Beim Gewerk des Bootsbauers handelt es sich um eines der ältesten Handwerksberufe der Welt. Seit jeher haben Menschen in unterschiedlichen Epochen Boote gebaut. Heutzutage reparieren Bootsbauer alle Arten von Sportbooten und Nutzfahrzeugen auf See. Es finden sich Bootsbau- und Reparaturwerkstätten sowie Bootsbauer, die sich auf die Beratung von Bootsbesitzer spezialisiert haben. Selten gibt es Bootsbauer, die komplette Boote bauen, vor allem nicht im Bereich der Einzelunternehmen.

Laut Statista sind knapp 500 Unternehmen in Deutschland im Boots- und Jachtbau tätig. Wer sich als Bootsbauer selbständig machen möchte begibt sich in einen nicht überfüllten Markt, sollte aber besonderes Augenmerk auf den Standort legen. Die Berufsaussichten für Bootsbauer sind gut, meinen Branchenkenner, die Wirtschaftslage sei gut.

Die Konkurrenz- und Marktlage richtig einschätzen

Vor allem die Vielfalt des Berufes macht ihn interessant, denn Bootsbauer arbeiten mit unterschiedlichen Materialien wie Holz und verschiedenen Kunststoffen. Es lohnt, sich für die Selbständigkeit auf ein bestimmtes Gebiet zu konzentrieren und Experte auf diesem Gebiet zu werden, um sich gegenüber der Konkurrenz zu positionieren. Wie eigentlich bei jeder Existenzgründung spielt der Standort des Betriebes eine sehr entscheidende Rolle für den Erfolg. Einleuchtend ist, dass sich der Betrieb nahe an einem Wasser oder Gewässer befinden sollte, denn dort ist eine potentiell gute Auftragslage zu erwarten. Außerdem ist zu beachten, dass der Transport größerer Boote für eine Reparatur generell aufwendig oder gar nicht möglich ist.

Wer nach einem geeigneten Standort sucht, muss sich im Klaren über den Fokus seiner Selbständigkeit sein. Will man sich eher auf Sportboote konzentrieren oder soll es um gewerbliche Schiffe gehen, die repariert und gewartet werden sollen? Vor der Gründung seines eigenen Betriebes sollte sich der Gründer die folgenden Fragen beantworten können:

  • Wie viele Konkurrenzbetriebe am Standort gibt es bereits?
  • Wie sieht die Auftragslage derzeit aus?
  • Wie hebt sich der eigene Betrieb von der Konkurrenz ab? Gibt es Alleinstellungsmerkmale, die geboten werden können?
  • Wie sieht das Leistungsspektrum aus?
  • Welche Zielgruppe soll bedient werden?

Sinnvoll ist es, die Standortanalyse mit Hilfe von Fakten und belastbaren Daten durchzuführen. Der Gründer sollte sich außerdem nach möglichen Kooperationspartnern am Standort umsehen, sodass der Start in die Selbständigkeit leichter fällt.

Fachliche Voraussetzungen für eine Existenzgründung als Bootsbauer

Wer sich vorstellt, dass er als Quereinsteiger zum Bootsbauer werden kann, wird enttäuscht sein, denn es handelt sich um einen Ausbildungsberuf, der einen Berufsabschluss erfordert. Gibt es Arbeiten welche sicherheitsrelevante Aspekte beinhalten, gibt es neben der Pflicht zur Gewerbeanmeldung auch Nachweise und Erlaubnispflichten einzuholen.

Ein selbständiger Bootsbauer benötigt einen Meistertitel
Beim Gewerk des Bootsbauers handelt es sich um ein zulassungspflichtiges Gewerbe, das in der Handwerksordnung (HWO) Anlage A verzeichnet ist. Wer sich also in diesem Bereich selbständig machen möchte, benötigt einen Meisterbrief. Der Meistertitel ist gleichzeitig auch ein gutes Aushängeschild für den Betrieb, denn er bescheinigt Qualitätsarbeit.

Unter bestimmten Voraussetzungen darf der Betrieb auch ohne Meisterbrief gegründet werden.

Beachtenswertes
Grundsätzlich ist ein Eintrag in die Handwerksrolle erforderlich, über den die zuständige Handwerkskammer entscheidet.

Gründungskosten eines Bootsbau-Betriebs

Der Kapitalbedarf für die Gründung eines Bootsbetriebes hängt von dessen Schwerpunkt ab. Eine kleinere Werkstatt, die Reparaturen und Wartungsarbeiten an Booten von Privatmenschen durchführt, benötigt weniger Gründungskapital als ein Gründer, der eine Bootswerft ins Leben rufen möchte.

Wichtig: Meist arbeitet der Betrieb im ersten Jahr nicht kostendeckend. Eine Reserve, um sechs Monate ohne Umsatz zu überbrücken, erhöht die Sicherheit, dass die Existenzgründung glückt. Hierfür sollte ein Kapital in Höhe von 30.000 Euro zur Verfügung stehen sowie Geld, um den eigenen Lebensunterhalt zu decken.

Kosten für die Grundausstattung

Je nach Ausstattung ist mit 20.000 bis 50.000 Euro für die reine Werkstattausrüstung zu rechnen. Hinzukommen Kosten für das Handwerkerfahrzeug, die Arbeitskleidung und Werbungskosten für den Betrieb.

Fahrzeug

Ein Fahrzeug für Kundenbesuche und um Reparaturarbeiten auf Booten direkt im Wasser auszuführen, ist für den Bootsbauer notwendig.

Ein kleinerer Kastenwagen oder Transporter ist sinnvoll, denn Werkzeug und Material müssen zum Einsatzort gefahren werden. Ein Opel Vivaro, Peugeot Partner oder Renault Kangoo ist ausreichend. Am besten mit einer Anhängerkupplung ausgestattet, denn oft müssen Boote auch aus dem Wasser in die Werkstatt transportiert werden. Generell ist Leasen des Fahrzeugs für Handwerksbetriebe besser als kaufen.

Leasing Sonderanzahlung
Obwohl Leasing offiziell keine Finanzierung des Kaufpreises darstellt, beeinflusst dieser natürlich die Höhe der Leasingraten und der Sonderzahlung.

Leasing hat den großen Vorteil die Liquidität zu erhöhen und das Rating des Gründers zu verbessern. Mehr dazu in unserem Artikel zur Grundausstattung eines Handwerksbetriebs.

Leasinggeber verlangen als Sicherheit eine Leasingsonderzahlung zu Beginn der Leasingverhältnisses. Der Betrag hängt vom Kaufpreis und der Bonität des Leasingnehmers ab. Für Unternehmen, die der Einnahmen-Überschussrechnung unterliegen, ist die Sonderzahlung interessant, da sie diese in voller Höhe als Betriebsausgabe im Anschaffungsjahr absetzen dürfen. Das senkt die Steuerlast. Anzahlungen im Rahmen von 1.000 bis 5.000 Euro sind hier üblich.

Fahrzeugeinrichtung / Innenausbau
Jedes Handwerkerauto braucht die passende Fahrzeugeinrichtung, damit das Werkzeug, das Material sowie Ersatzteile und Kleinteile, die am Auftragsort unabdingbar sind, übersichtlich untergebracht werden können.

Es gibt spezielle Systeme für jedes Gewerk. Meist handelt es sich um ein spezielles und umfangreiches Regalsystem mit optimaler Raumausnutzung, angepasst auf das jeweilige Fahrzeugmodell. Für den Bootsbauer eignen sich Systemboxen für Material wie Lacke, Sprühpistolen, Dichtungsmaterial und anderes sowie Platz für den Werkzeugkoffer. Der Innenausbau sorgt sowohl für die Ladungssicherung und für Effizienz bei der täglichen Arbeit. Die wichtigsten Dinge werden hier untergebracht. Eine professionelle Fahrzeugeinrichtung ist deshalb unbedingt schon bei der Grundausstattung des Betriebes notwendig. In der Regel bieten die gängigen Einrichtungsspezialisten immer ein Standard- beziehungsweise Starterprogramm an, das sich nach Bedarf individuell erweitern lässt.

Gute und brauchbare Angebote für Fahrzeuginneneinrichtungen für Tischler und Schreiner gibt es ab 500 bis 1.000 Euro.

Folierung
Nicht zuletzt ist die Außenseite des Firmenfahrzeugs mit in die Kostenkalkulation für die Betriebsgründung mit einzubeziehen. Da der Existenzgründer oftmals an verschiedenen Orten unterwegs ist, ist eine Folierung des Fahrzeugs mit Betriebslogo, Telefonnummer und Anschrift des Betriebes für die Firmenpräsentation besonders wichtig.

Fahrzeugbeschriftungen sind preiswerte Alternativen zu anderen Werbeformen wie beispielsweise ein Plakat oder Baustellenplanen. Bei guter Pflege hält die Folierung über viele Jahre auf dem Fahrzeug.

Die Konzeption und Gestaltung sollte gleich in die Gründungskalkulation mit aufgenommen werden. Eine Fahrzeugfolierung mit den wichtigsten Daten gibt es bei einigen Anbietern schon ab 150 Euro.

Kosten für die wichtigsten Werkzeuge und Maschinen

Zur Werkstattausstattung eines Bootsbauers gehören in jedem Falle ein Schwingschleifer, Exzenterschleifmaschinen und Poliermaschinen, Akkubohrschrauber, Winkelschleifer, Dichtstoff, Epoxidharz, Spachtelsets, Schiffsfilz. Lackiergeräte und Anderes, je nachdem welchen Schwerpunkt der Bootsbauer hat. Es ist mit etwa 3.000 Euro für das Grundausstattungswerkzeug zu rechnen.

Arbeitskleidung für Bootsbauer

Bootsbauer, die mit der Reparatur und Wartung von Bootsrümpfen beschäftigt sind, benötigen Schutzanzug, Feinstaubmaske, Lackiermaske und Handschuhe für Lackier- und Schleifarbeiten sowie normale Arbeitskleidung wie beispielsweise Bundhose oder Latzhose mit Shirt oder Pullover und eine winddichte Jacke, die auch wasserdicht ist. Oft kommt es vor, dass das Boot direkt an Ort und Stelle repariert oder gewartet werden muss.

Für die Arbeitskleidung des Bootsbauers ist mit Kosten ab 500 Euro für die Grundausstattung zu kalkulieren.

Büro und Computer

Jeder Handwerker braucht einen Büroraum, in welchem er Rechnungen schreiben, Kundenaufträge annehmen und Material bestellen kann. Der Büroraum kann für den Anfang auch im eigenen Zuhause eingerichtet werden.

Für den PC und die notwendige Software sind mindestens 300 bis 500 Euro für den Start einzukalkulieren.

Geschäftsausstattung: Briefpapier, Logo und Visitenkarten

Im Idealfall sollten sich Gründer gleich zu Beginn um eine professionelle Geschäftsausstattung kümmern. Um kompetent und seriös vor dem Kunden auftreten zu können sind die Gestaltung eines Logos, das sich auf Briefpapier, Visitenkarten und der Homepage des Betriebes wiederfindet, wichtig.

Einige Grafikagenturen und Webdesigner bieten Gründerpakete an und beraten zu einer professionellen Geschäftsausstattung. Wichtig ist, dass alles aus einer Hand kommt. Für diesen Posten sind mindestens Kosten von 500 Euro einzukalkulieren.

Werkstatt

Eine Werkstatt ist für den Bootsbauer nicht immer zwingend erforderlich, denn er kann sich auch auf einen mobilen Service konzentrieren, der nur vor Ort am Hafen arbeitet. Dazu führt er einfach alle Arbeitsgeräte und Materialien in seinem Fahrzeug mit. Auch der Aktionsradius des Bootsbauers wird dadurch größer.

Benötigt der Bootsbauer dennoch eine Werkstatt, weil er hauptsächlich Restaurierungsarbeiten durchführt, sollte er mit 700 bis 1.500 Euro für die Miete der Werkstatt rechnen, denn es werden größere Räumlichkeiten benötigt, wenn ganze Boote, die instand gesetzt werden sollen, dort Platz finden müssen.

Laufende Kosten

Bis die ersten Zahlungseingänge erfolgen, dauert es einige Monate. Zur Sicherheit sollten für sechs Monate etwa 2.500 Euro zur Verfügung stehen, damit der Betrieb die Durststrecke übersteht.

Mitgliedschaften

Die Mitgliedschaft in der Handwerkskammer ist Pflicht. Generell lohnt es sich auch einer Innung beziehungsweise einem Fachverband beizutreten.

Handwerkskammer
Die Mitgliedschaft in der Handwerkskammer ist Pflicht. Die monatlichen Kosten für die Mitgliedschaft berufen sich auf eine Bemessungsgrundlage. Der Kammerbeitrag setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Er geht immer vom Gewinn des Gewerbebetriebs aus und zwarvom drittvorangegangenen Jahr. Auf dieser Bemessungsgrundlage wird der Grundbeitrag festgelegt, der pro Jahr in der Regel zwischen 131 und 304 Euro liegt.

Hinweis: Als Existenzgründer und Einzelunternehmer, welcher erstmalig ein Gewerbe anmeldet, gilt in den ersten vier Jahren eine Sonderregelung. Im Jahr der Gewerbeanmeldung sind die Gründer von den Beiträgen zur Handwerkskammer befreit. Für das zweite und dritte Jahr müssen sie nur die Hälfte des Grundbeitrages zahlen und es fällt kein Zusatzbeitrag an. Voraussetzung ist, dass es sich um ein Einzelunternehmen handelt und der Jahresgewinn unter 25.000 Euro liegt.

Innungen
Der Deutsche- Boots- und Schiffbauer-Verband ist der Bundesinnungsverband für Bootsbauer. Er vertritt die Interessen der Branche und bietet Vergünstigungen bei Einkäufen.

Im Bundesverband sind sieben Landesverbände organisiert. Wer einen Betrieb führt, sollte Mitglied im Fachverband seines Bundeslandes sein. Eine Aufnahmegebühr ist hier in jedem Falle zu entrichten. Oft ist die Mitgliedschaft für Existenzgründer im ersten Jahr kostenfrei. Die weiteren Mitgliedsbeiträge richten sich nach der Größe des Betriebes und dem Ertrag.  Die Mitgliedschaft in einer Innung ist keine Pflicht, bietet aber die oben genannten Vorteile.

Fahrzeug

Auch das Firmenfahrzeug des Bootsbauers verursacht laufende Kosten. Leasingraten, Benzin, Steuer, Versicherung und Werkstattkosten sind in der monatlichen Kostenkalkulation zu berücksichtigen.

Leasing
Leasing bedeutet leihen, der Handwerker zahlt also für das Firmenauto eine monatliche Leasingrate statt der einmaligen Kaufkosten für das Auto. Die monatlichen Leasingraten sind eine Betriebsausgabe und damit von den Betriebseinnahmen abziehbar. Das gilt auch für die Sonderzahlung zu Beginn. Dadurch lässt sich der Gewinn des ersten Jahres deutlich drücken. Bei der Rate kommt es sehr auf das Automodell und die Marke an.

Leasingraten belaufen sich in der Regel auf monatliche Kosten von 200 bis 500 Euro.

Kraftstoff
Je nachdem wie groß das Einzugsgebiet des Bootsbauers ist, beziehungsweise wie nahe der Standort am Wasser liegt, fallen unterschiedlich hohe Kosten für Kraftstoff an. Auf der sicheren Seite ist, wer mit monatlich zwischen 150 und 300 Euro an Benzinkosten kalkuliert.

Kfz-Steuer
Die Kfz-Steuer ist im Voraus für die Dauer eines Jahres zu bezahlen und zwar ab der Zulassung und Anmeldung des Fahrzeuges als Firmenwagen. Bei der Berechnung der Kfz-Steuer sind Hubraum, Abgasnorm und der Kohlenstoffdioxidausstoß von Bedeutung. Die Kfz-Steuer beträgt grob zwischen 200 und 350 Euro pro Jahr.

Kfz-Versicherung
Für die Versicherung des Firmenfahrzeugs sollte grundsätzlich eine Vollkaskoversicherung gewählt werden. Wenn das Fahrzeug geleast ist, ist dies häufig sogar vorgeschrieben. So ist eine vollständige Absicherung gegeben.

Die Kosten für die Versicherung hängen von der Typklasse, der Schadensfreiheitsklasse des Versicherungsnehmers, den jährlich gefahrenen Kilometern und vom Versicherungsunternehmen selbst ab.

Jährlich sollte hier mit Kosten von 600 bis 1.000 Euro kalkuliert werden.

Verschleiß / Wartung
Auch die Wartungskosten eines Firmenfahrzeugs sind nicht zu unterschätzen. Alle zwei Jahre muss das Fahrzeug zur Hauptuntersuchung, was ungefähr 100 Euro kostet. Ebenso muss zwei Mal im Jahr das Öl gewechselt werden, was ebenfalls etwa 100 Euro kostet.

Verschleißteile wie Lichtmaschine, Bremsen, Auspuff oder Reifen müssen mit der Zeit ausgetauscht werden. Dabei sind aber Probleme mit der Elektronik des Fahrzeugs am teuersten. Die genauen Wartungskosten lassen sich nur schätzen, da sie individuell vom Fahrzeug abhängen.

Auf das Jahr verteilt ist durchschnittlich mit 50 bis 100 Euro an Wartungskosten pro Monat und Fahrzeug zu rechnen.

Versicherungen

Bootsbauer agieren einerseits als Dienstleister und sollten deshalb abgesichert sein, wenn Dritte zu Schaden kommen. Andererseits haften sie aber auch als Hersteller von Booten für Schäden, die durch fehlerhaft gelieferte Produkte entstehen.

Betriebshaftpflichtversicherung
Eine Betriebshaftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten Betriebsversicherungen für den Bootsbauer und ersetzt im Falle einer Schadensersatzforderung den Schaden des Geschädigten. Auch die Arbeit der Angestellten ist in der Betriebshaftpflichtversicherung mitversichert. Mitversichert sein sollten hier Bearbeitungs- und Tätigkeitsschäden. Bearbeitungsschäden sind Schäden, die an fremden Sachen durch eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit des Versicherungsnehmers entstehen.

Produkthaftpflichtversicherung für Zulieferer von Teilen
Beim Bau neuer Boote unterliegt der Bootsbauer nicht nur den üblichen Risiken eines Unternehmers, sondern auch den Regelungen des Produkthaftungsgesetzes (ProdHaftG). Denn in der Haftung für Personen- oder Sachschäden sind Vermögensschäden, die dem Abnehmer durch fehlerhafte Produkte entstehen, nicht mitversichert. Das spielt vor allem dann eine Rolle, wenn der Bootsbauer ein Zulieferer einzelner Teile von Booten ist, die dann von einem anderen Unternehmen eingesetzt werden.

Geschäftsversicherung oder Inhaltsversicherung
Der Arbeitsplatz eines Bootsbauers kann eine Werkstatt sein, aber auch eine umfangreiche Werft. Die Absicherung der Maschinen und Werkzeuge sowie gelagerter Materialien und Rohstoffe ist zwingend notwendig. Eine Inhaltsversicherung schützt vor Diebstahl, Brandschaden oder Schäden durch Rohrbrüche.

Die Kosten für die Betriebs- und Arbeitsversicherungen belaufen sich auf 30 bis 50 Euro pro Monat. Ferner sind Versicherungsbeiträge für die eigene soziale Absicherung im Krankheitsfall und im Alter zu zahlen. Hierfür sind mindestens 300 Euro zu veranschlagen.

Miete, Nebenkosten, Strom, Wasser und Telefon

Der Gründer muss die Kosten für Miete von Werkstatt, Wohnung, Lebensmittel und Kleidung, Telefon, Strom und Wasser jeden Monat zur Verfügung haben.

Eine Kalkulation von insgesamt 1.000 bis 3.000 Euro pro Monat ist hier sicherlich richtig angesetzt.

Wer einen größeren Auftrag annimmt, muss unter Umständen eine Aushilfe beschäftigen. Deren Lohn muss Bootsbauer fast immer vorfinanzieren, denn er bekommt das Geld vom Kunden erst nach Abschluss der Arbeiten.

Marketing

Von Vorteil ist es, wenn sich der Bootsbauer in seinem Umkreis schon vor seiner Selbständigkeit einen gewissen Bekanntheitsgrad verschafft hat. Internet und Printmedien helfen dabei, den Betrieb bekannter zu machen. Zu bedenken ist, dass die Marketingkosten im Gründungsjahr generell höher liegen als in den darauffolgenden Jahren.

Webseite
Eine zeitgemäße und vor allem gepflegte Webseite wird auch für Handwerker immer wichtiger. Bei der Gewinnung von Neukunden steht nach der persönlichen Empfehlung die Internetrecherche längst an zweiter Stelle.

Eine suchmaschinenoptimierte und gepflegte Webseite erlangt in einigen Monaten eine gute Reichweite, um sich als Bootsbauer mit Leistungsspektrum und Bildern zu präsentieren. Wichtig ist, dass ein Kontaktformular auf der Homepage vorhanden ist, damit Kunden direkt mit dem Betrieb in Kontakt treten können.

Für die professionelle Pflege der Webseite können monatliche Kosten von etwa 30 bis 80 Euro entstehen.

Werbung online
Handwerkerportale wie MyHammer sind Plattformen, um den eigenen Betrieb einem großen Kundenkreis vorzustellen, Aufträge anzunehmen und Aufträge zu bekommen. Gerade zu Beginn der Selbständigkeit kann der Betrieb von der guten Reichweite im Netz profitieren, die Handwerkerportale bieten. Eine Grundgebühr muss monatlich bezahlt werden.

Aber auch soziale Netzwerke wie Instagram oder Facebook sind eine gute Plattform für Bootsbauer, um sich eine kleine Fangemeinde aufzubauen und auf diese Weise neue Kunden zu gewinnen. Hier lässt sich der Betrieb vorstellen und Arbeitsbeispiele in Bildern zeigen. Besonders lohnenswert ist diese Art des Marketings für Bootsbauer, die sich auf den Bau von individuellen Booten spezialisiert haben.

Werbung offline
Es lohnt sich, Flyer in Sportvereinen und am Hafen auszulegen, aber auch Zeitungswerbung in einschlägigen Fachzeitschriften und regionalen Tageszeitungen ist sinnvoll. Außerdem sollten Bootsbauer auf Fachmessen und Sportveranstaltungen anwesend sein, um Werbung für ihren Betrieb machen zu können. Die persönliche Ansprache

Checkliste: Als Bootsbauer selbständig machen

  1. Sind die fachlichen Voraussetzungen erfüllt? -> Meisterbrief
  2. Ist das Gründungskapital für den Start vorhanden?
  3. Mitgliedschaft in der Handwerkskammer (Eintrag in die Handwerksrolle) und damit auch die Gewerbeanmeldung erledigen
  4. Innungsmitgliedschaft beim Fachverband des Bundeslandes beantragen (optional)
  5. Krankenkasse über die Gründung informieren
  6. Geschäftsausstattung wie Visitenkarten und Briefpapier in Auftrag geben
  7. Werkzeug und Arbeitskleidung beschaffen
  8. Material einkaufen
  9. Werbung für den Betrieb machen
  10. Aufträge annehmen und Termine bei den Kunden planen

Spezialisierungen im Bereich Bootsbau

Neben der reinen Arbeit an den Booten, kann sich der selbständige Bootsbauer auch auf andere Handwerksbereiche konzentrieren, beispielsweise im Bereich Flugzeugbau oder im Bereich Windgeneratoren.

Auch ist es möglich, den Fokus statt auf die Reparatur auf den Bau von kleineren Sportbooten für Privatkunden zu legen. Oder einfach groß zu denken und eine Bootswerft ins Leben zu rufen. Aber dann wäre der Planungsaufwand und die Finanzierung mit erheblichen Risiken verbunden. Wenn aber eine Bootswerft übernommen werden kann, ist dies keine schlechte Option.

In der Regel übernimmt ein Bootsbauer aber eher Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten wie beispielsweise Lackarbeiten, Rumpfreparaturen, Technikerneuerungen, Materialprüfungen und anderes. In den neueren Booten ist der Stand der Technik inzwischen sehr hoch, auch in diesem Bereich lohnt es sich, Experte zu werden und sich dort zu profilieren.


Bildnachweis Titelbild: © Percy Hunter / Pixabay