestehen. Der Gründer muss vorrangig darauf achten, sein Leistungsspektrum bekannt zu machen.

Webseite
Die eigene Homepage sollte den Betrieb gut präsentieren und sein Leistungsspektrum darlegen. Die Seite sollte von einem Fachmann erstellt werden. Eine gute Qualität und eine suchmaschinenoptimierte Seite ist wichtig, damit sie von potentiellen Kunden gefunden werden kann. Ein Kontaktformular sollte ebenfalls auf der Seite vorhanden sein. Eine professionell erstellte Webseite kostet ab 1.000 Euro aufwärts. Für die monatliche Pflege der Homepage sollten nochmals zwischen 30 und 80 Euro mit einkalkuliert werden.

Werbung online
Eine gute Möglichkeit, schnell neue Kundenkontakte zu knüpfen, sind Handwerkerplattformen wie MyHammer. Hier kann sich der Handwerker ein Profil anlegen und seinen Betrieb, seine Referenzen sowie sein Leistungsspektrum präsentieren. Außerdem kann er sich auf Ausschreibungen bewerben und Kunden können für Aufträge mit ihm in Kontakt treten.

Dank der guten Reichweite in den Suchmaschinen wird der Betrieb auf diese Weise gut im Netz gefunden, wenn ein Kunde nach einem Betrieb in seiner Nähe sucht. Für diesen Posten ist nur eine geringe Summe im Monat aufzuwenden, die Investition lohnt sich aber.

Werbung offline
Eine aktive Akquise ist das Wichtigste. Gründer müssen mit Bauträgern, Betreibern von Sportplätzen und Hausbesitzern telefonieren. Auch der Kontakt zu Straßenbaufirmen, Gemeinden und Tiefbauunternehmen lohnt. Viele Betriebe haben kein Interesse an kleineren Aufträgen, wie beispielsweise das Verlegen von Hausanschlüssen. Sie geben diese gerne an Subunternehmer weiter.

Visitenkarten und Flyer sind nützlich, wenn Gründer mit diesen Ansprechpartnern in Kontakt treten. Sie sollten in der Startphase 150 bis 400 Euro monatlich für die Drucksachen einkalkulieren.

Checkliste: Erdbauunternehmen gründen

  1. Soll eine Baufirma oder ein Gartenbaubetrieb gegründet werden? Welche fachlichen Voraussetzungen liegen vor?
  2. Welches Budget ist für die Gründung geplant?
  3. Gespräch mit der zuständigen Kammer (Handwerkskammer, IHK, Landwirtschaftskammer) führen
  4. Businessplan erstellen, um Finanzierung zu sichern (Gründungszuschuss, Kredite)
  5. Gewerbeanmeldung erledigen
  6. Bei den zuständigen Kammern und Berufsgenossenschaft anmelden
  7. Wenn gewünscht, Mitgliedschaft beim passenden Fachverband beantragen
  8. Computer und Software anschaffen
  9. Fahrzeuge, Maschinen und Arbeitskleidung kaufen
  10. Werbung für den Betrieb machen
  11. Aufträge annehmen und Termine bei den Kunden planen

Beschaffung

Gründer sollten nicht zu viele Maschinen kaufen. Es ist sinnvoller Firmen zu suchen, die diese bei Bedarf verleihen. Generell lohnt es auch nach gebrauchten Fahrzeugen, Werkzeugen und Gerätschaften zu suchen. Diese sollten aber neuwertig sein und es sollte eine Garantiezusage bestehen.

Spezialisierungen

Kunden schätzen Komplettangebote. Der Betrieb sollte beispielsweise nicht nur einen Teich ausbaggern können, sondern auch die Anlage übernehmen. Es bietet sich auch an, neben den Erdarbeiten zusätzlich das Pflastern auszuführen.

Zertifizierungen
Baufirmen, die den Erdbau anbieten, sollten sich um einen Eintrag in ein Unternehmer- und Lieferantenverzeichnis für öffentliche Aufträge bemühen. Die Konditionen nennen die regionalen Behörden, die sich mit Stadtentwicklung und Umwelt befassen.

Auch eine Präqualifizierung im Straßenbau gemäß der Leitlinie des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ist wichtig. Ohne dieses kann ein Betrieb nicht an öffentlichen Ausschreibungen von Behörden teilnehmen.

Interessant sind auch Zertifikate des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW-Arbeitsblatt GW 381 „Bauunternehmen im Leitungstiefbau“ oder DVGW-Arbeitsblatt GW 381 FW 601 „Fernwärme-Rohrleitungsbauunternehmen“).

Weitere Zertifikate vergibt der „Güteschutz Kanalbau“ beispielsweise VP – (Rohrvortrieb). Grabenlose Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen und Abwasserkanälen mit steuerbaren Pilotrohr-Verfahren.


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