Wer einen eigenen Elektrobetrieb gründen möchte, sollte sich zunächst die Konkurrenzsituation in der näheren Umgebung genauer ansehen. Laut Statista gab es im Jahre 2017 rund 60.400 Handwerksbetriebe im Bereich Elektrotechnik, das ist eine ganze Menge. Andererseits ist der Bedarf an Elektrikern groß und es handelt sich um einen Berufszweig, der sicherlich nicht aussterben wird.

Die Konkurrenz- und Marktlage richtig einschätzen

Bevor das Gründungsvorhaben in die Tat umgesetzt wird, sind einige Dinge zu bedenken, wie beispielsweise ob der geplante Betrieb sich auf den gewerblichen Sektor oder den privaten Bereich fokussiert.
Um diese Entscheidung zu treffen, ist es auch wichtig, die Konkurrenzsituation in der Region im Auge zu haben. Folgende Fragen sollten hierfür beantwortet werden können:

  • Wie viele Betriebe gibt es bereits in der Region?
  • Wo liegen die Schwerpunkte der Elektrobetriebe in der Umgebung?
  • Wie viel Bedarf gibt es (Neubau und Altbaurenovierung)?
  • Welches Tätigkeitsfeld eines Elektrikers ist in der Region noch nicht abgedeckt?

Fachliche Voraussetzungen für die Existenzgründung als Elektriker

Elektriker müssen sich mit hochkomplizierten und innovativen Techniken umgehen und sich ständig auf dem Laufenden halten, denn in kaum einem anderen Arbeitsbereich entwickeln sich die Arbeitsinhalte so rasant und dynamisch wie in der Elektronik. Beispiele hierfür sind die mobile Kommunikation (Netzbetreiber) und die intelligente Vernetzung (Smart Home). Daher müssen sich Elektriker konstant weiterbilden und selbständig arbeiten können.

Für selbständige Elektriker herrscht Meisterpflicht

Das Gewerk des Elektrikers ist ein zulassungspflichtiges Handwerk, das in der Handwerksordnung (HWO), Anlage A, festgelegt ist. Wer sich als Elektriker selbständig machen möchte, benötigt einen Meisterbrief.
Unter bestimmten Voraussetzungen darf der Betrieb auch ohne Meisterbrief gegründet werden (Link – Betriebsleiter einstellen oder Altgesellenregelung).

Sonstige fachliche Voraussetzungen für Elektriker

Wer plant, Anschlussarbeiten an das öffentliche Stromnetz durchzuführen, muss sich in das Installateur-Verzeichnis des örtlichen Netzbetreibers eintragen.
Außerdem ist für ein Gewerbe im Bereich Elektrotechnik der Paragraf §106 der Gewerbeordnung wichtig. Es muss eine Erlaubnis für folgende Tätigkeit vorliegen:

  • Installation von Starkstromanlagen, dabei darf es keine Einschränkungen im Hinblick auf Spannung und Leistung geben.
  • Installation von Blitzschutzanlagen.
  • Einbau von Alarmanlagen für Gebäude, Betriebe oder Grundstücke.
  • Installation von Brandmeldeeinrichtungen.

Sofern Mitarbeiter beschäftigt werden sollen, dürfen die oben genannten Arbeiten nur mit einer entsprechenden Qualifikation ausgeübt werden. Alle Personen, die die oben genannten Tätigkeiten im Betrieb ausführen, müssen binnen einer Woche der Bezirksverwaltungsbehörde mitgeteilt werden. Bei Änderungen muss es eine Meldung geben.
Elektrotechnische Arbeiten sind immer mit Gefahren verbunden. Es kann auch zu Sach- oder Personenschäden kommen. Deshalb sind klar definierte Aufgabengebiete und Kenntnisse der Normen und Vorschriften im Bereich Elektrikerhandwerk eine wichtige Voraussetzung für eine Selbständigkeit im Bereich Elektrik.

Kosten

Um die Anfangskosten der Gründung zu decken, stehen einige Möglichkeiten bereit. Wer sich unsicher bei der Erstellung eines Businessplans, der Kreditbeantragung und der Marketingmaßnahmen ist, kann einen Gründungsberater zu Rate ziehen. Auch die Bundesagentur für Arbeit und die Handwerkskammern sind potentielle Ansprechpartner, wenn es um die Beratung zur Existenzgründung und finanziellen Förderung im Handwerk geht.

Kosten Grundausstattung

Grob sollte für die Neugründung eines Elektrobetriebes mit einem Startkapital von mindestens 25.000 Euro gerechnet werden. Hier eingerechnet ist ein finanzielles Polster für die ersten Monate, denn die Kunden zahlen ihre Rechnungen nicht immer sofort.

Fahrzeug

Ein Firmenwagen ist für einen Elektriker zwingend notwendig, denn es wird hauptsächlich außer Haus gearbeitet. Es müssen Leitungen auf der Baustelle verlegt und elektrische Anlagen repariert werden. Ein Elektriker ohne Firmenwagen wäre hier aufgeschmissen.
Das Fahrzeug eines Elektrikers muss nicht besonders groß sein, ein Kleinkastenwagen ist ausreichend, um Werkzeug und Kleinteile an den Arbeitsort zu transportieren. Gute Modelle sind beispielsweise der Opel Combo, der Peugeot Partner, der Citroen Berlingo oder der VW Caddy und andere.

Leasing Sonderanzahlung
Generell gilt bei einer Gründung: Leasen ist vorteilhafter als Kaufen. Das Leasing schont als Finanzierungsinstrument die Liquidität und verbessert die Ratingnote. Viele Autohäuser bieten Sonderkonditionen für Handwerker an.
Außerdem: Bei einer Sonderanzahlung für geleaste Firmenwagen ist die Sonderzahlung bei der Einnahmen-Überschussrechnung in voller Höhe als Betriebsausgabe absetzbar, das senkt die Betriebseinnahmen des Gründungsjahres, dies wiederum senkt die Höhe der Steuerabgaben. Wichtig ist, dass der Firmenwagen auch hauptsächlich für das Geschäft genutzt wird, denn sonst droht eine rückwirkende Kürzung des Betriebsausgabenabzugs.
Hinweis: Die Sonderzahlung, auch Leasingsonderzahlung genannt, ist eine Einmalzahlung an den Leasinggeber bei Abschluss des Leasingvertrages. Die Höhe kann je nach Modell und Automarke variieren, aber in der Regel ist diese frei wählbar durch den Leasingnehmer. Durch die Anzahlung kann die Höhe der monatlichen Leasingraten direkt beeinflusst werden.
Anzahlungen im Rahmen von 1.000 bis 5.000 Euro sind hier üblich.

Fahrzeugeinrichtung / Innenausbau
Jedes Handwerkerauto braucht die passende Fahrzeugeinrichtung, damit das Werkzeug sowie Ersatzteile und Kleinteile, die am Auftragsort benötigt werden, übersichtlich untergebracht werden können.
Um in einem Kleinkastenwagen Material und Werkzeug übersichtlich unterzubringen, eignen sich Module, die sich beliebig in das Auto integrieren lassen sowie Ordnungssysteme für Servicekoffer und anderes Equipment. Gute Module, die sich nach Wunsch auf erweitern lassen, gibt es ab 1.500 Euro.

Folierung
Nicht zuletzt ist die Außenseite des Firmenfahrzeugs mit in die Kostenkalkulation für die Betriebsgründung mit einzubeziehen. Da der Existenzgründer oftmals an verschiedenen Orten unterwegs ist, ist eine Folierung des Autos mit Betriebslogo, Telefonnummer und Anschrift des Betriebes für die Firmenpräsentation besonders wichtig.
Fahrzeugbeschriftungen sind preiswerte Alternativen zu anderen Werbeformen wie beispielsweise ein Plakat oder Baustellenplanen. Bei guter Pflege hält die Folierung über viele Jahre auf dem Fahrzeug.
Die Konzeption und Gestaltung sollte gleich in die Gründungskalkulation mit aufgenommen werden. Eine Fahrzeugfolierung mit den wichtigsten Daten gibt es bei einigen Anbietern schon ab 150 Euro.

Werkzeug

Die Werkzeugliste eines Elektrikers ist recht umfangreich. Bei der Gründung sollte 500 bis 1.000 Euro in das Werkzeug investiert werden. Koffer mit Grundausstattungen findet man relativ günstig auch im Onlinehandel.
Zu den unverzichtbaren Werkzeugen eines Elektrikers zählen:

  • Seitenschneider zum Schneiden von Kabeln und Litzen
  • Abisolierzange zum Abisolieren von Einzeladern und Litzen
  • verschiedene Abmantelungswerkzeuge zum Abmanteln von Mantelleitungen
  • Spannungsprüfer, zweipolig, zur zuverlässigen Prüfung der Spannungsfreiheit von Leitungen
  • Multimeter zum Messen von Widerständen, Spannung und Strom – ab ca. 20 Euro
  • Durchgangsprüfer zur elektrischen Durchgangskontrolle von Kabeln oder Schmelzsicherungen
  • Außerdem benötigt ein Elektriker unbedingt einen Akkuschrauber, eine Bohrmaschine und eine Schlagbohrmaschine und einen Bohrhammer zum Ausstemmen von Mauerschlitzen.
  • Je nach Spezialisierung werden weiter spezielle Werkzeuge benötigt.

Ist geplant, an Starkstromanlagen zu arbeiten, wofür die Eintragung ins Installateurverzeichnis erforderlich ist, gelten allgemeine Richtlinien zur Ausrüstung. Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke hat eine Richtlinie für die Werkstattausrüstung herausgegeben.

Kleidung

Im Bereich des Elektrohandwerks bestehen besondere Gefährdungen, deshalb gibt es besondere Ansprüche an die Arbeitskleidung eines Elektrikers. Hier sind etwa 500 Euro einzukalkulieren, wenn es sich um sichere Arbeitskleidung handeln soll.
Üblicherweise arbeitet ein Elektriker eher im Innenbereich, weshalb auf wetterfeste Kleidung weitestgehend verzichtet werden kann. Generell sollte die Arbeitskleidung elastisch und strapazierfähig sein und am besten mit einem Knieschutz ausgestattet sein. Es gibt professionelle Arbeitskleidung mit dehnbarem Gewebe, die maximale Bewegungsfreiheit bieten.
Die klassische Farbe für Elektriker-Arbeitskleidung ist Rot, in Abgrenzung zum Blaumann für den Klempner. Arbeitsschutzrechtlich ist die Farbe der Arbeitskleidung für Elektriker aber nicht vorgeschrieben.

Auf Sicherheit achten
In speziellen Fällen sollte Flammschutzkleidung getragen werden. Mindestens aber schwer entflammbare Baumwolle oder synthetische Fasern auf dem neuesten Stand der Entwicklung wie Aramid, das sind organische Kunstfasern.
Die Arbeitskleidung sollte aus einer langen Bundhose oder Latzhose zertifiziert nach EN ISO 11612 und einer langärmeligen Jacke bestehen, die aus Sicherheitsgründen immer geschlossen zu tragen sind.
Isolierende Arbeitshandschuhe aus Gummi oder Latex sind Pflicht. Erkennbar sind diese Modelle anhand des Isolatorzeichens (zwei Dreiecke übereinander). Sie sind die Klasse 0, damit sind auch Arbeiten an Starkstromanlagen bis 1.000 Volt möglich. Damit lassen sich gefahrlos Kabel anfassen und verlegen.
Die Arbeitsschuhe sollten keine integrierte Stahlkappe besitzen, sondern Sohleneinlagen aus Stahl. Diese können elektrischen Strom leiten. Es eignen sich Schuhe von Fabrikaten der Schutzklasse 1. Sie schützen vor Spannungen von bis zu 1.00 Volt. Auch spezielle, nach ESD (electrostatic discharge) zertifizierte Schuhe können in den Schutzklassen BIS SB EP WRU FO SRC können ausgewählt werden.
Achtung:Herkömmliche ESD-Schuhe bieten keinen ausreichenden Schutz bei Starkstrom.

Büro/Computer

Für die Kommunikation mit dem Kunden ist ein PC unabdingbar. Wird kein Kundenbesuch empfangen, kann das Büro für den Anfang im eigenen Zuhause eingerichtet werden. Eine Möglichkeit zur Annahme von Kundenaufträgen und Schreiben von Rechnungen sollte aber vorhanden sein.
Für PC und notwendige Software sind 300 bis 500 Euro mindestens einzukalkulieren, um starten zu können.

Geschäftsausstattung: Briefpapier, Logo und Visitenkarten

Im Idealfall sollten sich Gründer sich gleich zu Beginn um eine professionelle Geschäftsausstattung kümmern. Um kompetent und seriös vor dem Kunden auftreten zu können sind die Gestaltung eines Logos, das sich auf Briefpapier, Visitenkarten und der Homepage des Betriebes wiederfindet, wichtig.
Einige Grafikagenturen und Webdesigner bieten Gründerpakete an und beraten zu einer professionellen Geschäftsausstattung. Wichtig ist, dass alles aus einer Hand kommt. Für diesen Posten sind mindestens Kosten von 500 Euro einzukalkulieren.

Lager

Im Gegensatz zu anderen Handwerkern, arbeitet ein Elektriker meist mit kleineren Teilen, ein kleines Lager, das im Einzugsgebiet der Kunden liegt, sollte vorhanden sein. Die Preise für einen Lagerraum lassen sich nicht pauschal berechnen. Etwa zehn Euro Miete pro Quadratmeter sind realistisch.

Werkstatt

Ob ein Elektriker eine Werkstatt braucht, kommt ganz auf sein Tätigkeitsfeld an. In der Regel arbeitet ein Elektriker ausschließlich vor Ort, wenn es um defekte Leitungen oder Anschlüsse geht. Ein kleiner Lagerraum sowie ein Büroraum sind deshalb für den Elektromeister zu Anfang ausreichend.

Laufende Kosten

Die laufenden Kosten eines Elektrobetriebes sind bei der Gründungskalkulation ebenfalls zu beachten, denn oft können diese in den Anfangsmonaten noch nicht durch die Umsätze gedeckt werden. Auf der sicheren ist, wer mit etwa 2.000 Euro pro Monat für den Anfang rechnet. Es kommt hier aber immer auf sehr verschiedene Faktoren an, weshalb sich die laufenden Kosten nur an der individuellen Gründungssituation festmachen lassen.
Um in der Anfangsphase Kosten zu sparen, lohnt sich zunächst alleine zu arbeiten, um den Kunden gute Preise bieten zu können. Sobald die Aufträge nicht mehr alleine bewältigt werden können, ist die Einstellung von Mitarbeitern sinnvoll.

Mitgliedschaften

Handwerkskammer
Die Mitgliedschaft in der Handwerkskammer ist Pflicht. Die monatlichen Kosten für die Mitgliedschaft berufen sich auf eine Bemessungsgrundlage. Der Kammerbeitrag setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Er geht immer vom Gewinn des Gewerbebetriebs aus und zwar vom drittvorangegangenen Jahr. Auf dieser Bemessungsgrundlage wird der Grundbeitrag festgelegt, der pro Jahr in der Regel zwischen 131 und 304 Euro liegt.
Hinweis: Als Existenzgründer und Einzelunternehmer, welcher erstmalig ein Gewerbe anmeldet, gilt in den ersten vier Jahren eine Sonderregelung. Im Jahr der Gewerbeanmeldung sind die Gründer von den Beiträgen zur Handwerkskammer befreit. Für das zweite und dritte Jahr müssen sie nur die Hälfte des Grundbeitrages zahlen und es fällt kein Zusatzbeitrag an. Voraussetzung ist, dass es sich um ein Einzelunternehmen handelt und der Jahresgewinn unter 25.000 Euro liegt.

Innungen
Der ZVEH ist die wichtigste Innung des Elektrikerhandwerks. Er vertritt die Interessen von 53.755 Unternehmen im Bereich Elektrotechnik, Informationstechnik und Elektromaschinenbau. Dem Bundesinnungsverband der elektro- und informationstechnischen Handwerke gehören 12 Landesverbände mit 320 Innungen an.
Bei den Zentralfachverbänden handelt es sich um die Dachorganisationen der Innungen. Sie vertreten die spezifischen Interessen des Elektrikerhandwerks und betreuen ihre Mitglieder in fachlicher Hinsicht, informieren über Produkte und Dienstleistungen. Auch führen sie die Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften.
Wer einen Betrieb führt, muss Mitglied im Fachverband seines Bundeslandes sein. Eine Aufnahmegebühr ist auf jeden Fall zu entrichten, etwa 80 Euro. Oft ist die Mitgliedschaft in der Innung für Existenzgründer im ersten Jahr kostenfrei. Die weiteren Mitgliedsbeiträge richten sich nach der Größe des Betriebes und dem Ertrag. Etwa 300 bis 500 Euro pro Jahr sind für den Anfang zu rechnen.

Fahrzeug

Auch das Firmenfahrzeug verursacht laufende Kosten. Leasingraten, Benzin, Steuer, Versicherung und Werkstattkosten sind in der monatlichen Kostenkalkulation zu berücksichtigen.

Leasing
Leasing bedeutet leihen, der Handwerker zahlt also für das Firmenauto eine monatliche Leasingrate statt der einmaligen Kaufkosten für das Auto. Die monatlichen Leasingraten sind eine Betriebsausgabe und damit von den Betriebseinnahmen abziehbar. Das gilt auch für die Sonderzahlung zu Beginn. Dadurch lässt sich der Gewinn des ersten Jahres deutlich drücken. Bei der Rate kommt es sehr auf das Automodell und die Marke an. Leasingraten belaufen sich in der Regel auf monatliche Kosten von 200 bis 500 Euro.

Kraftstoff
Je nachdem wie groß das Einzugsgebiet des Elektrikers ist, fallen unterschiedlich hohe Kosten für Benzin an. Auf der sicheren Seite ist, wer mit monatlich zwischen 150 und 300 Euro an Benzinkosten kalkuliert.

Kfz-Steuer
Die Kfz-Steuer ist im Voraus für die Dauer eines Jahres zu bezahlen und zwar ab der Zulassung und Anmeldung des Fahrzeuges als Firmenwagen. Bei der Berechnung der Kfz-Steuer sind Hubraum, Abgasnorm und der Kohlenstoffdioxidausstoß von Bedeutung. Dabei ist die Kfz-Steuer für LKWs deutlich geringer. Ob das Firmenfahrzeug als LKW eingestuft wird, hängt von der Bauart, der Einrichtung und dem äußeren Erscheinungsbild des Fahrzeugs ab. Die Steuer beträgt grob zwischen 200 und 350 Euro pro Jahr.

Versicherung
Für die Versicherung des Firmenfahrzeugs sollte grundsätzlich eine Vollkaskoversicherung gewählt werden. Wenn das Fahrzeug geleast ist, ist dies häufig sogar vorgeschrieben. So ist eine vollständige Absicherung gegeben.
Die Kosten für die Versicherung hängen von der Typklasse, der Schadensfreiheitsklasse des Versicherungsnehmers, den jährlich gefahrenen Kilometern und vom Versicherungsunternehmen selbst ab. Jährlich sollte hier mit Kosten von 700 bis 1.000 Euro kalkuliert werden.

Verschleiß / Wartung
Auch die Wartungskosten eines Firmenfahrzeugs sind nicht zu unterschätzen. Alle zwei Jahre muss das Fahrzeug zur Hauptuntersuchung, was ungefähr 100 Euro kostet. Ebenso muss zwei Mal im Jahr das Öl gewechselt werden, was ebenfalls etwa 100 Euro kostet.
Verschleißteile wie Lichtmaschine, Bremsen, Auspuff oder Reifen müssen mit der Zeit ausgetauscht werden. Dabei sind aber Probleme mit der Elektronik des Fahrzeugs am teuersten. Die genauen Wartungskosten lassen sich nur schätze, da sie individuell vom Fahrzeug abhängen. Auf das Jahr verteilt ist durchschnittlich mit 50 bis 100 Euro an Wartungskosten pro Monat und Fahrzeug zu rechnen.

Versicherungen

Im Handwerk des Elektrikers herrschen hohe Gefahren, deshalb ist es wichtig, rundum gut abgesichert zu sein. Betriebshaftpflicht, Inhaltsversicherung, Ertragsausfall sollten auf jeden Fall vorhanden sein. Für die wichtigsten Versicherungen ist mit etwa 30 Euro pro Monat zu kalkulieren.

Miete / Nebenkosten / Strom / Wasser / Telefon

Ebenfalls fallen monatliche Kosten für die Miete des Büros und Lagerraumes an, ebenso für Strom, Wasser und Telefon. Auch hier ist nur eine grobe Schätzung der Kosten möglich. Eine Kalkulation von insgesamt 500 bis 1.000 pro Euro ist hier sicherlich richtig angesetzt

Marketing

Auch ein Handwerker sollte Werbung machen, um neue Kunden zu gewinnen. Im Gründungsjahr können die Kosten höher liegen als in den darauffolgenden Jahren.

Webseite
Eine zeitgemäße und vor allem gepflegte Webseite wird auch für Handwerker immer wichtiger. Bei der Gewinnung von Neukunden steht nach der persönlichen Empfehlung die Internetrecherche längst an zweiter Stelle. Für die professionelle Pflege der Webseite können monatliche Kosten von 30 bis 80 Euro entstehen.

Werbung online / offline
Bis der Betrieb sich auf dem Markt etabliert hat, dauert es in der Regel etwas. Gerade in den ersten Jahren ist einiges an Durchhaltevermögen gefragt. Einige Marketingmaßnahmen sind notwendig, um Kunden zu gewinnen. Einwurfflyer, Zeitungswerbung und Kundenanschreiben sind mit monatlichen Kosten von etwa 50 bis 100 Euro in der Anfangszeit zu kalkulieren.

Checkliste: Als Elektriker selbständig machen

  1. Sind die fachlichen Voraussetzungen erfüllt? > Meisterpflicht
  2. Ist das Gründungskapital für den Start vorhanden? > Businessplan erstellen, um Gründungszuschuss zu bekommen.
  3. Gewerbeanmeldung erledigen
  4. Bei der Handwerkskammer melden
  5. Innungsmitgliedschaft beim Fachverband des Bundeslandes beantragen
  6. Geschäftsausstattung in Auftrag geben
  7. Werkzeug und Arbeitskleidung beschaffen
  8. Material einkaufen
  9. Werbung für den Betrieb machen
  10. Aufträge annehmen und Termine bei den Kunden planen

Spezialisierungen

Es lohnt sich, sich auf einen Bestimmten Tätigkeitsbereich in der Elektrotechnik zu spezialisieren der in der Region noch nicht abgedeckt ist, aber gleichzeitig auch in der Lage zu sein, eine große Bandbreite an Tätigkeiten abdecken zu können, besonders auf dem Land werden Elektriker gebraucht, die sich generell auskennen. In der Stadt herrscht eine größere Konkurrenz, hier werden eher Spezialisten gesucht. Die Recherche der konkreten Marktlage ist wichtig, um zu erörtern, dass sich die Gründung lohnt.

Smart Home

Es lohnt sich heutzutage, sich auf die neuen intelligenten Techniken zu spezialisieren. In Zukunft wird es in vielen Haushalten immer mehr um die Heimvernetzung gehen. Beispielsweise, dass Haushaltsgeräte lernen, wann sie starten sollen, nämlich immer dann, wenn der Strom besonders günstig ist. So eine Programmierung ist durchaus komplex. Eine Spezialisierung auf diesem Gebiet ist vor allem in größeren Ballungsgebieten sinnvoll.

Netzbetreiber

Elektroniker, die sich für die Spezialisierung auf Informations- und Telekommunikationstechnik spezialisieren möchten, sind ebenfalls gut beraten. Dieses Feld bietet eine gute Zukunftsperspektive. Im Zeitalter der neuen Medien und neuen Technologien werden immer öfter Elektriker mit dieser Spezialisierung gesucht.
Informations- und Telekommunikationstechniker kümmern sich um Anlagen rund um die Datenverarbeitung und Datenübertragung. Als Telekommunikationstechniker ist man Experte, wenn es um das Installieren, Warten und Reparieren von elektronischen Kommunikations- und Sicherheitssystemen geht. In diesem Gebiet geht es um Telefonanlagen, Überwachungssysteme oder Alarmanlagen.

Energie und Gebäudetechnik

Die Spezialisierung auf Energie- und Gebäudetechnik bedeutet das Installieren, Warten und Reparieren elektronischer Anlagen in Gebäuden und Energieversorgungsanlagen. Es geht dabei um Solaranlagen, Beleuchtungsanlagen, Kommunikationsanlagen oder Blitzschutzanlagen. Auch die Planung der elektrotechnischen Anlagen inklusive der Energieversorgung gehört dazu.


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