Die Baubranche boomt und die Wachstumsprognosen sind ausgezeichnet. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH (PWC) geht in einer aktuellen Studie von 4,2 Prozent Zuwachs pro Jahr im Bereich des Wohnungsbaus aus. Bei gewerblichen und öffentlichen Bauten sind 2,2 Prozent zu erwarten und Renovierungen und Sanierungen werden um 5,2 Prozent zunehmen. Mit der entsprechenden Qualifikation und fundierten Erfahrungswerten lassen sich in der Baubranche gute Geschäfte machen.

Die Konkurrenz- und Marktlage richtig einschätzen

Bereits bestehende Unternehmen können die gesteigerte Nachfrage nur zum Teil bedienen. Trotzdem sollten Gründer nicht ohne Marktanalyse in das Vorhaben starten. Angehende Bauunternehmer müssen das eigene Leistungsspektrum mit der Nachfrage und dem vorhandenen Angebot abgleichen und die Entwicklung der Baubranche verstehen und im Blick haben, denn nur so können sie ihr Leistungsspektrum und ihre Zielgruppe definieren.

In der Regel gibt es im Einzugsbereich von Großstädten immer einen Markt für neue Bauunternehmer. Im ländlichen Bereich dagegen kann es sogar für lang ansässige Firmen problematisch werden. Deshalb spielt der Standort eine entscheidende Rolle für den Erfolg des Unternehmens. Der Bauunternehmer muss genau wissen, mit welcher Nachfrage am Standort zu rechnen ist und wie es im Umkreis aussieht. Bei der Standortentscheidung sollten deshalb möglichst viele aussagekräftige Variablen mit einbezogen werden:

  • Wie viele Wohnungen fehlen aktuell am Standort?
  • Wie viele bebaubare Grundstücke gibt es?
  • Wie hoch sind die öffentlichen Investitionen?
  • Wie viele Privatpersonen gibt es, die sich einen Neubau wünschen?
  • Welches Leistungsspektrum soll angeboten werden?

Nur wer sich diese Fragen beantworten kann, kann einschätzen, wie er das konkrete Angebot auf dem Markt platzieren kann.

Fachunternehmer, Generalunternehmer oder Totalunternehmer?

Ideal ist, wenn der Name der Baufirma auch schon das Leistungsspektrum widerspiegelt. Es ist generell zu entscheiden, ob es sich um ein Fach- oder Generalunternehmen oder gar Totalunternehmen handeln soll. Die Standortanalyse kann ergeben, welche Fokussierung sinnvoll ist. Dabei ist natürlich immer auch die eigene Qualifikation zu bedenken.

Fachliche Voraussetzungen für die Existenzgründung als Bauunternehmer

Der Bauunternehmer übernimmt die Koordination der Handwerker, die dafür zuständig sind ein vollständiges Haus zu erstellen. Wer eine handwerkliche Berufsausbildung besitzt, kann sich in diesem Bereich selbständig machen.

Ob ein Meisterbrief Voraussetzung für die Selbständigkeit ist, hängt vom Angebot ab
Ob und welche Voraussetzungen für den selbstständigen Bauunternehmer zu erfüllen sind, hängt vom Angebot des Unternehmens ab. Gründer müssen zunächst entscheiden, ob sie als Fachunternehmer, Generalunternehmer oder Totalunternehmer in die Selbständigkeit starten wollen.

Ein Fachunternehmen gründen

Bauunternehmer, die nur bestimmte Arbeiten anbieten, gelten als Fachunternehmen. Meisterpflicht besteht für alle Tätigkeiten, die im Verzeichnis A der Handwerksordnung (HwO) aufgeführt sind.

Wenn das Unternehmen als Gerüstbauer, Maurer, Zimmerer, Straßenbauer oder Dachdecker auftritt, besteht Meisterpflicht. Die Handwerkskammern können die Erlaubnis zur Gründung in Ausnahmefällen auch ohne Meisterbrief erteilen. (Link – Betriebsleiter einstellen oder Altgesellenregelung).

Trockenbauer, Estrich- oder Fliesenleger können sich ohne jegliche Fachkenntnisse selbstständig machen. Eine solide Ausbildung und eine hohe Qualifizierung sind allerdings hilfreich, um sich auf den Markt zu behaupten.

Ein Generalunternehmen gründen

Firmen, die verschiedene Bauleistungen anbieten, beziehungsweise diese an Subunternehmen vergeben, zählen als Generalunternehmen. Wenn der Betrieb die Leistungen selbst erbringt, muss er für jedes der Gewerke die gleichen Bedingungen wie ein Fachunternehmen erfüllen.

Soll der Betrieb Dachdeckerarbeiten und Mauererarbeiten ausführen, muss es im Betrieb zumindest eine verantwortliche Fachkraft geben, welche sich als Dachdecker beziehungsweise Maurer selbstständig machen könnte.

Sofern der Generalunternehmer Subunternehmen beauftragt, muss er entweder selbst die entsprechende Qualifikation verfügen oder er darf nur Unternehmen beauftragen, die eine entsprechende Zulassung haben.

Bedingungen, um ein Totalunternehmen zu gründen

Totalunternehmer führen Bauprojekte durch und planen diese auch. Sie müssen die Bedingungen erfüllen, um ein Generalunternehmen zu gründen und darüber hinaus zur Bauvorlage berechtigt sein.

Die sogenannte kleine Bauvorlageberechtigung haben Handwerksmeister des Bauhauptgewerbes und Bautechniker. Sie dürfen in der Regel folgende Projekte planen:

  • Wohngebäude bis 200 Quadratmeter Wohnfläche und maximal zwei Wohneinheiten
  • Eingeschossige Gewerbebauten bis 200 Quadratmeter Bruttogeschossfläche und drei Meter Wandhöhe
  • Landwirtschaftliche Betriebsgebäude bis sieben Meter Höhe und maximal 200 Quadratmeter Bruttofläche des Erdgeschosses
  • Garagen bis maximal 200 Quadratmeter Nutzfläche

Hinweis: Die Landesbauordnungen sind nicht einheitlich, daher sind diese Angaben nur Richtwerte.

Gründungskosten für ein Bauunternehmen

Die Kosten der Gründung hängen von der genauen Tätigkeit ab. Es ist es beispielsweise möglich, dass ein Totalunternehmer, der die Bauleistungen an andere Bauunternehmen vergibt nur ein Büro benötigt und daher ein geringes Gründungskapital ausreicht. Ein Fachunternehmer dagegen braucht meist ein recht hohes Starkapital, um Baumaschinen und Werkzeuge sowie Fahrzeuge zu erstehen.

Ein Businessplan gibt Aufschluss über die erforderlichen Mittel und zeigt Banken, dass das erforderlich kaufmännische Denken vorhanden ist. Gründer sollten sich fachlich von der Handwerkskammer, der zuständigen Innung oder einem Wirtschaftsprüfer beraten lassen.

Kosten für die Grundausstattung

Grob geschätzt sollte für die Gründung eines Fachunternehmens ein Startkapital von mindestens 100.000 Euro vorhanden sein. Betriebe die lediglich Aufträge vermitteln, benötigen etwa 30.000 Euro.

Fahrzeug

Bauunternehmen, die selbst Arbeiten ausführen, benötigen ein etwas größeres Fahrzeug, am besten einen Kleinkastenwagen. Unter Umständen kann auch ein Lkw erforderlich sein.

Leasing
Generell gilt für Gründer, dass Leasen vorteilhafter als Kaufen ist. Es schont als Finanzierungsinstrument die Liquidität und verbessert darüberhinaus das Rating der Firma. Mehr dazu in unserem Artikel zur Grundausstattung eines Handwerksbetriebs.

Zu Beginn des Leasingverhältnisses erheben die Leasinggeber meist eine Sonderzahlung. Diese senkt die Leasingraten und zählt als Betriebsausgabe. Unternehmen, die der Einnahmen-Überschussrechnung unterliegen dürfen den Betrag in voller Höhe im Anschaffungsjahr absetzen, um den Gewinn und damit die Steuerlast zu senken. Welche Summe zu zahlen ist, hängt vom Wert des Fahrzeuges, der Bonität des Unternehmers und von dessen Verhandlungsgeschick ab.

Für einen Kleinkastenwagen sind etwa 1.000 bis 5.000 Euro als Sonderzahlung üblich.

Fahrzeugeinrichtung / Innenausbau
Welche Innenausstattung nötig ist und ob das Fahrzeug einen Dachgepäckträger braucht, hängt vom Gewerk ab. Sinnvoll ist eine Laderaumverkleidung um Schäden am Leasingfahrzeug zu verhindern. Außerdem ist selbstverständlich Material zu Ladungssicherung notwendig.

Etwa 1500 bis 2000 Euro reichen in der Regel aus, um das Fahrzeug für das geplante Gewerk herzurichten.

Folierung
Ein Firmenfahrzeug mit Aufschrift ist eine perfekte Werbung für das Bauunternehmen. Gründer sollten zusätzlich zumindest einen Teil der angebotenen Leistungen auf dem Fahrzeug nennen, denn „Bauunternehmen“ bieten sehr unterschiedliche Gewerke an. Entsprechende Folierungen bieten Fachbetriebe ab etwa 250 Euro an.

Werkzeug

Während ein Maurer Kellen, Reibebrett, Maurerpfanne, Wasserwaage, Senklot, Maurerschnur, Mörteltrog und Maurerhammer benötigt, braucht ein Zimmerer wesentlich teurere Abbundwerkzeuge, Lattwerkzeuge und Balkenzüge. Betriebe die Planungen ausführen müssen in ein Reißbrett investieren.

Der genaue Kapitalbedarf hängt von den Leistungen des Betriebs ab. Er kann bei moderaten 2.000 Euro liegen oder mehrere 100.000 Euro betragen.

Arbeitskleidung

Für die Kleidung sollten Gründer zwischen 500 und 2.000 Euro einplanen. Sie sollte berufstypisch für die angebotenen Gewerke sein oder einfach auf einer Arbeitshose mit Jacke bestehen.

Auf Sicherheit achten
Generell benötigen Bauunternehmer Sicherheitsschuhe nach DGUV-Regel 112-191l, der Klasse S1P (öl- und benzinresistente Sohle mit Durchtrittsicherheit) und einen Schutzhelm. Zusätzlich kann auch ein Schnittschutz oder eine Absturzsicherung erforderlich sind.

Auch Betriebe, die nur planen brauchen die Sicherheitsausrüstung, da sie häufiger vor Ort auf Baustellen sein müssen.

Büro/Computer

Auch beim Büro kommt es auf die genaue Leistung des Bauunternehmens an. Maurer, Dachdecker, Trockenbauer und andere Gewerke empfangen Kunden nicht im Büro. Sie müssen lediglich Korrespondenz erledigen und mit Interessenten telefonieren. Daher reichen 300 bis 500 Euro für die Büroausstattung aus.

Totalunternehmer müssen etwa 2.000 bis 3.000 Euro für das Büro einplanen. Sie empfangen in der Regel häufig Kunden und benötigen eine hochwertige Zeichensoftware.

Geschäftsausstattung: Briefpapier, Logo und Visitenkarten

Gut gestaltetes Geschäftspapier und Visitenkarten, beides mit Logo sollten selbstverständlich sein. Diese Ausstattung unterstreicht ein seriöses und kompetentes Image. Außerdem dient ein einheitliches Erscheinungsbild dem Wiedererkennen. Statt sich selbst an die Gestaltung zu machen, sollten Gründer diese Aufgabe einer Grafikagenturen oder einem Webdesigner überlassen. Dies garantiert eine professionelle Ausführung. Einige Agenturen bietet Starterpakete für Gründer an. Mit Kosten von mindestens 500 Euro ist für die komplette Geschäftsausstattung zu rechnen.

Lager und Werkstatt

Auch die Notwendigkeit eines Lagers und einer Werkstatt hängen von Angebot des Unternehmens ab. Für einen Maurer reicht meist eine Garage als Lager, Zimmerer dagegen benötigen eine Werkstatt, Fensterbauer einen Produktionsbetrieb.

Die Kosten muss der Gründer daher im Einzelfall ermitteln. Von 0 bis 10.000 Euro ist alles möglich.

Laufende Kosten

Es gibt nur einen Teil der laufenden Kosten, den Gründer relativ leicht pauschal ermitteln können. In der Regel kommt es auf das genaue Leistungsspektrum an.

Mitgliedschaften

Bauunternehmer, die als Vollhandwerker gelten, sind verpflichtet Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung (Handwerkerpflichtversicherung) zu werden. Für alle Betriebe der Bauwirtschaft besteht ferner die Pflicht, in die SOKA-BAU einzuzahlen und den Betrieb bei der Bau-Berufsgenossenschaft zu melden. Im Übrigen muss der Betrieb auch der örtlich zuständigen Handwerkskammer beitreten.

Handwerkerpflichtversicherung
Alle Handwerker müssen mindestens den Regelbeitrag von 579,39 Euro einzahlen. Eine Ausnahme besteht für Existenzgründer, die in den ersten drei Kalenderjahren nach der Gründung lediglich 289,70 Euro abführen müssen (Stand 2019).

Sozialkasse der Bauwirtschaft
Die Kasse übernimmt die Kosten für Fortbildungen, Urlaubsgeldansprüche und zahlt einen Lohnausgleich bei schlechtem Wetter. Alle Bauunternehmer müssen abhängig vom Bundesland zwischen 19 und 22 Prozent der Bruttolohnsumme der gewerblichen Arbeitnehmer abführen. Für Angestellte fallen je nach Tätigkeit und Region zwischen 20 und 80 Euro monatlich an.

Berufsgenossenschaft
Die BG-BAU – Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft übernimmt Renten und Reha-Maßnahmen nach Berufsunfällen sowie bei Berufskrankheiten. Sie legt die angefallenen Kosten rückwirkend auf alle Mitgliedsbetriebe um. Beiträge orientieren sich an den Gefahren, der Art der geleisteten Zahlungen und an den Bruttolöhnen.

Handwerkskammer
Die örtlich zuständige Kammern legen die Beiträge in eigener Regie fest. Basis ist meist der Gewinn des drittvorangegangenen Jahres. Bis zu einem Jahresgewinn von 20.000 Euro sind 120 bis 350 Euro zu zahlen. Bei höheren Gewinnen fallen zusätzlich 0,8 bis 1,2 Prozent des Gewinns an.

Hinweis: Existenzgründer, die Einzelunternehmer sind, können mit Sonderregelungen rechnen.

Innungen
Für Bauunternehmen ist einer der zahlreichen Landes- oder Fachverbände, die im Zentralverband Deutsches Baugewerbe zusammengeschlossen sind, zuständig. Je nach angebotenen Gewerken sind auch andere Innungen zu empfehlen, wie der Bund Deutscher Zimmermeister für Zimmerleute oder die Fach-Innung des Straßenbaus.

Die Mitgliedsbeiträge sind je nach Verband unterschiedlich und orientieren sich an unterschiedlichen Kriterien. Gründer sollten mit 300 bis 500 Euro pro Jahr kalkulieren.

Personal

Bauunternehmen kommen nur in Ausnahmefällen ohne Personal aus. Zumindest einige Aushilfen, also Minijobber, benötigen die Betriebe. Mit Abgaben kostet jeder geringfügig Beschäftigte etwa 530 Euro. Durch den Mindestlohn im Baugewerbe steht der Mitarbeiter je nach Region nur 30 bis 38 Stunden im Monat zur Verfügung.

Fahrzeug

Die Firmenfahrzeuge verursachen regelmäßige Zahlungsabgänge. Je Fahrzeug ist mit einem Betrag von 300 bis 1.500 Euro im Monat zu rechnen.

Leasing
Die monatlichen Kosten für ein Leasingfahrzeug bewegen sich in einem Bereich von 200 bis 500 Euro für Pkws und Kleinkastenwagen. Bei einem Lkw können über 1.000 Euro anfallen.

Kraftstoff
Der Verbrauch an Kraftstoff hängt von der Fahrleistung und von Fahrzeugtyp ab. Ein Kleinkastenwagen mit geringer Fahrleistung verbraucht etwa für 200 Euro Kraftstoff im Monat.

Kfz-Steuer
Die Kfz-Steuer ist sofort nach der Anmeldung des Fahrzeugs für ein Jahr fällig. Ihre Höhe hängt vom Tag der Erstzulassung, vom Hubraum, von der Antriebsart und vom CO2-Ausstoß ab. Für Pkws und kleine Kastenwagen ist mit Kosten von 200 bis 350 Euro pro Fahrzeug zu rechnen.

Versicherung
Gründer, die neuwertige Fahrzeuge nutzen, sollten nicht nur eine Haftpflichtversicherung abschließen, sondern auch eine Vollkasko-Versicherung. Diese ist bei einem Kraftwagen, der finanziert wird, ohnehin vom Kreditgeber beziehungsweise Leasingunternehmen vorgeschrieben. Der Versicherungsumfang bedeutet in der Regel Jahresprämien von 700 bis 1.000 Euro pro Fahrzeug.

Die Versicherungen berücksichtigen immer die Typklasse, die Schadensfreiheitsklasse des Versicherungsnehmers, die Region, in welcher die Firma ansässig ist und die jährliche Fahrleistung. Trotzdem sind große Preis- und Leistungsunterschiede zu beobachten, da die Gesellschaften tarifunabhängig kalkulieren.

Verschleiß / Wartung
Obwohl bei einem Neuwagen die Herstellergarantie sowie die Vollkaskoversicherung nahezu alle anfallenden Reparaturkosten übernimmt, fallen Werkstattkosten an. Diese entstehen durch die regelmäßigen Inspektionen, Wartungen, die vorgeschriebenen Haupt- und Abgasuntersuchungen sowie den Austausch von Verschleißteilen. In die Gründungskalkulation gehört daher ein Jahresbetrag von etwa 100 bis 200 Euro jährlich pro Fahrzeug.

Versicherungen

Bauunternehmen benötigen neben der üblichen Betriebshaftpflicht-, Inhalts- und Unterbrechungsversicherung für jedes Projekt, das sie abwickeln, eine Bauleistungsversicherung. Letztere tritt ein, wenn unvorhersehbare Ereignisse die Fertigstellung des Baus verhindern oder zu einem Mehraufwand führen.

Für den erforderlichen Versicherungsschutz fallen zwischen 100 und 300 Euro im Monat an.

Miete / Nebenkosten / Strom / Wasser / Telefon

Je nach Größe des Unternehmens ist mit unterschiedlich hohen Kosten zu rechnen. Selbst ein kleines Fachunternehmen sollte etwa 600 Euro einplanen. Größere Bauunternehmen müssen mit Summen zwischen 1.000 und 5.000 Euro an Mietkosten rechnen.

Marketing

Wer ein eigenes Bauunternehmen gründen will, muss sich zunächst auf ein spezielles Leistungsspektrum festlegen. Daran lehnt Gründer seine Marketingstrategie an. Sie fließt als fester Bestandteil in den Businessplan ein.

Webseite
Künftige Bauherren und Hausbesitzer, die eine Immobilie sanieren wollen, suchen häufig im Internet nach einem Unternehmen. Das Bauunternehmen benötigt daher eine aussagekräftige Webseite, die Interessenten Aufschluss gibt, welche Leistungen und Alleinstellungsmerkmale geboten sind.

Eine suchmaschinenoptimierte Seite ist wichtig, um die Auffindbarkeit im Netz zu verbessern. Die kontinuierliche Pflege der Webseite durch eine Agentur nimmt monatlich 30 bis 100 Euro in Anspruch, je nachdem wie hoch der Aufwand ist.

Werbung online
Gerade in der Startphase ist die Präsenz und Auffindbarkeit des Bauunternehmens im Netz wichtig, denn viele Kunden suchen im Internet nach geeigneten Baupartnern. Handwerkerportale wie MyHammer sind ideale Plattformen, um im Internet von potentiellen Kunden gefunden zu werden. Hier können Handwerker ihren Betrieb präsentieren und von einer guten Reichweite und Auffindbarkeit in den Suchmaschinen profitieren. Eine monatliche Grundgebühr und Provisionen für einen erfolgreich vermittelten Auftrag fallen an.

Werbung offline
Idealerweise hat der Bauunternehmer schon Kontakte geknüpft oder ein funktionierendes Netzwerk hinter sich. Wer in der Branche bereits einen Namen hat, hat es deutlich einfacher. Außerdem kann durch Kooperationen mit anderen Baufirmen für eine hohe Auslastung gesorgt werden

Es lohnt auch mit Architekten und bestehenden Bauunternehmen in Kontakt zu treten, um Visitenkarten und Flyer zu verteilen. Große Firmen und Planungsbüros suchen häufig Handwerker, die einen Teil der vorhandenen Aufträge übernehmen. Auch Baustellenplanen, die Kunden über das Unternehmen informieren, sind üblich.

Für diese Maßnahmen ist mit 300 bis 600 Euro monatlich zu rechnen.

Checkliste: Als Bauunternehmer selbständig machen

  1. Das Leistungsspektrum festlegen.
  2. Entscheiden, ob ein Fach-, General- oder Totalunternehmen gegründet werden soll.
  3. Prüfen, ob die fachlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
  4. Höhe des erforderlichen Gründungskapital ermitteln (Businessplan).
  5. Mittel beschaffen (Kredite, Fördermittel).
  6. Gewerbefläche suchenv
  7. Bei der Handwerkskammer anmelden.
  8. Gewerbeanmeldung erledigenv
  9. Bei der SOKA-BAU und der Berufsgenossenschaft anmeldenv
  10. Wenn gewünscht, Mitgliedschaft beim passenden Fachverband des Bundeslandes beantragenv
  11. Computer und Software anschaffen.
  12. Werkzeug und Arbeitskleidung kaufen.
  13. Werbung für den Betrieb machen.
  14. Aufträge annehmen und Termine bei den Kunden planen.

Beschaffung

Generell sollten angehende Bauunternehmer sich bei der Handwerkskammer und den Innungen erkundigen, ob eine Firmenübernahme möglich ist. Die Ansprechpartner helfen auch bei der Beschaffung von Gebrauchtmaschinen und Autos.

Spezialisierungen im Bereich Bauunternehmen

Egal ob Fachunternehmen oder Generalunternehmen, Spezialisierungen sind oft vorteilhaft. Der Betrieb kann sich beispielsweise auf energetische Sanierungen oder Denkmalpflege spezialisieren.

Zertifizierungen
Das DIQP (Deutsches Institut für Qualitätsstandards und -prüfung e. V.) für Maurer & Bauunternehmen vergibt ein anerkanntes Qualitätssiegel, das Bonität und durch Rechtsanwälte geprüfte Verträge garantiert.

Fachbetriebe, die Kompetenz und zuverlässige Arbeit nachweisen, können das Siegel „Meisterhaft Bauen“ bekommen. Die Gemeinschaftsaktion des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks und der Landesverbände genießt hohes Ansehen.

Für größere Unternehmen ist eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 BAUWESEN interessant, denn diese belegt gute Organisationsstruktur und beurteilt interne Schnittstellen im Unternehmen sowie die Produktqualität.